Gartenserie

Gevelsberger gibt Tipps: So wird aus Gartenabfällen Kompost

Schillernde Farben und Pflanzen: Diese 1700 Quadratmeter große Garten ist exklusiv.

Schillernde Farben und Pflanzen: Diese 1700 Quadratmeter große Garten ist exklusiv.

Foto: Carmen Thomaschewski / WP

Gevelsberg.  Der Gevelsberger Wolfgang Flüs erklärt, wie aus Gartenabfällen wertvoller Kompost wird.

Vor allem Blumen haben es Wolfgang Flüs angetan. Er blickt auf das schillernde Farbspektakel auf 1700 Quadratmetern Fläche. Er habe Glück, sagt er. Der Boden in seinem Garten sei gut, und wenn Nährstoffe oder Erde fehlen, dann holt er sich etwas aus seinem Komposter. Dort, wo die verblühten Blumenreste später auch einmal landen werden. Ein ewiger Kreislauf.

Der Komposter hat für den Gevelsberger in erster Linie praktische Gründe. „Wo soll ich sonst mit den ganzen Grünabfällen hin“, sagt er und lacht. Vor allem im Frühjahr sammelt sich so einiges an. Gehölze kommen auf einen Extrastapel und werden später zu Mulch verarbeitet. Dieser hält Unkraut fern und schützt die Erde vor dem schnellen Austrocknen.

Die Blätter und Pflanzenreste werden gehäckselt und auf den Komposthaufen geschüttet. Die Natur und viele kleine Lebewesen sorgen dafür, dass dieser schon nach kurzer Zeit absackt und beginnt zu verrotten. Woche für Woche, Zentimeter um Zentimeter.

Erst Monate später, im Herbst, setzt Wolfgang Flüs die verblühte Pflanzenmischung um, durchmischt sie und schichtet sie auf einen anderen Komposthaufen. Etwa ein weiteres halbes Jahr später ist daraus Erde entstanden, die in Gemüsebeete oder Blumenkübel eingearbeitet werden kann. Nicht tiefer als 5 bis 10 Zentimeter, am besten gemischt mit „normaler“ Erde. Aber noch ist es nicht soweit. Noch wächst der Kürbis auf dem Berg voller Frühjahrsgrünschnitt und trägt gerade erst Blüten. So kann man die Ruhezeiten im Komposter sinnvoll nutzen.

Nicht alles, was Bio ist, gehört auf einen Komposthaufen. Knochen und Gekochtes sollten dort nicht landen, das lockt nur ungebetene Gäste an. Auf Südfrüchte sollte ebenfalls verzichtet werden – und beim Rasenschnitt ist wichtig, die Schicht dünn zu halten, nicht mehr als 10,15 Zentimeter. Sonst fängt es an zu faulen und zu stinken. „Unkraut wie Giersch darf niemals kompostiert werden. Die Wurzeln überleben und man verteilt sie überall im Garten“, warnt der Gevelsberger.

Klein gemachte Eier- und Kartoffelschalen, Gemüse, Obst, Kaffeesatz sorgen für Abwechslung im Komposter und ein gutes Ergebnis. Als Wolfgang Flüs vor 22 Jahren mit seiner Familie ins neue Zuhause an der Eichholzstraße zog, verwandelte er das Land dahinter Beet für Beet in eine exotisch bunte Oase. Ohne Bodenverbesserer hätte das nicht geklappt.

Früher gab es Komposter aus Holz. „Ich habe lieber gemauert, das ist langlebiger. Die Steine sind versetzt, damit Luft dran kommt“, erklärt Wolfgang Flüs. Heute sind die meisten Kompostbehälter aus Kunststoff und unten offen, um eine direkte Verbindung zu den Mikroorganismen im Erdreich zu gewährleisten, die den Haufen letztlich auch zersetzen. Damit auch vom Boden aus Luft eindringen kann und Staunässe verhindert wird, ist eine Schicht aus groberem Material wie Heckenschnitt als Untergrund sinnvoll.

Hier noch ein paar Tipps: Schreddern verkürzt die Verrottungszeit, lieber Materialien mit höherem Wassergehalt mit trockenen mischen, in den Schatten stellen und nicht höher als 1,20 Meter anhäufen. Kompostbehälter ohne Deckel sollten mit einer dünnen Schicht trockenem Rasenschnitt, Stroh oder Erde abgedeckt bleiben. Und dann ist die Ruhe entscheidend. Erst wenn der Grünabfallberg um zwei Drittel kleiner geworden ist, sollte umgesetzt werden. Bei Bedarf kann auch Schnellkomposter benutzt werden.

Um den Gartenabfall ganzjährig zu sammeln, hat Wolfgang Flüs einen zweiten Komposthaufen angelegt. Wenn im Herbst die Ruhezeit für den Grünschnitt aus dem Frühjahr vorbei ist und bewegt wird, landet der neue Haufen an die Stelle des Frühjahrshaufen. Sechs Monate später beginnt das Spiel von vorne.

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