Re:box

Schwelm: Eine Idee gegen zuviel To-Go-Abfälle

Die erste Schwelmer Re:box: Darüber freuen sich (von links) Luca Conti, Dorothea Nölle mit Sohn Jonathan, Rudi Tietz und Lilia Weirich.    

Die erste Schwelmer Re:box: Darüber freuen sich (von links) Luca Conti, Dorothea Nölle mit Sohn Jonathan, Rudi Tietz und Lilia Weirich.    

Foto: Lilo Ingenlath-Gegic

Schwelm.  Plastikmüll und To-Go-Abfälle haben in der Corona-Zeit noch zugenommen. Diese Idee aus Schwelm soll das Problem zu lösen helfen.

Immer mehr Plastikmüll überschwemmt die Stadt. Die wenigen Mülleimer in der Schwelmer Fußgängerzone quellen über. Besonders während des coronabedingten Lockdowns mussten viele Gastronomen Mitnahme-Systeme entwickeln. Die Menge der To-go-Abfälle stieg dadurch noch einmal an und auch hochwertiges Plastikgeschirr landet seitdem massenhaft in den Mülleimern. Auf der Suche nach einer Lösung für das Problem entwickelten die Schwelmerinnen Dorothea Nölle (41) und Lilia Weirich (34) vom Netzwerk der guten Taten die Idee der „re:box“.

Kooperationspartner

In Luca Conti, dem Inhaber der beiden Conti-Eisdielen, fanden sie einen Kooperationspartner, der sich sofort für die Idee begeistern ließ. „Ich habe schon lange nach einer Lösung für das Müllproblem gesucht“, berichtet Luca Conti. „Wir haben uns schon seit einiger Zeit über verschiedene alternative Materialien informiert, aber noch keine wirklich perfekte Lösung zur Vermeidung von Plastikmüll gefunden.“ Da kamen Dorothea und Lilia gerade recht mit ihrer Idee und einem kleinen Modell der „Re:box“, das sie gebastelt hatten. Luca Conti setzt nun auf Nachhaltigkeit: „Wiederverwenden statt verschwenden“, ist jetzt das Motto des Eisdielenbetreibers, der selbst einen Sohn (10) und eine Tochter (6) hat und auch an die Zukunft der nächsten Generation denkt.

Am Wochenende fand vor der Eisdiele „Conti to Go“ die feierliche Eröffnung der „Re:box“ statt. Der Andrang war groß, denn Luca Conti spendierte auch Gutscheine für Eis im Becher. Dann durchschnitt er ein „Spinnennetz“, das Logo des Netzwerks, das symbolisch das Einwurfloch der Box verschloss. Anschließend konnten die leeren Becher in die Box geworfen werden. Jonathan (4) durfte den Anfang machen, denn auch er war an dem Projekt beteiligt. Er steuerte Ideen bei, als seine Mutter Dorothea Nölle zusammen mit Lilia Weirich erste Pläne schmiedete und er bastelte die 50 Eisgutscheine, indem er leere Schokoladenverpackungen wiederverwendete. Gut sichtbar steht die Box nun vor der Eisdiele und wartet darauf, dass die Bürger ihre leeren Eisbecher und Löffel aus Plastik hineinwerfen, um zur Müllvermeidung in Schwelm beizutragen.

Und so soll die Re:box funktionieren

Die „Re:box“ ist eine Rückgabestation für wiederverwendbare Plastikbecher und Plastiklöffel und damit eine erste Antwort auf ein stark gestiegenes Müllaufkommen in Schwelm. Rudi Tietz von „Rudis Holzdekore“ baute die knallgelbe Box, deren Korpus aus einer gelben Tonne besteht. Der Aufbau hat ein Loch in der Mitte, in das das Plastikgeschirr nach dem Eisverzehr eingeworfen werden kann. Anschließend wird das Geschirr gründlich gereinigt und kann wiederverwendet werden.

Das Netzwerk der guten Taten und das Team von Conti hoffen, dass ihre Nachhaltigkeitsinitiative von den Schwelmern gut angenommen wird. „Wir möchten auch gern mit Aufklebern auf den städtischen Mülleimern darauf hinweisen, dass dieses Plastikgeschirr wiederverwendet werden kann und in die ‘Re:box’ gehört“, wünscht sich Lilia Weirich. Längerfristig hofft das Netzwerk, dass auch andere Einzelhändler mitziehen. „Unsere Zukunftsvision ist, dass alle Gastro-Unternehmen das gleiche Geschirr benutzen und die Kunden dieses Geschirr dann in jedem Geschäft einwerfen oder abgeben können.“

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