Auszeichnung im kommenden Jahr

Zusage liegt vor: Ennepetal wird zur „Fairtrade-Town“

Das Siegel für die Kampagne „Fairtrade Towns.

Das Siegel für die Kampagne „Fairtrade Towns.

Foto: Trans Fair – Verein zur Förderung des Fairen Handels in der Einen Welt

Ennepetal.  Ennepetal wird zur „Fairtrade Town“. Nachdem die Kriterien für das Siegel erfüllt sind, soll die Auszeichnung im kommenden Jahr erfolgen.

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Ennepetal wird „Fairtrade Town“. Nachdem die Bewerbungskriterien erfüllt sind, kam die Zusage vom Verein „TransFair“, der dieses Siegel vergibt. Tragen darf die Stadt den Titel aber erst, wenn die offizielle Auszeichnung vorgenommen worden ist. Dies soll im Rahmen des Internationalen Freundschaftsfestes im kommenden Juni geschehen. Allerdings steht das noch unter Vorbehalt, da der Termin erst abgestimmt werden muss.

Das Ziel der Kampagne „Fairtrade Town“ ist es, den fairen Handel auf kommunaler Ebene zu fördern und ein Netzwerk von Akteuren aus Zivilgesellschaft, Politik und Wirtschaft zu bilden, die sich gemeinsam vor Ort für den fairen Handel stark machen. „Die eigentliche Arbeit beginnt erst nach der Auszeichnung“, meint Martina Hagemeier. Sie ist gemeinsam mit Karl-Heinz Henkel, Petra Backhoff, Stefan Mayer-Stoye sowie Dr. Cordula Tomaschewski als Vertreterin der Stadt Mitglied der eigens gegründeten Steuerungsgruppe. Es gehe darum, den Fairtrade-Gedanken weiter in die Stadt zu tragen und noch mehr Unternehmen, Schulen, Kindergärten, Gemeinden und Vereine zum Mitmachen zu bewegen. „Es wäre zum Beispiel schön, wenn das Reichenbach-Gymnasium mitmacht“, meint Martina Hagemeier. Dort befinde man sich bereits auf einem guten Weg.

Anfang 2018 hatten die Initiatoren sich auf den Weg gemacht. Sie schrieben Institutionen und Vereine an und informierten in einer öffentlichen Veranstaltung über das Thema. Die Steuerungsgruppe wurde gebildet und im Juni 2018 fasste der Rat einstimmig den Beschluss, die Bewerbung Ennepetals um den Titel „Fairtrade Town“ zu unterstützen. Die Bürgermeisterin geht dabei mit gutem Beispiel voran, indem sie Kaffee und Kekse aus fairem Handel in ihrem Büro anbietet. Bei den Ausschuss- und Ratssitzungen gibt es zudem unter anderem auch fair gehandelte Limonade.

„Im Frühjahr diese Jahres haben wir die Bewerbung eingereicht, nachdem wir unsere Hausaufgaben gemacht hatten“, erklärt Martina Hagemeier. Zur Erlangung des Siegels sind fünf Bewerbungskriterien zu erfüllen. Dazu gehört neben dem Ratsbeschluss und der Bildung einer Steuerungsgruppe auch die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Vor allem aber muss der Nachweis über eine bestimmte Zahl von Händlern und Gastronomiebetrieben, die faire Produkte anbieten, sowie eine bestimmte Zahl von Kirchengemeinden, Schulen und Vereinen, die mitwirken, geführt werden. Die erforderlichen Zahlen richten sich dabei nach der jeweiligen Einwohnerzahl. Für Ennepetal mit etwas mehr als 30.000 Einwohnern sind es sieben Geschäfte und vier Gastronomiebetriebe sowie eine Schule, eine Kirchengemeinde und ein Verein.

Titel zunächst für zwei Jahre

„Die großen Discounter und Supermärkte haben ohnehin in der Regel Fairtrade-Produkte im Sortiment“, sagt Dr. Cordula Tomaschewski. Aber auch kleinere Geschäfte in der Stadt böten fair gehandelte Produkte in eigens vom Weltladen bereit gestellten Regalen (gebaut von der Gebal) an. Natürlich zählt der Weltladen, aus dessen Reihen die Initiative zur Bewerbung kam, selbst auch zu den entsprechenden Geschäften.

„Es gab noch einmal Nachfragen bezüglich der Angebote in den Gemeinden“, berichtet Martina Hagemeier. In den Kirchengemeinden Milspe und Voerde wird seit langem fair gehandelter Kaffee ausgeschenkt. Allerdings sollte es auch einmal jährlich eine größere Aktion geben, die den Fairtrade-Gedanken in den Blick rückt. Das geschehe bei Veranstaltungen wie Basaren, Weihnachtsmärkten oder anderen schon längst, so Hagemeier. „Wenn man genauer hinguckt, merkt man, dass ja doch einiges gemacht wird.“

Ist die Auszeichnung erfolgt, darf Ennepetal sich zunächst zwei Jahre lang „Fairtrade Town“ nennen. Anschließend müssen die Aktivitäten in diesem Zeitraum dokumentiert und der erneute Nachweis erbracht werden, dass die Kriterien erfüllt sind, um den Titel weiter führen zu dürfen.

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