Vermessung

50-Meter-Becken im Grugabad in Essen ist wettkampftauglich

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Das 50-Meter-Becken im Grugabad misst tatsächlich 50 Meter, und zwar auch dann, wenn Anschlagsmatten etwas Platz kosten.

Das 50-Meter-Becken im Grugabad misst tatsächlich 50 Meter, und zwar auch dann, wenn Anschlagsmatten etwas Platz kosten.

Foto: Grugabad-Freunde

Essen.  Messen die Bahnen im Grugabad unter Wettkampfbedingungen wirklich exakt 50 Meter? Eine aufwendige Neuvermessung ergab jetzt Überraschendes.

Im Zuge der Sanierungsplanungen für das Grugabad beauftragten die Essener Sport- und Bäderbetriebe das Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster mit der Neuvermessung des 50-Meter-Wettkampfbeckens. Erfreuliches Ergebnis: Alle Bahnen sind länger als 50,02 Meter. Mit Anschlagsmatten bleibt eine Beckenlänge von 50 Meter. Damit ist das Sportbecken wettkampftauglich.

Grund für die Neuvermessung war eine Überprüfung der Wettkampftauglichkeit des Sportbeckens. Bisher wurde davon ausgegangen, dass das Sportbecken exakt 50 Meter lang ist. Da bei Wettkämpfen jedoch elektronische Anschlagsmatten von je einem Zentimeter dicke pro Seite eingebaut werden müssen, sind von der Beckenlänge zwei Zentimeter abzuziehen. Die verbleibende Beckenlänge von 49,98 Meter würde dann nicht mehr für Wettkämpfe ausreichen.

Alle zehn Bahnen des Grugabad-Sportbeckens wurden wissenschaftlich vermessen

Nach Recherche der Vermessungsabteilung konnten historische Messungen des Grugabades aus dem Jahr 1964 herangezogen werden, die diese Theorie bestätigen. Damals wurden Beckenlängen von 50,01 Meter gemessen: Auch dies wäre somit knapp zu kurz für Wettkämpfe mit Anschlagsmatten. Das Ergebnis der Überprüfung der Wettkampftauglichkeit des Sportbeckens kam deshalb überraschend.

Vorausgegangen war eine aufwendige Präzisionsvermessungen auf jeder der zehn Bahnen des Wettkampfbeckens. „Natürlich haben wir heute andere technische Möglichkeit als vor 60 Jahren“, erläutert Dr. Martin Krückhans, Leiter der Abteilung Vermessung der Stadtverwaltung. „Wir messen mit Laserpräzisionsgeräten und berücksichtigen bei großen Strecken sogar Temperatur und Luftdruck, die die Messung beeinflussen können.“

Allerdings stellte die Abteilung Vermessung auch beim Bau des Sportbades am Thurmfeld Längenunterschiede zwischen dem gefüllten und dem entleerten Becken im Zentimeterbereich fest, der auf eine Ausdehnung des Beckens durch den Wasserdruck zurückzuführen ist. „Wir vermuten daher, dass die Messungen des Grugabades in den 1960er Jahren als Bauabnahme bei entleertem Becken stattfanden“, so Krückhans. „Heute können wir mit amtlicher Sicherheit sagen, dass sowohl das 25-Meter-Becken des Sportbades am Thurmfeld, als auch das 50-Meter-Becken des Grugabades wettkampftauglich sind“, freut sich der Leiter der Vermessung, der selbst ehemaliger Wettkampfschwimmer ist.

Mysterium um die Beckenlänge des Grugabades kann zu den Akten gelegt werden

Das dies eine gute Nachricht für den Essener Sport ist, weiß auch Kurt Uhlendahl, Leiter des Bädermanagements: „Wir sind froh endlich mit dem Mysterium Beckenlänge des Grugabades ein für alle Mal aufgeräumt zu haben und werden die Nutzung des Grugabades als Wettkampfstätte nun mit in unsere Überlegungen einbeziehen.“

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