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722 Luftbilder zeigen Essen 1926 zwischen Karnap und Kettwig

Das Süd-Ende von Rüttenscheid war 1926 noch in weiten Teilen Bau-Erwartungsland, aber die Struktur ist gut erkennbar und bis heute unverändert. Links ist die noch schmale Alfredstraße zu sehen, rechts die Rüttenscheider Straße, beide laufen wie heute einträchtig parallel und schnurgerade Richtung Innenstadt. Exakt am unteren Ende des Fotos würde heute die A 52 von quer das Bild durchschneiden.

Foto: Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster

Das Süd-Ende von Rüttenscheid war 1926 noch in weiten Teilen Bau-Erwartungsland, aber die Struktur ist gut erkennbar und bis heute unverändert. Links ist die noch schmale Alfredstraße zu sehen, rechts die Rüttenscheider Straße, beide laufen wie heute einträchtig parallel und schnurgerade Richtung Innenstadt. Exakt am unteren Ende des Fotos würde heute die A 52 von quer das Bild durchschneiden. Foto: Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster

Essen 1926 – das waren freie Felder, riesige Fabriken, ein dicht bebauter Kern und dörfliche Vororte. Über 700 Fotos dokumentieren den Wandel.

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Es ist ein wahrer Fotoschatz, den das Amt für Geoinformation, Vermessung und Kataster hütet und jetzt erstmals vollständig einem Medium zur Verfügung stellt. Essen im Jahre 1926 – das sind 735 Schrägluftbilder, die das gesamte Stadtgebiet abdecken. Wir zeigen 722 der 735 Aufnahmen: Unsere ThingLink-Karte mit den Flugrouten von damals führt zu 24 Bilderbildergalerien. Zu jedem Flug gibt es eine Fotostrecke. Die Galerie "Essen von oben im Jahr 1926" zeigt eine Auswahl von Aufnahmen aus dem gesamten Stadtgebiet.

Die Luftbildfotografie von damals war eine Pioniertat. „Essen war die erste Stadt, die den Auftrag gab, systematisch flächendeckend das gesamte Stadtgebiet aus der Luft zu fotografieren“, lobt Amtsleiter Frank Knospe die Weitsicht seiner Vorgänger.

Geflogen wurde in Höhen von 300 bis 600 Metern mit einer A 35 aus dem Hause Junkers, einem Vorgänger der legendären „Tante Ju“. Robust motorisiert musste der Flieger sein, denn die „Kamera“ war eine so genannte Reihenmesskammer, groß wie ein Schrank und 300 Kilogramm schwer. Nur Fachfirmen konnten sich diese Technik leisten, in Essen war Marktführer „Hansa Luftbild“ am Werk.

Essen 1926: Fabriklandschaften und dörfliche Siedlungen

Wer sich durch alle 722 Fotos klickt, kommt aus dem Staunen nicht heraus. Essen 1926 – das sind überraschend viele freie Felder mit wie hingetupft wirkenden Zechen; das ist die gewaltige Fabriklandschaft von Krupp westlich der Altstadt; das ist das Häusermeer der Innenstadt und der umliegenden Viertel, das sind dörfliche Siedlungskerne in den Außenbezirken.