Als sei Helge Schneider nie weg gewesen

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Kaum ist er zurück aus seinem Ruhestand, fühlt es sich schon an, als sei Helge Schneider nie weg gewesen: Bei seinem Auftritt in der ausverkauften Grugahalle macht der Mülheimer Entertainer so weiter, wie er vor zwei Jahren aufgehört hat.

Voller Instrumente ist die Bühne, vom Piano über ein Xylophon bis zum Gong. Dass letzterer gar nicht zum Einsatz kommt, zeigt schon, dass der Maestro weite Teile des Abends improvisiert. Sicher ist bei Helge Schneider wenig.

Dass sein seit Jahren treuer Teekoch Bodo Oesterling in seiner Zirkusuniform wieder zum Einsatz kommt, steht aber genauso fest wie die unkonventionellen Tanzeinlagen des zauseligen Vorturners Sergej Gleithman. Auch die Band ist noch die alte: Mit den Jahren hat sich Helge Schneider eine feine Jazzkapelle zusammengestellt, die es bestens versteht, auf seine Improvisationen zu reagieren. Auch wieder dabei ist Peter Thoms: An den Percussions legt Schneiders langjähriger Begleiter ein Solo hin, das scheinbar an 100 Jahre Dada erinnern will. Den Sinn für Unsinn hat Schneider sowieso stets mit dieser Kunstrichtung verbunden.

Wenngleich der Nonsense zugunsten der Musik zurücktritt: Keine ausgedehnten Geschichten, eher absurde Anekdoten verbinden die Stücke, die Schneider aus den 30 Jahren seines Schaffens zusammengestellt hat. Katzeklo fehlt ebenso wenig wie der Meisenmann. Aber auch die Schlagerparodien „100 000 Rosen“ und „Tanz auf dem Vulkan“ kramt er aus der Klamottenkiste.

Die Arrangements geben der Band viel Raum, jeder darf mit einem Solo glänzen, am meisten natürlich Helge selbst. Schön, dass er wieder in alter Form ist. Schade, dass ein Teil des Publikums nicht mal das Schlussapplaus-Ende abwarten kann, um zum Ausgang zu stürmen.

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