Juwelenraub

Angeklagter soll zur „Pink-Panther-Bande“ gehört haben

Prozessauftakt: Der Angeklagte neben seiner Verteidigerin Josipa Salm-Francki.  

Prozessauftakt: Der Angeklagte neben seiner Verteidigerin Josipa Salm-Francki.  

Essen.  13 Jahre nach einem Überfall auf einen Essener Juwelier steht der mutmaßliche Täter vor Gericht. DNA-Analysen führten auf die Spur des Mannes.

Im Prozess um den Überfall auf den Essener Juwelier Sprenger vor rund 13 Jahren ist der Angeklagte erstmals unter Druck geraten. Beeindruckt hat ihn das aber nicht. Der 37-jährige Serbe war in Spanien festgenommen worden. Dort ist er bereits wegen eines anderen Überfalls zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Er soll zur berüchtigten Pink-Panther-Bande gehören, die in ganz Europa für Überfälle auf Juweliergeschäfte verantwortlich ist. Deshalb gelten auch für den Essener Prozess verschärfte Sicherheitsmaßnahmen.

Dass der Angeklagte auch bei dem Überfall auf das Juweliergeschäft an der Essener Huyssenallee dabei gewesen sein könnte, hat mit winzigen Hautschuppen zu tun, die an Kleidungsstücken aus dem Umfeld der Bande sichergestellt worden sind. Die DNA-Analysen des Landeskriminalamtes waren so eindeutig, dass sie direkt zu dem 37-Jährigen geführt haben.

Der Angeklagte will damals nur zu Besuch in Deutschland gewesen sein

Am ersten Verhandlungstag vor rund vier Wochen hatte der Angeklagte die Vorwürfe allerdings bestritten. Nach Angaben seiner Verteidigerin, Josipa Salm-Francki, sei er damals zwar in Deutschland gewesen – aber nur zu Besuch. „Er war 19, hatte Lust, sich mal Deutschland anzusehen.“ Und zu den DNA-Spuren: Die Kleidungstücke (u.a. eine Jogginghose) habe er damals vielleicht in Deutschland vergessen. Wenn überhaupt, dann müsse sie ein bereits verurteilter Bekannter getragen haben.

Auf den ersten Blick schien das auch nicht widerlegbar. Bei erneuten DNA-Untersuchungen war nun jedoch herausgekommen, dass genau von diesem Bekannten keine einzige Hautschuppe auf den Kleidungsstücken zu finden ist. Was Richter Volker Uhlenbrock nicht nur „verwunderlich“ findet, sondern ihn auch zu dieser Aussage veranlasste: „Entweder hat der Angeklagte gelogen oder hat sich vertan.“ Um dann auch gleich Druck aufzubauen. Möglicherweise, so Uhlenbrock, sei nun der Zeitpunkt für ein Geständnis gekommen. „Es ist unsere Aufgabe, darauf hinzuweisen, dass der Angeklagte möglicherweise nicht freigesprochen wird und das Verfahren in einer Verurteilung enden könnte.“

Bei dem Überfall waren Uhren und Schmuck im Wert von 215.000 Euro geraubt worden

Zu diesem Zeitpunkt wusste der Vorsitzende der 5. Strafkammer am Essener Landgericht allerdings noch nicht, dass der vom Gericht geladene DNA-Experte es sehr wohl für möglich hält, dass eine Jacke getragen werden könne, ohne das Hautschuppen haften bleiben. Damit ist der Ausgang des Prozesses nun doch wieder offen. Bei dem Überfall auf das Juweliergeschäft Sprenger waren am 28. Dezember 2006 Uhren und Schmuck im Wert von rund 215.000 Euro geraubt worden. Bei einem weiteren Überfall auf einen Juwelier in Marl im Jahr 2011, bei dem der Angeklagte ebenfalls dabei gewesen sein soll, soll der Wert der Beute laut Anklage sogar etwas mehr als eine halbe Million betragen haben. Der Prozess wird fortgesetzt.

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