Essen. . Direkt am Tag nach ihrer Tat kamen jetzt Diebe, die Werkzeug stehlen wollten, vor den Richter. Ein Beispiel für eine rasch handelnde Justiz.

Ist die Beweislage klar, der Sachverhalt ein einfacher und ein Täter ohne festen Wohnsitz, kann es für Kleinkriminelle in Essen ganz schnell hinter Gitter gehen: 500 sogenannte beschleunigte Verfahren hat die Essener Justiz in enger Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft und der Polizei in den vergangenen zwei Jahren angewandt, um eine Strafe möglichst schnell auf dem Fuße folgen zu lassen und Ganoven die Chance zu nehmen, sich den Strafverfolgungsbehörden zu entziehen.

So auch in dieser Woche: Direkt am Tag nach ihrer Tat kamen am Freitag Langfinger vor den Richter, die erst tags zuvor Werkzeug aus einem Fachmarkt an der Schederhofstraße in Frohnhausen stehlen wollten, berichtete die Polizei.

Gestohlene Knarren und Zangen sichergestellt

Ein aufmerksamer Ladendetektiv (54) beobachtete die 36 und 40 Jahre alten Männer, wie sie sich mehrere Kleinwerkzeuge in ihre Unterhose steckten und sich direkt in Richtung Ausgang bewegten. Auf seine Ansprache hin blieben sie allerdings stehen und warteten bis zum Eintreffen der Polizei im Büro des Detektivs.

Bei einer anschließenden Durchsuchung der Diebe entdeckten die Beamten mehrere Wasserpumpenzangen und Umschaltknarren. Beide Täter sind geständig. Sie haben keinen festen Wohnsitz in Deutschland und waren damit geeignete Protagonisten für eins der beschleunigten Verfahren, in dessen Rahmen ein Amtsgericht Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von in der Regel maximal einem Jahr verhängen kann. (j.m.)