Flüchtlinge

Aus fürs Asylheim – zwölf Jahre vor Ablauf des Pachtvertrags

Vom Büro zum Asyl und zurück? Das Heim an der Klinkestraße in Bergerhausen soll bis Ende März dicht machen. Die Stadt glaubt, den Komplex noch anderweitig nutzen zu können.

Vom Büro zum Asyl und zurück? Das Heim an der Klinkestraße in Bergerhausen soll bis Ende März dicht machen. Die Stadt glaubt, den Komplex noch anderweitig nutzen zu können.

Foto: Stefan Arend

Essen.   In der Klinkestraße wird das zweitgrößte Asyl der Stadt leergezogen. Man setzt auf eine Nachnutzung, denn der Pachtvertrag läuft noch bis 2031.

Eineinhalb Jahrzehnte lang sollte dieser wuchtige Bau an der Klinkestraße in Bergerhausen Flüchtlinge beherbergen. Doch damit ist jetzt Schluss, nach gerade mal zweieinhalb Jahren und lange vor Ende des Pachtvertrags: Bis Ende März wird die Stadt den zweitgrößten Asyl-Bau der Stadt mit immerhin 400 Plätzen leer ziehen. Dies kündigte Sozialamts-Leiter Hartmut Peltz dieser Tage in einem Schreiben an die Ratsparteien an.

Dass angesichts fehlender Flüchtlinge ausgerechnet die Einrichtung an der Klinkestraße geschlossen wird, begründet Peltz darin mit der Größe der Immobilie, betriebswirtschaftlichen Überlegungen und der Möglichkeit, den Bau anderweitig noch nutzen zu können.

Es bleiben gut 1600 Plätze in sieben Unterkünften

Es verbleiben damit noch rund 1600 Plätze in sieben städtischen Heimen, die Hälfte davon als eine Art „Eiserne Reserve“, die notfalls binnen vier Wochen aktiviert werden kann. Die Heime finden sich an der Pape- und der Lerchenstraße, der Ruhrtal- und der Grimbergstraße, der Hülsenbruch-, der Karl-Meyer-Straße und im ehemaligen Kloster Schuir.

Auch wenn im kommenden Jahr nach Einschätzung der Stadt wieder Flüchtlinge nach Essen zugewiesen werden dürften – die vorhandene Kapazität reicht aus, heißt es, um alle Zuwanderer unterzubringen. Ende November lebten 699 Personen in den städtischen Übergangsheimen.

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