Geldeinzahlung

Automat streikt – Geld weg: Kundin klagt nun gegen die Bank

Die Filiale der Sparda-Bank West in Steele. Hierzahlte das Paar im Juli vergangenes Jahr die Geldgeschenke ihrer Hochzeit ein.

Die Filiale der Sparda-Bank West in Steele. Hierzahlte das Paar im Juli vergangenes Jahr die Geldgeschenke ihrer Hochzeit ein.

Foto: Christof Köpsel

Essen.   Eine Kundin will von der Sparda-Bank West Geld zurück. Sie hatte 1525 Euro am Automaten eingezahlt. Doch das Geld wurde nicht verbucht.

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Das kennen sicher viele Paare, die sich zur Hochzeit Geld gewünscht haben: Verwandte und Freunde haben die Scheinchen als Geschenk kunstvoll gefaltet und drapiert. Und anschließend ist es an den Beschenkten, das Geld wieder in eine möglichst glatte Form zurückzubringen, um es dann bei der Bank aufs Konto einzuzahlen.

Dass es dabei auch zu gehörigen Problemen kommen kann, diese Erfahrung hat eine Kundin der Sparda-Bank West gemacht. Sie kämpft am Donnerstag am Amtsgericht in Steele um ihr Geld. Peter Nisipeanu ist ihr Anwalt und gleichzeitig der Schwiegervater. Er wirft dem Geldinstitut „Dreistigkeit“ vor.

Im Sommer 2017 hatten sein Sohn und seine Schwiegertochter geheiratet. Am 11. Juli wollten beide ihre Geldgeschenke in der Steeler Filiale der Sparda-Bank am Schalter einzahlen. Schließlich waren viele der Scheine nicht mehr so glatt wie üblich. Dennoch verwies der Mitarbeiter das Paar an den Einzahlungsautomaten.

Bank hatte auch die Videoaufnahmen gelöscht

Das junge Paar hatte das Geld zuvor in mehrere Tranchen gepackt. Die ersten Päckchen nahm der Automat ohne Probleme an, und spuckte auch die jeweilige Quittung aus. Beim letzten Päckchen mit 1525 Euro jedoch zog die Maschine die Scheine zwar ein, meldete dann aber eine Störung – das Geld war weg, eine Quittung gab es nicht, schildert der Anwalt.

Das Paar meldete dies umgehend dem Bankpersonal und anschließend per Telefon der Zentrale in Düsseldorf, versichert Peter Nisipeanu. Aber nichts sei passiert. „Weder wurde der Geldautomat außer Betrieb genommen und geöffnet noch wurde ein Termin vereinbart, zu dem dies im Beisein meiner Schwiegertochter und meines Sohnes erfolgen könnte“, beklagt sich der Jurist.

Stattdessen musste er zweimal an die Sparda-Bank schreiben, bis diese sich am 27. Juli – also 16 Tage später – erstmals gemeldet habe, um dann wiederum vier Tage danach eine Gutschrift abzulehnen. Das Versagen des Automaten sei der Kundin angelastet worden, empört sich der Anwalt. Sie müsse nun außerdem beweisen, dass sie und wie viel Geld sie eingezahlt hat. „Welche Möglichkeit, außer die Störung sofort zu melden, bleibt denn dem Bankkunden?“, meint Peter Nisipeanu. Auch die Videoaufnahmen in der Bank waren mittlerweile gelöscht worden.

Sparda-Bank West will sich zum Fall nicht äußern

Dass es sich um die Summe von 1525 Euro handelte, will das Paar nachweisen können. Es hatte sich alle Geldbeträge aufgeschrieben, um sich bei Freunden und Bekannten bedanken zu können. Abzüglich des eingezahlten Geldes, für das es ja Quittungen gibt, blieb diese Summe übrig.

Das Amtsgericht Steele wird am Donnerstag über den Fall verhandeln. Mit Verweis auf das laufende Verfahren wollte sich die Sparda-Bank zu den Vorgängen und Vorwürfen nicht äußern. Eine Sprecherin teilte lediglich allgemein mit: „Seit vielen Jahren bieten wir unseren Kunden die Möglichkeit an, Geldscheine an Geldautomaten einzuzahlen. Kunden schätzen diesen Service, da sie damit unabhängig von den Öffnungszeiten unserer Filialen selbst Geld einzahlen können. An dieser Stelle versichern wir, dass die Sparda-Bank West selbstverständlich jede Kundenanfrage in diesem Zusammenhang sehr sorgfältig prüft. Die Dauer dieser Prüfung ist individuell, abhängig vom konkreten Sachverhalt und kann daher einige Arbeitstage dauern.“

Egal wie das Verfahren vor Gericht ausgeht: „Unsere Familie wird nie wieder Geld am Automaten einzahlen“, betont Peter Nisipeanu.

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