Krimitag

Benefizlesung: 782 Euro für die Essener Elterninitiative

Die Akteure des Krimitags (v.l.): H.P. Karr, Klaus-Peter Böttger (Leiter der Stadtbibliothek Essen), Andreas Edelhoff, Mischa Bach, Mike Steinhausen, Birgit Langwieler (Elterninitiative), Gesine Schultz, Almuth Heuner und Arnd Federspiel.

Die Akteure des Krimitags (v.l.): H.P. Karr, Klaus-Peter Böttger (Leiter der Stadtbibliothek Essen), Andreas Edelhoff, Mischa Bach, Mike Steinhausen, Birgit Langwieler (Elterninitiative), Gesine Schultz, Almuth Heuner und Arnd Federspiel.

Foto: Socrates Tassos

Essen.  In der Zentralbibliothek fand der Krimitag der Ruhrgebiets-Autoren statt. Diesmal tauchten die Spannungsspezialisten tief in die Geschichte ein.

Über 782 Euro an Spenden kann sich die Essener Elterninitiative zur Unterstützung krebskranker Kinder freuen: Beim Krimitag am 8. Dezember lasen sechs Ruhrgebiets-Autoren in der Zentralbibliothek Essen für den guten Zweck.

Gleich zu Beginn gab es reichlich Anlass zum Schmunzeln: Andreas Edelhoff ist erst seit kurzem Mitglied beim Stammtisch Ruhr der Autorenvereinigung Syndikat, die den Krimitag alljährlich organisiert. Sogleich wurde er quasi „verhaftet“, aus seinem Erstling „Halbgötterdämmerung“ zu lesen.

Mysteriöse Selbstmorde im Ärzte-Milieu

Darin geht es um angebliche Suizide von Ärzten an Essener Kliniken. Der ermittelnde Kommissar heißt Stefan mit Vornamen und alle nennen ihn nur „Derrick“. Sein Assistent hat keine Ahnung, was das bedeutet – und schon allein daraus ergeben sich viele witzige Momente. Edelhoff, Rettungsdienstler von Beruf und bekennender Ostfriesenkrimi-Fan, überzeugte mit seinem trockenen Humor. Auf die Veröffentlichung seines Romans darf man gespannt sein.

Ein alter Krimi-Hase ist dagegen Mike Steinhausen. Der Polizeibeamte war mehrere Jahre als Zivilfahnder tätig und schreibt erfolgreich Bücher. Sein Roman „Ruhrpiraten“ spielt 1942 im Essener Norden. Im Mittelpunkt steht der Jugendliche Egon Siepmann, dessen Freiheitsliebe den Nazi-Schergen missfällt.

Geschickte Spannungsbögen und Lokalkolorit

Ebenfalls in der Kriegszeit angesiedelt ist Almuth Heuners Kurzkrimi „Schwarzes Erbe“, für den sie in diesem Jahr einen Krimipreis, den „Glauser“, bekam. Sie entführt das Publikum in eine Zechensiedlung, wo harte Sitten herrschen. Der Tod des Bergmanns Karl hinterlässt seine Spuren. Dieser wie auch die anderen Texte überzeugen durch geschickte Spannungsbögen und eine gehörige Portion Lokalkolorit.

Humorvoll wurde es dann noch mal beim „Krimi-Überfallkommando“, bestehend aus H.P. Karr, Mischa Bach und Arnd Federspiel. Das Trio öffnete einen literarischen Adventskalender mit der Story „An Tagen wie diesen“: Gäste einer Imbissbude in der Dortmunder Nordstadt schmieden einen Coup. Doch am Heiligen Abend läuft es anders als gedacht.

8. Dezember – Erinnerung an Friedrich Glauser

Was es mit dem Krimitag eigentlich auf sich hat? Er erinnert am 8. Dezember eines jeden Jahres an den Todestag des unsteten Schweizer Literaten Friedrich Glauser, der mit seinem „Wachtmeister Studer“ den Prototyp des modernen Krimis erschuf. Der Stammtisch Ruhrgebiet der Autorenvereinigung Syndikat hat den Krimitag erstmals 2011 in Essen ausgerichtet. Die Benefizveranstaltung fand u.a. schon mehrfach im Kunsthaus sowie im Schloss Borbeck statt.

Die Zuhörer hatten einen kurzweiligen und spannenden Abend, die zweieinhalb Stunden waren im Nu verflogen. Und die Autoren konnten sich nicht nur über viel Applaus freuen, sondern auch über einen fast leeren Büchertisch und einen gut gefüllten Spendentopf.

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