Sommeraktion

Besuch in Essens Rathaus: Oberbürgermeister empfängt Leser

Zu Besuch beim Oberbürgermeister: Thomas Kufen empfing die Leser und Leserinnen, die sich jetzt das Essener Rathaus anschauten.

Zu Besuch beim Oberbürgermeister: Thomas Kufen empfing die Leser und Leserinnen, die sich jetzt das Essener Rathaus anschauten.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen.  Beim Besuch im Essener Rathaus erfahren die Leser Kurioses über Sessel, Seifenspender und Stadtplanung. Und sie treffen den Oberbürgermeister.

Die Führung startet direkt mit einem herzhaften Lacher: „1964 entschied die Stadt Essen, das damalige Rathaus zu verkaufen. Klingt ja erstmal gut, oder? Nur blöd, dass sie sich keine Gedanken um ein neues Haus gemacht hatten – die nächsten 15 Jahre gab es dann nämlich erstmal kein Rathaus“, erzählt Thomas Glup lachend.

Glup, der Angestellter der Stadtverwaltung und zeitgleich auch Schauspieler im hauseigenen Theater ist, führt rund 20 Leser im Rahmen unserer Sommeraktion mit viel Humor und feiner Ironie durch das Essener Rathaus und verrät einige erstaunliche Dinge, die nicht jeder wissen dürfte.

Essen habe zwar 15 Jahre lang auf sein neues Rathaus warten müssen, sich dafür aber ein Superlativ-Gebäude gegönnt: „Die Rathäuser in Hamburg und Leipzig sind mit ihren Türmen zwar höher, aber diese kann man nicht betreten. Bei uns kann man aber bis auf das Dach steigen und befindet sich dann in 106 Metern Höhe. Wir haben damit das höchste begehbare Rathaus in Europa“, erzählt Glup. Und leitet dann zur nächsten Kuriosität weiter: Auf dem Dach gibt es zwar einen Hubschrauberlandeplatz – aufgrund einer technischen Fehlplanung kann dieser aber nicht genutzt werden.

Der Hubschrauberlandeplatz kann leider nicht genutzt werden

Aber wie sagt man so schön: Besser haben und nicht brauchen, als brauchen und nicht haben? Wobei das Wort „brauchen“ eher durch „nicht zu gebrauchen“ ersetzt werden müsste. Damit würde die Redewendung auch auf eine weitere Besonderheit des 40 Jahre alten Rathauses zutreffen: Das Gebäude verfügt über ein Seifen-System, das die Seife für die Toilettenräume aus dem Keller bis unter das Dach in die Seifenspender schießt – ganze 95 Meter hoch. Allerdings gibt es nur zwei Produkte, die die Rohre nicht verstopfen. „Irgendwann hat jemand die falsche Seife bestellt und prompt funktionierte das System nicht mehr. Jetzt haben wir normale Handseifenspender“, lacht Glup. Und spottet über das Missgeschick, dass „sich damit wenigstens mal etwas im Rathaus bewegt hat – und wenn auch nur die Seife“.

Während der knapp dreistündigen Tour gibt es auch einen kleinen Stopp bei Oberbürgermeister Thomas Kufen, der ebenfalls für den ein oder anderen Lacher bei den Lesern sorgt. Die dunklen Holzwände und der graue Teppichboden in seinem Büro erinnern genauso wie die restlichen Räumlichkeiten des Rathauses noch an den Stil von vor 40 Jahren. „Auch die Möbel sind noch von damals. Nur mein Schreibtisch ist neu“, sagt Kufen und zeigt dabei auf seinen weißen, modernen Tisch mit silbernen Füßen. „Den habe ich übrigens extra vorhin für Sie so drapiert, dass es nach Arbeit aussieht“, scherzt Kufen.

Von der 22. Etage reicht der Blick bis nach Dortmund

Vom OB-Büro aus geht es in den Ratssaal, in dem sämtliche Ratssitzungen abgehalten werden. Die Leser dürfen auf den alten, schwarzen und teilweise schon ziemlich durchgesessenen Ledersesseln Platz nehmen und staunen nicht schlecht, als Glup verrät, dass ein einzelnes Exemplar damals 1500 D-Mark gekostet hat. Man beachte: Der Saal verfügt über 199 der Sessel.

Höhepunkt der Führung ist der Ausblick von der 22. Etage des Rathauses in alle Himmelsrichtungen, bei dem die Leser fleißig ihre Kameras zücken. Vom Oberhausener Gasometer über die Schalker Arena bis hin zum Planetarium in Bochum gibt es einiges zu entdecken. Die Wetterbedingungen lassen sogar den Blick auf den Florianturm in Dortmund zu. „Die Sicht ist fantastisch, hier könnte ich noch ein Weilchen bleiben. Die Führung war wirklich unterhaltsam und informativ. Einfach fantastisch“, freut sich Leser Christian Buchal aus Bergerhausen am Ende.

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