Wirtschaft

BHF-Bank setzt in Essen auf vermögende Kunden

Die Frankfurter Zentrale der BHF-Bank

Die Frankfurter Zentrale der BHF-Bank

Essen. Mit einer neuen Filiale in Essen setzt die BHF-Bank auf vermögende Kunden an Rhein und Ruhr. Von der Region erhofft sich das Kreditinstitut mit Stammsitz in Frankfurt eine Menge Potential.

„Der Großraum Essen ist heute von der Entwicklung, der Potenz der Unternehmerfamilien und der Struktur der Industrie her sehr mit Stuttgart zu vergleichen.“ Der dies für die Ruhrregion aufbauende Urteil fällt, ist ein weltgereister Banker. Folgerichtig hat der frischgebackene Vorstandschef der Frankfurter BHF-Bank Björn H. Robens am Mittwoch denn auch eine Niederlassung in Essen eröffnet. Sein erstes Fazit, nachdem die neue BHF-Mannschaft unter André Weber seit einigen Wochen in der Region tätig ist: „Die Eröffnung in Essen war eine der erfolgreichsten in unserer Unternehmensgeschichte.“

„Wir sind ein Bankhaus, das sich nicht hinten anstellt.“ Der 40-jährige, strategisch denkende Banker erklärt zur Untermauerung seiner Aussage: „Bereits vor fünf Jahren ist die BHF-Bank nach Abu Dhabi gegangen, als die gesamte Karawane noch nach Dubai zog.“ Er würde sich irren, hatte man ihm damals prophezeit. Heute sähe das anders aus. Und: „Mit Essen, mit dem Revier ist das ganz ähnlich. Wenn man sich ansieht, wie viele bedeutende Unternehmerfamilien aus dieser Gegend kommen, wie hoch der Zusammenhalt in diesem Gebiet ist, dann würde ich diese Region als einen ganz klaren „Hidden Champion“, als einen nicht offensichtlichen Spitzenreiter, in Deutschland sehen.“

Im Kunden-Fokus hat die Bank gut situierte Unternehmerfamilien sowie mittlere und große Unternehmen. Die Durchschnittseinlage eines Neukunden liegt bei rund fünf Millionen Euro. Dementsprechend persönlich ist die Betreuung.

„Ich schreibe keine E-Mails, bei mir gilt das gesprochene Wort“

In Robens im Bauhausstil eingerichteten Büro in der Frankfurter Bankzentrale steht ein Flipchart in der Ecke. Einen Computer gibt es nicht. „Für erfolgreiche Netzwerke brauchen wir das Internet nicht - wichtig ist das gesprochene Wort, das Vertrauen aufbaut. Vertrauen aufbauen, das bedeutet für Robens unzählige Flugkilometer, nächtelange Fahrten auf der Autobahn, um persönlich vor Ort zu sein. Der Banker: „Ich schreibe keine E-Mails, bei mir gilt das gesprochene Wort - zu Hause, beim Abendessen oder bei einem Spaziergang; in einer Umgebung, in der man in Ruhe die großen Themen besprechen kann.“

Ganz anders, aber dennoch ins Bild passend, ist Robens Hobby: Boxen. „Dieser Sport hat viel mit Schach zu tun und ist ein hervorragendes Training für Manager. Es gilt über mehrere Etappen einen Schlag vorzubereiten - und dann aber auch den Mut zu haben, eine Sache abzuschließen. Mut und Strategie – ganz wie im Wirtschaftsleben.“

„In der Veränderung hat Deutschland große Chancen“

Und das ändert sich dramatisch. Aber gerade in der Veränderung habe Deutschland große Chancen. Weltweit seien nicht nur deutsche Produkte, sondern auch die sprichwörtliche Verlässlichkeit, die Liefer- und Vertragstreue ein Asset, ein Aktivposten.

Chancen, von denen gerade auch die Unternehmen in der Ruhrregion profitieren könnten. Wie sehr Produkte aus dem Revier im Mittelpunkt stehen können, zeigt die Wahl des Bankers, der am Handgelenk ein selbstgestricktes Freundschaftsband seiner neun Jahre alten Tochter trägt, zur kulinarischen Feier seiner Berufung in den Vorstand der Bank: Da lud er seine engen Mitarbeiter in den „Profi-Grill“ nach Wattenscheid ein – zu Currywurst und Pommes. Da es sich bei den Kollegen aber allesamt um die Berater von millionenschweren Kunden handelt, war die Pommes-Bude mit Bedacht ausgesucht. Schließlich bruzzelt hier ein ehemaliger Drei-Sterne-Koch, der auch schon im Düsseldorfer Nobel-Restaurant Schiffchen hinterm Herd gestanden hat. Irgendwie muss man eben doch Millionärs-Ansprüche mit der Philosophie und dem Herzen des Reviers verbinden.

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