Nahverkehr

Billig-Tickets der Ruhrbahn lösen in Essen Empörung aus

Ab Montag gibt es das Ticket 2000 in Essen deutlich billiger.

Ab Montag gibt es das Ticket 2000 in Essen deutlich billiger.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Stammkunden der Ruhrbahn dürfen die ab Montag deutlich vergünstigten Tickets nicht kaufen. Das löst in sozialen Netzwerken Empörung aus.

Der am Montag startende Sonderverkauf der Billig-Tickets der Ruhrbahn löst bei Dauerkunden Verärgerung und Empörung aus. Denn von den bis zu 50 Prozent günstigeren Angeboten für Abo-Monatskarten, 30-Tage-Tickets und Firmentickets profitieren ausschließlich neue Fahrgäste. Die Stammkunden gehen leer aus. Das hat bereits zu Beschwerden in den sozialen Medien und auch zur Kritik auf der Facebook-Seite der Ruhrbahn geführt.

„Schade, dass nur Neukunden belohnt werden“, schreibt eine Kundin. Derzeit müsse sie monatlich über 150 Euro für Tickets in ihrer Familie zahlen. „Ich bin schon am Überlegen, mir für das Geld ein Auto anzuschaffen.“ Ein anderer Fahrgast beschwert sich, dass das Ticket 2000 nicht übertragbar ist. Diese Sperre hat die Ruhrbahn speziell deshalb eingebaut, damit Altkunden nicht über Umwege doch an vergünstigte Tickets kommen.

Kunden bezeichnen Rabatt-Aktion als „unverschämt“

Das löst bei dem ein oder anderen auch Verwunderung aus: „Jeder, der das Auto stehen lässt, trägt seinen Teil dazu bei, die Umwelt zu entlasten“, heißt es dazu in einem Beitrag. Unverständlich sei auch, dass das Angebot auf die Stadt Essen beschränkt bleibt. So würden Pendler, die aus einer anderen Stadt kommen, nicht auf Bahn und Bus umsteigen. Noch kritischere Stimmen im Netz geißeln die Schnäppchen-Aktion gar als „sehr unverschämt“ oder als „Schlag ins Gesicht“ der Altkunden.

Die Ruhrbahn verteidigt sich. „Wir müssen uns exakt an den Förderrichtlinien des Zuschussgebers orientieren“, betont Nils Hoffmann, Leiter für Marketing und Kommunikation. Das Bundesumweltministerium hat die Zusage für vier Millionen Euro Zuschuss nur unter der Bedingung gegeben, dass das Geld ausschließlich dafür verwendet wird, Autofahrer (also Neukunden) zum Umsteigen auf Bahn und Bus zu bewegen.

Rückgänge bei den Essener Abo-Kunden

Dieses Projekt ist ein wesentlicher Bestandteil des Lead-City-Programmes, mit dem Essen für bessere Luft sorgen soll, um Diesel-Fahrverbote zu verhindern.

Mit der bis 2020 befristeten Aktion will die Ruhrbahn auch heraus- finden, ob der seit längeren beobachtete Verlust von Abos im Zusammenhang mit den kontinuierlichen Preiserhöhungen steht. „Auf jeden Fall wollen wir gegensteuern und die Rückgänge jetzt ausgleichen“, betont Hoffmann. Der Verkehrsbetrieb hat heute im Vergleich zu 2012 insgesamt 12.400 weniger Ticket 1000/2000-Kunden.

>>VERKAUF STARTET AM MONTAG

Ab Montag können stark vergünstigte Abo-Karten (Ticket 1000 und 2000) online oder in den Kunden-Centern der Ruhrbahn am Hauptbahnhof und am Berliner Platz bestellt werden. Das Angebot ist limitiert.

Die Ruhrbahn hat für diese Aktion eine Website freigeschaltet. Weitere Infos unter: jetztwechseln.ruhrbahn.de

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