Straßenverkehr

Anwohner in Essen-Frohnhausen stört Schleichverkehr zur A 40

Eng und nur in Richtung A 40 zu befahren ist die Wiesbadener Straße in Frohnhausen. Anwohner beklagen den starken Verkehr aus anderen Stadtteilen besonders im morgendlichen Berufsverkehr.

Eng und nur in Richtung A 40 zu befahren ist die Wiesbadener Straße in Frohnhausen. Anwohner beklagen den starken Verkehr aus anderen Stadtteilen besonders im morgendlichen Berufsverkehr.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Frohnhausen.  Im Berufsverkehr in Richtung A 40 ist die Wiesbadener Straße in Essen-Frohnhausen stark belastet. Ein Anwohner möchte die Einbahnstraße umkehren.

In der Wiesbadener Straße in Frohnhausen hat es in der vergangenen Woche geknallt: An der Ecke Lübecker Straße wurde ein geparkter Kleinwagen kräftig eingedötscht. Ärgerlich für die Halterin: Der Unfallfahrer flüchtete unerkannt. Das ist auf Aushängen an den Straßenlaternen nachzulesen.

In Essen-Frohnhausen soll der Schleichverkehr raus aus der schmalen Straße

Die Wiesbadener Straße ist schmal, mit Mehrfamilienhäusern und Parkstreifen auf beiden Seiten und keinem Raum für Radfahrer. Anwohner wie Stefan Nierfeld (60) ärgern sich bereits seit langem über den starken Verkehr, der besonders in den Morgenstunden in Richtung A 40 rollt. Sie bitten darum die Stadtverwaltung, den Verkehr in ihrem Wohngebiet komplett umzuleiten – sprich: Die Einbahnstraßen in der Wiesbadener- und in der nahen Kasseler Straße umzukehren.

Stefan Nierfeld schreibt in einem Antrag an die Bezirksvertretung: „Dies wäre effektiv, leicht und kostengünstig umsetzbar und wurde in der Vergangenheit bei Straßenbaumaßnahmen schon erfolgreich praktiziert.“ Zusätzlich könnten beide Straßen als Zone 30 und „Anwohnerstraße“ ausgewiesen werden.

Bei der Straßenverkehrsbehörde stoßen diese Forderungen allerdings auf wenig Gegenliebe, und zwar „in Abstimmung mit der Polizei und dem Straßenbaulastträger“, wie es in der Stellungnahme für die Bezirksvertretung III heißt.

Aktuelle Regelung hat sich nach Ansicht der Stadt bewährt

Denn die aktuelle Regelung habe „sich durchaus bewährt und eine Umkehrung der Verkehrsführung wäre keinesfalls unproblematisch“, sagt die Behörde. Vor 13 Jahren habe die Stadt die Verkehrsführung mal geändert, doch den Versuch nach „etlichen massiven Bürgerbeschwerden“ nach einem halben Jahr wieder rückgängig gemacht.

Eine Behauptung, deren Wahrheitsgehalt Stefan Nierfeld anzweifelt: „So lange ich die Quellen nicht gesehen habe, glaube ich das nicht.“ Er könne sich nicht an eine Umfrage unter den Anwohnern der Wiesbadener Straße erinnern. Das Ergebnis wäre vielleicht auch anders ausgefallen, denn „als die Einbahnstraße umgedreht wurde, gab es eine signifikante Entlastung der Wiesbadener Straße“, weil sie „von deutlich mehr Menschen aus dem gesamten umliegenden Stadtteil wie unteres Frohnhausen bis zur Grenze Schönebeck als Abkürzung zur A 40 genutzt als von den Anwohnern“ werde.

Die Straßenverkehrsbehörde bestreitet nicht, dass die Umkehrung der Einbahnstraße die Anwohner „etwas entlasten“ würde, dafür werde es aber zu einer „deutlichen nicht akzeptablen Verkehrsführung gerade auch auf der Lübecker Straße“ kommen. Hier sei zudem mit der Theodor-Fliedner-Schule ein „sensibler Bereich“. Außerdem würde „eine möglichst gleichmäßige Verkehrsverteilung im gesamten Wohnquartier unterlaufen“.

Und weil trotz des starken Verkehrs keine Unfälle mit Verletzten registriert wurden, spricht sich die Straßenverkehrsbehörde gegen die Umkehrung der Einbahnstraße aus.

Von Tempo 30, Sperrung für Schwerlastverkehr und Einrichtung einer Anwohnerstraße, wie Stefan Nierfeld ebenfalls vorschlägt, hält die Stadt auch nichts.

Gegen Fahrradstellplätze hat die Stadt keine Einwände

Nur in einem Punkt kommt sie den Anwohnern entgegen. Denn diese möchten vor ihrer Haustür lieber Fahrräder statt ein Auto parken lassen. „Denn im oberen Bereich Wiesbadener-/Kasseler Straße gibt es bislang keine Möglichkeit, Fahrräder abzustellen. Der Bürgersteig eignet sich nicht, weil dort viele Schulkinder entlanglaufen und es gegebenenfalls auch gar nicht erlaubt ist“, begründet Stefan Nierfeld.

Die Stadt steht hier auf seiner Seite: Statt eines Autos fänden sechs Fahrräder Platz. Fahrradboxen würden aber nur an wichtigen ÖPNV-Haltestellen aufgestellt. An der Planung und Kostenermittlung würde sie sich beteiligen. Von der Kostenübernahme ist aber nicht die Rede...

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