Radverkehr

Essenerin lädt Frauen zu speziellen Fahrradtouren ein

Möchte Brücken bauen für Radfahrer: Claudia Harfst, Frauenbeauftragte des ADFC Essen und Fahrradbeauftragte im Stadtbezirk III, setzte sich für die Belange von Radfahrern ein.

Möchte Brücken bauen für Radfahrer: Claudia Harfst, Frauenbeauftragte des ADFC Essen und Fahrradbeauftragte im Stadtbezirk III, setzte sich für die Belange von Radfahrern ein.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Claudia Harfst ist nicht nur Fahrradbeauftragte im Stadtbezirk III, sondern auch Frauenbeauftragte des ADFC. Sie bietet spezielle Radtouren an.

Essen-Frohnhausen. Geht es um die Belange von Radfahrern, dann kann Claudia Harfst energisch in die Pedale treten – bildlich gesehen. Als Fahrradbeauftragte der Bezirksvertretung III mischt sie sich seit zwei Jahren in die Beratungen ein und nimmt auch deutlich Stellung. Aber sie kann es auch entspannt angehen – wie auf den Fahrradtouren für Frauen, die sie jetzt im zweiten Jahr anbietet.

Essen soll nicht auf Fördergelder für Radverkehr verzichten

In der Diskussion um die Fahrradstraßenachse vom Südviertel über Holsterhausen nach Frohnhausen sagte Claudia Harfst deutlich ihre Meinung. Dass hierfür eine halbe Million Euro ausgegeben werden soll, sieht sie kritisch – weil es weniger um das Wohl von Radfahrern gehe, sondern um die Vermeidung eines Fahrverbots für Diesel-Autos. Gleichwohl stimmte sie zu, damit die Fördergelder dem Radverkehr nicht verloren gehen.

Die Förderung des Radverkehrs – das ist Claudia Harfsts großes Ziel. Das fängt in der Bezirksvertretung mit der Absenkung von Bordsteinen an und hört bei der Freigabe von Einbahnstraßen für Radfahrer in der entgegengesetzten Richtung nicht auf.

15.000 Unterschriften für den Rad-Entscheid sind das Ziel

„Das sind die kleinen Sachen“, ordnet es Claudia Harfst ein. Größer ist da schon der „Rad-Entscheid Essen“, für den sich die 65-jährige ehemaligen Lehrerin ebenfalls einsetzt. Bis 2035, das hat im vergangenen Jahr der Rat der Stadt beschlossen, sollen die Menschen zwischen Karnap und Kettwig 331.000 Fahrten mehr als heute mit dem Drahtesel absolvieren. „Doch herbeireden, wie Herr Kufen das macht, geht nicht“, bemängelt sie.

Deshalb sammelt sie in der „Initiative Rad-Entscheid Essen“ Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Knapp 15.000 müssen es in diesem Jahr werden, damit sich die Volksvertreter mit den Zielen beschäftigen müssen. Auf der Forderungsliste stehen etwa ein durchgängiges Netz für den Alltagsradverkehr, sichere Radverkehrsführung an Knotenpunkten (Kreuzungen), attraktive Nebenstraßen, sichere, einheitlich gestaltete Radwege an Hauptstraßen und geschützte Radspuren.

Fahrradtouren für Radfahrerinnen starten am Bistro „Radmosphäre“

Dass die Gegenwart für Radfahrer noch anders aussieht, hält Claudia Harfst nicht davon ab, jetzt auch Fahrradtouren für Frauen anzubieten. Die ersten Versuche im vergangenen Sommer waren erfolgreich, als sich rund 30 Frauen – und einige, wenige Männer – gemeinsam auf den Weg zum Ringlokschuppen in Mülheim machten. Auch im Spätherbst konnten sich 13 Radlerinnen motivieren, gemeinsam auf der Wasserroute durch Essen zu fahren.

Ausgangspunkt ist in diesem Jahr nun das Bistro „Radmosphäre“ am Niederfeldsee, Uferpromenade 1. Am Sonntag, 2. Februar, laden Claudia Harfst und ihre Mitorganisatorin Bernhild Aßmann um 15 Uhr zu einem ersten Treffen ein. „Wir möchten dann Ideen und Vorschläge sammeln für weitere Touren. Dass eine Teilnehmerin zum Beispiel ihren eigenen Stadtteil präsentiert, finden wir eine verlockende Idee“, nennt Bernhild Aßmann ein gutes Beispiel.

Die Touren finden dann ab März immer am letzten Sonntag sowie am letzten Mittwoch eines Monats statt.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben