Emscher-Umbau

In Essen-Bochold sorgt Bach-Umbau für viele Behinderungen

Das Eingangstor führt am Mittwoch, 12. Februar 2020 auf den Spielplatz zwischen Erdwegstraße und Steegstraße in Essen Bochold. Der Spielplatz muss einer Bachbaustelle weichen. Foto: Klaus Micke / FUNKE Foto Services

Das Eingangstor führt am Mittwoch, 12. Februar 2020 auf den Spielplatz zwischen Erdwegstraße und Steegstraße in Essen Bochold. Der Spielplatz muss einer Bachbaustelle weichen. Foto: Klaus Micke / FUNKE Foto Services

Foto: Klaus Micke / FUNKE Foto Services

Essen-Bochold.  Der Umbau des Berne-Systems erreicht jetzt auch Essen-Bochold. Bis Ende 2023 müssen die Anwohner mit viele Einschränkungen rechnen.

Die Zahlen und Daten sind gewaltig, doch Ingenieurin Bettina Gruber listete sie jetzt in aller Gelassenheit in der Bezirksvertretung IV Borbeck auf. Investitionen von 460 Millionen Euro, 25 Kilometer Abwasserkanäle, 46 Schächte, dazu Straßensperrungen, Kampfmittelsuche, Baumfällungen – das alles in 40 Monaten Bauzeit in Bochold, Borbeck und weiteren Teilen des Essener Nordens. Doch für Bettina Gruber ist das Alltag, Die 51-Jährige arbeitet bereits seit 20 Jahren bei der Emschergenossenschaft. Von Beginn an war die Planung für den Umbau des Berne-Systems ihr Projekt, auch wenn sie zwischenzeitlich an Gewässerprojekten in Dortmund, Lünen und Datteln arbeitete.

Baustellen in Essen-Bochold werden den Stadtteil belasten

Den Umbau des „Borbecker Mühlenbachs Unterlauf“ wird die Menschen links und rechts der Bottroper Straße die nächsten Jahre beschäftigen. Von den 25 Kilometern Abwasserkanälen, die die Berne vom schmutzigen Wasser befreien sollen, sind acht Kilometer fertig. An der Jahnstraße nahe dem Niederfeldsee wird schon seit zwei Jahren hart gearbeitet, weitere 2800 Meter lange Kanäle müssen bis zum Sulterkamp verlegt werden, die dort in die Berne münden.

Bettina Gruber kündigt insgesamt 25 Regenwasserbehandlungsanlagen an, von denen bisher fünf fertig sind, 20 Kilometer Gewässer müssen umgestaltet werden, davon sind bisher zwei fertig. Daran lässt sich schon erkennen, dass das Ziel nicht erreicht wird, die Emscher bis Ende nächsten Jahres abwasserfrei zu bekommen. Deshalb werde es ein Provisorium am Sulterkamp geben, kündigt die Ingenieurin an.

Bauarbeiten beginnen mit der Bombensuche

Die Emschergenossenschaft teilt die Arbeiten in zwei Baulose ein. Zunächst beginnt sie im September zwischen Jahnstraße und Bergmühle, um dann in Richtung Bocholder Straße fortzufahren. Die Bushaltestelle Roggenstraße wird verlegt, der Radweg entlang des Bachlaufs gesperrt. Auch der Bolzplatz an der Bergmühle ist betroffen: Er muss während der Bauphase verkleinert werden.

Der Kleinkinderbereich auf dem Spielplatz an der Steegstraße wird zudem verlegt, was besonders eine Tagesmutter betrifft, die hier nahezu täglich die von ihr betreuten Kinder spielen lässt. Das berichtete die Kinderbeauftragte Erika Küpper. Bettina Gruber konnte sie jedoch beruhigen, dass der verlegte Spielbereich nicht mit der gern von Hundebesitzern genutzten Wiese in Berührung kommen werde. Eine ausreichend hohe Bepflanzung werde beide trennen.

Spielplatz an Steegstraße wird geschlossen

Auf der Erdwegstraße sowie der Zinkstraße sowie später auf der Carolus-Magnus- und der Cathostraße müssen die Anwohner mit teilweisen Sperrungen rechnen, auch die Straßenbahnlinien 101 und 106 werden beeinträchtigt. Einzelheiten sollen die Anwohner rechtzeitig auf Informationsabenden erfahren.

Die Stadtwerke Essen (SWE) sind zwischen Erdwegstraße und Bergmühle-West an drei Bauabschnitten federführend. Schon jetzt müssen sich die Kinder und Jugendlichen darauf einrichten, dass der Spielplatz Erdwegstraße der Baustelle weichen muss.

Das gesamte Konzept werden die Emschergenossenschaft gemeinsam mit den Stadtwerken Essen (SWE) mit Grün und Gruga, der Kinderbeauftragten und der Spielplatzpatin abstimmen.

Bevor die Arbeiten beginnen, muss noch nach Kampfmitteln gesucht werden. Hierfür ist ein Zeitraum zwischen März und August vorgesehen. Der erste Abschnitt (Los 1) soll Ende 2022 abgeschlossen sein, kündigte die Planerin an.

Mit dem Los 2 möchte die Emschergenossenschaft Anfang 2023 beginnen. Sie hofft, es bis zum Jahresende fertiggestellt zu haben.

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