Ausstellung

„Waschbrett und Muckefuck“: Ausstellung in Borbeck

Männer hatten früher in der Waschküche nichts verloren. Trotzdem lassen es sich Jürgen Raudczus, Andreas Koerner, Heinz Schulze, Udo Kühn und Heinz-Werner Kreul (v.l.) nicht nehmen, fürs Foto unter der Wäscheleine zu posieren. Das Team hat gemeinsam die Ausstellung aufgebaut.

Männer hatten früher in der Waschküche nichts verloren. Trotzdem lassen es sich Jürgen Raudczus, Andreas Koerner, Heinz Schulze, Udo Kühn und Heinz-Werner Kreul (v.l.) nicht nehmen, fürs Foto unter der Wäscheleine zu posieren. Das Team hat gemeinsam die Ausstellung aufgebaut.

Foto: Socrates Tassos

Essen-Borbeck.   Alte Cuesterey in Borbeck zeigt in der Schau „Waschbrett und Muckefuck“ Alltagsgegenstände zum Anfassen. Alle stammen aus dem 20. Jahrhundert

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„Die Aktentasche dort, die stammt von mir. Die hat mir meine Mutter 1963 zum Gesellenbrief geschenkt“, sagt Heinz Werner Kreul und zeigt auf eine abgeschabte braune Ledertasche mit goldenem Verschluss. Die Tasche liegt in einer Vitrine zwischen allerlei alltäglichen Gegenständen, die allesamt aus dem vergangenen Jahrhundert stammen. So wie die hölzerne Taubenuhr, der Klapptoaster, der Teppichklopfer, der Emaille-Nachttopf oder die hölzerne Miele-Waschmaschine mit Schleuderfunktion.

All das und noch viel mehr schlummerte jahrelang im Lager des kultur-historischen Vereins. Irgendwann stieß Kreul auf die Sachen, sichtete sie und hatte sofort die Idee für eine kleine historische Ausstellung. „Für mich war der Fund wie ein versteckter Schatz“, sagt er, „das hat mir großen Spaß gemacht, ihn zu heben.“

Der 73-Jährige gehört seit zehn Jahren zu den aktiven Mitgliedern des kultur-historischen Vereins in Borbeck und befasst sich am liebsten mit Geschichten und Geschichte. Der Urborbecker kann zu fast jedem der Exponate, die im ersten Geschoss der Alten Cuesterey gezeigt werden, etwas erzählen. „Viele kenne ich ja noch aus meiner Kindheit.“ Die Fundstücke haben er und sein Team, das beim Transport und Aufbau kräftig mitgeholfen hat, nach Themen geordnet.

Poesiealben von der Ehefrau

Da gibt es die Spielzeugecke mit alten verstellbaren Rollschuhen, Puppenwagen und Karussell, die Kochvitrine mit allerlei Utensilien wie Quirl und Waffeleisen und die Hygieneecke mit Waschschüssel, Jaucheeimer, Schrubber und Toilettenpapier Auch mit bunten Fillipchen verzierte Poesiealben („von meiner Frau“) und alte Schulhefte, gefüllt mit Diktaten, finden sich hier.

„Das Schöne daran ist: Man darf fast alles anfassen“, sagt Kreul und hebt als Beispiel ein gusseisernes Bügeleisen in die Höhe, das zu Urgroßmutters Zeiten mit glühenden Kohlen bestückt wurde.

Deshalb eigne sich die Ausstellung auch besonders für Vorschulkinder, Schulklassen und sonstige Gruppen. „Da hoffe ich auf viele Anmeldungen.“ Heinz Werner Kreul selbst will während der dreiwöchigen Ausstellung, der er den passenden Titel „Waschbrett und Muckefuck“ gegeben hat, anwesend sein und lässt es sich nicht nehmen, die Besucher persönlich herumführen.

Hausgebetbuch und Musiktruhe

Ein besonderes Highlight ist dabei das klassische Wohnzimmer aus den 1950er Jahren: mit hochgepolstertem rotem Sofa, einem Schwarz-Weiß-Fernseher, einer Musiktruhe und dem Hausgebetbuch auf dem Tisch lässt sich erahnen, wie die Wirtschaftswunderzeit langsam das Leben in den Familien verändert hat. Klar kommen da auch immer wieder mal nostalgische Gefühle bei Heinz werner Kreul auf. „Aber wenn ich richtig darüber nachdenke, dann wünsche ich mir diese Zeit nicht mehr zurück.“

Info:

Die Ausstellung in der Alten Cuesterey, Weidkamp 10, startet am 24. Februar und dauert drei Wochen. Sie ist immer nachmittags ab 15 Uhr oder nach Absprache geöffnet.

Schulklassen und Gruppen sind willkommen und können sich bei Heinz Werner Kreul persönlich anmelden: 680604. Infos: www.khv-borbeck.de

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