Städtische Töchter

Chef der Entsorgungsbetriebe räumt vorzeitig seinen Platz

Nach nicht einmal vier Jahren macht Uwe Unterseher-Herold an der Spitze der Entsorgungsbetriebe Essen seinen Platz frei.

Nach nicht einmal vier Jahren macht Uwe Unterseher-Herold an der Spitze der Entsorgungsbetriebe Essen seinen Platz frei.

Foto: Foto: Kerstin Kokoska / FFS

Essen.  Acht Monate vor Auslaufen seines Vertrages verlässt Uwe Unterseher-Herold seinen Chefposten bei der EBE. Die Suche nach einem Nachfolger beginnt.

Sein Vorgänger im Amte, Klaus Kunze, wurde nach 14 Jahren regelrecht aus dem Amt gefegt. So weit wollte es Uwe Unterseher-Herold dann doch nicht kommen lassen: Der von städtischer Seite benannte Geschäftsführer der Entsorgungsbetriebe Essen (EBE) hat vor wenigen Tagen seinen Geschäftsführer-Posten geräumt – ganze acht Monate vor dem offiziellen Auslaufen des Vertrages im Mai 2020.

Denn eine sprichwörtliche „lame duck“, eine „lahme Ente“ in seinem Job zu sein, das wollte sich der Waltroper Entsorgungs-Fachmann, der 2015 von Gelsenkirchen nach Essen gekommen war, dann doch nicht antun. Beim Aufsichtsrat fand er dafür offenbar Verständnis: Das Gremium stellte ihn nach der jüngsten Sitzung mit einem einstimmigen Votum umgehend frei.

Eine Findungskommission bestimmt, wer nachfolgt

Als neuer „Besen“, die ja bekanntlich gut kehren, hatte Unterseher-Herold die Problemstellen bei den skandalumwitterten EBE entsorgen sollen. Doch der Mittfünfziger litt in seinem Job mehr als dass er die Chance ergriff zu gestalten, war monatelang krank und schaffte es wohl auch nicht, die in Teilen vergiftete Atmosphäre bei dem zu 51 Prozent städtischen und zu 49 Prozent dem Remondis-Konzern zugehörigen Unternehmen zu heilen. Als klar wurde, dass eine Vertragsverlängerung kaum in Frage kam, räumte Unterseher-Herold freiwillig das Feld.

Wer ihm auf dem städtischen Geschäftsführer-Posten nachfolgen soll, ist noch nicht ausgeguckt. Wie der Aufsichtsrats-Vorsitzende der EBE, SPD-Fraktionsgeschäftsführer Roman Brüx, auf Anfrage bestätigte, soll sich eine Findungskommission mit der Personalie befassen. Es gilt als wahrscheinlich, dass sich die große Rats-Koalition aus SPD und CDU nicht allein „hausintern“ umschaut, sondern bei der Suche nach einem neuen Co-Chef einen Personaldienstleister einschaltet. Bis dahin bleibt der von Remondis entsandte Stephan Tschentscher einziger Geschäftsführer an der EBE-Spitze.

Leserkommentare (0) Kommentar schreiben