Weihnachtsmarkt

City Essen: Erster Weihnachtsbaum steht - Plastiktanne folgt

Ein Blickfang war die Plastiktanne schon, als sie im November 2018 auf dem Essener Willy-Brandt-Platz aufgestellt wurde. Dann hagelte es Kritik an dem künstlichen Baum, bevor er schließlich zum Selfie-Star avancierte.

Ein Blickfang war die Plastiktanne schon, als sie im November 2018 auf dem Essener Willy-Brandt-Platz aufgestellt wurde. Dann hagelte es Kritik an dem künstlichen Baum, bevor er schließlich zum Selfie-Star avancierte.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Auf dem Essener Kennedyplatz steht seit Beginn der Herbstferien ein Weihnachtsbaum. Die berühmte Plastiktanne folgt später.

Wer dieser Tage durch die Essener Innenstadt bummelt, kann dabei schon auf den ersten Weihnachtsbaum stoßen: Er ist 15 Meter hoch, wurde im Sauerland gekauft und steht nun auf dem Kennedyplatz. Auf dem Willy-Brandt-Platz aber soll auch in diesem Jahr wieder jene Plastiktanne platziert werden, die im vergangenen Jahr eine gemischte Premiere erlebte.

Zunächst ärgerten sich viele Essener über den Bruch mit der Tradition: Schließlich war am Eingang zur City viele Jahre lang ein Tannenbaum aufgestellt worden, der jeweils von einem Essener Gartenbesitzer gespendet worden war. Fällung und Abtransport übernahm die Essen Marketing Gesellschaft (EMG) als Veranstalter des Weihnachtsmarktes. Doch im Jahr 2017 hatte der Tannenbaum beim Transport so gelitten, dass er als „Deutschlands hässlichster Tannenbaum“ von sich reden machte.

Ungeliebte Plastiktanne mauserte sich zum Selfie-Star

Die EMG wies außerdem darauf hin, dass der Transport des Baumes von Jahr zu Jahr aufwendiger und teurer geworden sei. Mit dem elf Meter hohen, illuminierten Kunststoffbaum wolle man neue Wege gehen. Zur Grünen Hauptstadt passe ein künstlicher Baum überhaupt nicht, monierten Kritiker. Andere vermissten Tannennadelgeruch und Weihnachtsflair. Doch im Laufe des Weihnachtsmarktes mauserte sich der Kunstbaum zum beliebten Selfie-Motiv, Essens Tanne wurde Instagram-Star.http://funke-cms.abendblatt.de:8080/webservice/thumbnail/article/216043801

Keine Frage also, dass die Plastiktanne auch in diesem Jahr an ihren prominenten Standort auf dem Willy-Brandt-Platz zurückkehrt. „Wir haben von Anfang an darauf vertraut, dass sich dieser Baum etablieren wird“, sagt EMG-Sprecherin Ina Will. Und so hatte man die künstliche Tanne nicht etwa ausgeliehen, sondern gleich gekauft.

Die Rufe nach einem „echten Tannenbaum“ seien im vergangenen Jahr im Verlauf des Weihnachtsmarktes leiser geworden. „Aber warum sollte man nicht beides haben?“, sagt Ina Will. Und so wird mit der Tanne aus dem Sauerland nun erstmals ein großer Weihnachtsbaum auf dem Kennedyplatz stehen. Dass dieser schon zu Beginn der Herbstferien aufgestellt wurde, habe logistische Gründe: Da der Kennedyplatz dicht mit Verkaufsständen belegt werde, sei es nicht möglich, den Baum erst kurz vor Beginn des Weihnachtsmarktes dort per Lkw anliefern zu lassen.

Die rote Nase von Rentier Rudolph leuchtet bei Berührung

Ein weiterer natürlicher Tannenbaum von immerhin 13 Meter Höhe ist von Schausteller Albert Ritter gestiftet worden und soll Ende Oktober auf dem Kardinal-Hengsbach-Platz aufgestellt werden. Also just an jenem Platz, den Ritter mit seinem Feuerwald bespielt. Weitere 108 kleinere Tannen werden über den gesamten Weihnachtsmarkt verteilt, der am 15. November 2019 eröffnet werden soll.

Als weitere Neuerungen kündigt Ina Will zum einen eine begehbare Christbaumkugel an, die schon mit Beginn der Lichtwochen (3. November 2019) vor dem Grillo-Theater stehen wird. Mit dem Start des Weihnachtsmarktes folgen dann noch zwei weitere neue Lichtinstallationen: Vor der Marktkirche nimmt ein ein überdimensionaler, leuchtender Teddybär samt Weihnachtsbriefkasten Platz und auf dem Willy-Brandt-Platz wartet das Rentier Rudolph: Berührt man seine rote Nase, leuchtet sie auf. Gut möglich, dass die Plastiktanne als Fotomotiv Konkurrenz bekommt.

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