Arbeitsmarkt

Corona: Arbeitslosenzahl in Essen steigt nicht mehr so stark

Die Essener Agentur für Arbeit am Berliner Platz in Essen.

Die Essener Agentur für Arbeit am Berliner Platz in Essen.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen.  Im Juni ist die Arbeitslosigkeit in Essen weiter gestiegen. Allerdings gibt es einen leichten Hoffnungsschimmer.

Die Corona-Krise am Arbeitsmarkt in Essen flaut etwas ab. Im Juni stieg zwar die Arbeitslosigkeit weiter an, allerdings nicht mehr so stark wie in den Monaten April und Mai. „Es ist ein insgesamt leicht ermutigendes Zeichen insbesondere vor dem Hintergrund, dass im Juni wieder mehr Menschen als in den Vormonaten Arbeit aufgenommen haben“, betonte Andrea Demler, Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Essen. Sie warnte aber gleichzeitig: „Von Normalität am Arbeitsmarkt sind wir in Essen noch ein großes Stück entfernt. Saisonal wäre es üblich, dass die Arbeitslosigkeit im Juni abnimmt.“

Nach den am Mittwoch veröffentlichten Zahlen waren im Juni in Essen 34.640 Menschen arbeitslos gemeldet. Das waren 728 Männer und Frauen mehr als im Mai. Die Arbeitslosenquote kletterte um 0,2 Punkte auf 11,4 Prozent. Im Mai war sie noch um 0,3 Punkte gestiegen, im April sogar um 0,9 Prozentpunkte.

Kurzarbeit nimmt weiter zu

Weiterhin verhindert die Kurzarbeit Schlimmeres am Arbeitsmarkt. So haben im Juni weitere 133 Unternehmen Kurzarbeit angemeldet. Damit nutzen 5280 Betriebe die staatliche Unterstützung, um ihre Mitarbeiter zu halten. „Wir spüren deutlich, dass die Betriebe in Essen jede Möglichkeit nutzen“, so Demler.

Auch eine aktuelle Umfrage der Industrie- und Handelskammer Essen (IHK) zeigte in dieser Woche, wie massiv die Unternehmen der Region Kurzarbeit nutzen: Mehr als jeder zweite Betrieb hat das Kurzarbeitergeld beantragt. Allerdings glauben auch viele Unternehmen, dass sie in den nächsten Monaten dennoch Personal abbauen müssen. 31 Prozent der befragten Firmen befürchten dies.

Entsprechend zurückhaltend sind die Unternehmen weiterhin bei Neueinstellungen. So wurden der Arbeitsagentur im ersten halben Jahr 25,5 Prozent weniger Arbeitsstellen gemeldet als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Aktuell gibt es 2900 offene Stellen. Vor allem in den Gesundheitsberufen wird derzeit mehr Personal gesucht als vor der Krise.

IHK-Umfrage zeigt: Wirtschaft bleibt skeptisch

So schnell dürfte sich die Lage am Arbeitsmarkt wohl auch nicht bessern. Wie die IHK-Umfrage ergab, rechnet nur jeder fünfte Unternehmer damit, dass die Geschäfte wieder normal wie vor der Krise laufen. 38 Prozent glauben, dass das erst im kommenden Jahr so sein wird.

Vor diesem Hintergrund begrüßt die IHK das jetzt beschlossene Konjunkturpaket der Bundesregierung. „Es ist von immenser Bedeutung, dass es zu keiner weiteren Infektionswelle mit flächendeckendem Lockdown kommt. Die Nachfrage braucht neuen Schwung, damit die Wirtschaft auf den Pfad der Erholung kommen kann. Nur so kann es gelingen, dass die Betriebe ihr Personal halten können“, betonte IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Püchel.

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