Denkmal

Das Denkmal Bahnhof Süd steht vor einer ungewissen Zukunft

Im Herbst läuft der Pachtvertrag für die Gaststätte aus. Eigentümer Thomas Draheim will den Bahnhof Süd verkaufen, ist aktuell im Gespräch mit Interessenten. Unklar ist, was aus der Brücke und dem rechten Gebäude wird.

Im Herbst läuft der Pachtvertrag für die Gaststätte aus. Eigentümer Thomas Draheim will den Bahnhof Süd verkaufen, ist aktuell im Gespräch mit Interessenten. Unklar ist, was aus der Brücke und dem rechten Gebäude wird.

Foto: Knut Vahlensieck

Essen-Südviertel.   Der Pachtvertrag für die Gastronomie läuft in diesem Jahr aus, der Eigentümer Thomas Draheim möchte seinen Teil des Gebäudes verkaufen.

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Kaum ein Gebäude prägt das Südviertel so sehr wie sein Bahnhof: Nicht nur die für seine Ursprungszeit typische Architektur von 1914 gibt dem Bahnhof Süd den Charakter eines Wahrzeichen. Es sind auch die Erinnerungen an legendäre Partynächte und Konzerte, die ihn nicht nur auf dem Papier zum Denkmal machen. Dennoch steht der zusehends verfallende Bau vor einer ungewissen Zukunft.

So läuft der Pachtvertrag für den gastronomisch genutzten Teil des Gebäudes im Herbst aus: „Der sanierungsbedürftige Zustand ist zumindest nicht förderlich, um den Vertrag zu verlängern“, sagt Pächter Holger Walterscheid, auch bekannt als Betreiber des Seaside Beach am Baldeneysee. Er hatte den Gastronomiebetrieb Ende 2012 von Thomas Draheim übernommen, der die Gaststätte 25 Jahre lang führte und noch immer Eigentümer des einst als Bahnhofshalle genutzten Gebäudeteils ist.

DB Netz AG gehört auch ein Teil des Gebäudes

1987 kaufte Thomas Draheim das Haupthaus von der Deutschen Bahn – nun will er es wieder veräußern. „Zurzeit laufen Gespräche mit potenziellen Kaufinteressenten“, teilt er auf Anfrage mit. Nähere Angaben über eine künftige Nutzung könne er also noch nicht machen.

Gleiches gilt für die Verbindungsbrücke und das turmähnliche Nebengebäude, deren Eigentümerin die DB Netz AG ist, eine Tochter der Deutschen Bahn. Zunächst dauerte es Monate, bis die Deutsche Bahn intern klären konnte, welche Gesellschaft überhaupt für das Gebäude zuständig ist.

Als die mit der DB Netz AG ausgemacht war, nahmen die Essener Denkmalschützer Kontakt auf: Bei einem gemeinsamen Gesprächstermin im Herbst suchten alle Beteiligten Wege, den Verfall aufzuhalten: Schließlich sind Eigentümer von Baudenkmälern verpflichtet, diese instand zu halten. In einem ersten Schritt wurden die Zugänge zu dem leerstehenden Gebäudeteil verriegelt. Auch die völlig vermüllten Räume seien gereinigt worden, heißt es auf Anfrage bei der Bahn. „Die Gespräche mit dem Essener Denkmalamt laufen“, so ein Bahnsprecher.

Sanierungspläne liegen noch nicht vor

Beim Denkmalamt liegen noch keine Sanierungspläne vor. Die besondere Schwierigkeit liege in dem Brückengebäude über den Schienen, weiß Hedwig Rosker-Hansel, stellvertretende Institutsleiterin: „Die Brücke muss erhöhten Sicherheitsanforderungen entsprechen, da sie über den Schienen verläuft. Mit entsprechend vielen Beteiligten der Bahn müssen die Sanierungsarbeiten abgesprochen werden.“

Man sei in Gesprächen, bestätigte die Denkmalschützerin, die eine Instandsetzung begrüßen würde: „Das ist ein tolles Objekt. Für eine Sanierung ist eine wirtschaftliche Nutzung der Räume aber natürlich Voraussetzung.“ Das Denkmalamt bleibe weiter an dem Thema, sicherte Hedwig Rosker-Hansel zu.

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