Stadtentwicklung

Der Allbau baut drei weitere Mietshäuser am Niederfeldsee

Auf der Nordseite (links im Bild) des Niederfeldsees in Altendorf baut der Allbau weitere Mietwohnungen.

Auf der Nordseite (links im Bild) des Niederfeldsees in Altendorf baut der Allbau weitere Mietwohnungen.

Foto: Foto: Michael Gohl

Essen.  Am Nordufer des Niederfeldsees in Essen-Altendorf entstehen weitere 42 Mietwohnungen. Ende 2021 sollen die Bewohner einziehen.

Am Niederfeldsee in Altendorf hat der Allbau am Mittwoch den ersten Spatenstich für ein weiteres Neubauprojekt gefeiert. Bis Ende 2021 entstehen am Nordufer drei Gebäude mit insgesamt 42 Mietwohnungen. Das sogenannte Uferviertel Nord komplettiert die Bebauung des Allbau rund um den künstlichen See, den die Stadt Essen hier 2014 angelegt hat. Mit Blick auf den Architektenentwurf sagte Allbau-Vorstand Dirk Miklikowski: „Das hat etwas von Blankenese.“

Zwischen dem Hamburger Nobelstadtteil an der Elbe und Altendorf liegen mehr als 300 Kilometer, sondern Welten. Doch wer früher einmal im Quartier zwischen Niederfeld- und Grieperstraße gewohnt hat und nun nach vielen Jahren dorthin zurückkehrt, wird sich verwundert die Augen reiben. Der Niederfeldsee und die Allbauhäuser am Südufer gelten zurecht als Vorzeigeprojekt. Was dort auch dank öffentlicher Förderung entstanden ist, kann sich sehen lassen.

Rund 80 Wohnungen im weiteren Umfeld fallen wieder unter die Mietpreisbindung

Das Image eines Problemstadtteils ist Altendorf dennoch bis heute nicht losgeworden Die Stadt will davon weg, bemüht sich um einen städtebaulichen und sozialen Wandel. Der Bau von attraktiven Mietwohnungen soll dazu beitragen und auch zahlungskräftigere Bevölkerungsschichten ansprechen. 9,20 Euro Kaltmiete pro Quadratmeter – soviel verlangt der Allbau durchschnittlich für die neuen Wohnungen – muss man sich leisten können.

Im Gegenzug nimmt der Allbau rund 80 Mietwohnungen im weiteren Umfeld wieder in die Mietpreisbindung.

5,20 Euro pro Quadratmeter verlangt die Wohnungsgesellschaft dort und ermöglicht es sozial schwächeren Mietern eine günstige Wohnung zu finden. Nur unter dieser Bedingung fördert das Land das Neubauprojekt mit 20 Prozent; 11,5 Millionen Euro investiert der Allbau in die drei neuen Häuser.

„Wir brauchen einen guten Mix“, sagte Oberbürgermeister Thomas Kufen anlässlich des ersten Spatenstichs. Kufen ist selbst in in der Nähe des Jahnplatzes groß geworden ist, einen Steinwurf entfernt vom heutigen Niederfeldsee. In einer Zeit in der Kinder ihren Eltern geraten hätten, um einige Ecken lieber einen großen Bogen zu machen. „Das ist heute nicht mehr so“, betonte der OB und riet jedem, der sich ein Bild von Altendorf machen will, die Altendorfer Straße einmal hinter sich zu lassen. Kufen setzt auf einen Imagewandel.

Von Kritik einer Mieterin über Müll und Lärm ist der Allbau überrascht

Als eine Mieterin, die seit fünf Jahren in einem der Vorzeigehäuser am Niederfeldsee wohnt, sich jüngst öffentlich über Müll und Lärm beschwerte und ankündigte, sie werde deshalb ausziehen, reagierten sie beim Allbau alarmiert. „In dieser Vehemenz hat uns die Kritik überrascht“, sagt Allbau-Vorstand Miklikowski. Er wolle nichts kleinreden, aber See und Uferpromenade seien für alle Bürger in Altendorf da. Sauber macht nicht nur die EBE, sondern Altendorfer Bürger auf private Initiative. Und ja, im Sommer sei es schon mal laut, wenn sich Menschen bis in den Abend auf den Stufen der Uferpromenade aufhielten.

Die Kritik der Mieterin passt nicht ins Bild, dass sie vom Vorzeigequartier so gerne zeichnen. Laut Allbau-Prokurist Samuel Serifi bewegt sich die Mieterfluktuation in den Wohnungen am Niederfeldsee auf Durchschnittsniveau. Wenn Mieter auszögen, dann weil sich ihre persönlichen Lebensumstände verändert hätten. Die Allbau-Häuser am Südufer seien komplett vermietet. Dass auch die neuen Häuser am Nordufer ihre Mieter finden werden, davon sind sie beim Allbau überzeugt. Denn Wohnungen sind knapp und die Mieten steigen. Auch in Altendorf.

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