Ruhrbahn

Die Ruhrbahn testet neuen Super-Bus in Essen

Der neue Elektrobus „Irizar ie Tram“, hier auf einer Probefahrt in Hamburg, wird in diesen Tagen in Essen getestet. Der auffällige Bus sieht aus wie eine schwarze Tram.

Der neue Elektrobus „Irizar ie Tram“, hier auf einer Probefahrt in Hamburg, wird in diesen Tagen in Essen getestet. Der auffällige Bus sieht aus wie eine schwarze Tram.

Foto: Michael Rauhe

Essen.   Er fährt elektrisch, sieht aus wie eine Straßenbahn, rollt aber auf Gummireifen. Der Elektrobus der Zukunft? Die Ruhrbahn will ihn testen.

In Hamburg war gerade Deutschland-Premiere. Am Donnerstag, 21. Februar, kommt der bisher ungewöhnlichste Elektrobus nach Essen. Die Ruhrbahn will ihn testen. Es ist ein futuristisches Nahverkehrsfahrzeug, das leicht mit einer Straßenbahn zu verwechseln ist. Doch wer genau hinguckt, wird noch aus einem anderen Grund mit den Augen rollen. Diese elegant wirkende schwarze Tram mit dem außergewöhnlichen Design fährt nicht auf Schienen, sondern auf der Fahrbahn. Sie hat ganz normale Gummireifen. Und ist damit ein Bus.

Schon der Name sorgt für Irritationen: „ie tram“ nennt der spanische Hersteller Irizar sein Elektromodell, das bereits in Barcelona, in San Sebastian sowie in Amien (Frankreich) eingesetzt wird, am Dienstag gar im Hamburger Straßenverkehr zu bewundern war und jetzt am Donnerstag zum Essener Ruhrbahn-Betriebshof Stadtmitte kommt. Drei Wochen lang soll dieser Elektrobus, der mit seiner runden Front und den tiefgezogenen Fenstern sofort auffällt, fachmännisch beäugt und auf Probefahrten geschickt werden. Es handelt sich um ein besonders langes Elektrofahrzeug. Der erste Elektro-Gelenkbus in Essen misst fast 19 Meter und bietet Platz für 155 Fahrgäste. Auch der Innenraum sieht einer Straßenbahn täuschend ähnlich.

Super-Bus wird im Essener Betriebshof stationiert

In der Hansestadt wurde er ohne Nahverkehrskunden auf Tour geschickt. Zur Premiere durften nur geladene Gäste mitfahren. „Uns ging es vor allem darum, einen Eindruck zu gewinnen, von der Fahrweise, dem Kurvenverhalten, vom Ladevorgang, der Reichweite, der Innenraumgestaltung und vom Designkonzept“, berichtet Christoph Kreienbaum, Sprecher der Hamburger Hochbahn dieser Redaktion.

Die Auswertung in Hamburg läuft noch, da wird die Essener Ruhrbahn ihre eigenen Erfahrungen mit dem batteriebetriebenen Super-Bus machen müssen und klären, ob „Irizar ie tram“ für den Linienverkehr in der Ruhr-Metropole tatsächlich geeignet ist. Die Lithium-Batterin haben immerhin eine Leistung 120 Kilowatt (kW) und können grundsätzlich auch an Endhaltestellen aufgeladen werden. Bei der Ruhrbahn ist das aber derzeit nur im Betriebshof möglich.

Ruhrbahn will bald die ersten Elektro-Busse kaufen

Der Elektrobus „Irizar ie tram“ wird in Essen zuerst im Betriebshof Stadtmitte, später dann im Betriebshof Schweriner Straße stationiert. Anfang März soll er auch im Fahrbetrieb getestet werden. Dann wird man ihn hier auf den Straßen sehen.

Die Ruhrbahn hat schon vor wenigen Monaten einen anderen, kleineren Elektro-Bus des spanischen Herstellers Irizar mit einer Reichweite von immerhin 200 Kilometern getestet. Die Ruhrbahn erstellte darauf einen Katalog mit Änderungswünschen. Noch in diesem Jahr wird ein Nachfolgemodell zum Praxistest nach Essen kommen. Wie berichtet, will die Ruhrbahn ihre Busflotte nach und nach auf abgasfreie Antriebe umstellen.

>>>ESSENER RUHRBAHN STELLT IHRE FLOTTE UM

  • Die Essener Ruhrbahn will kurzfristig nur noch mit Bussen fahren, die die Euro-Norm VI erfüllen.
  • Mittel- und langfristig soll der Fuhrpark auf Elektro- oder Brennstoffzellen-Antrieb umgerüstet werden.
  • Das Ruhrbahn-Programm nennt sich „Zero Emission“. (Null Emission). Der erste Elektrobus soll frühestens nächstes Jahr im Linienverkehr eingesetzt werden.
  • Nach einer Machbarkeitsstudie vom Büro „ebusplan“ könnten bis 2024 für Essen und Mülheim 47 Elektrobusse und bis 2026 nochmals 69 E-Busse beschafft werden. Kosten: mindestens 38 Millionen Euro.

Leserkommentare (21) Kommentar schreiben