Ruhrbahn

Die Ruhrbahner vollziehen den letzten Akt der Fusion

Jetzt startet der letzte Akt zur Verschmelzung der Ruhrbahn. Auch am Essener Standort Erzhof wird nächste Woche gewählt.

Foto: Kerstin Kokoska

Jetzt startet der letzte Akt zur Verschmelzung der Ruhrbahn. Auch am Essener Standort Erzhof wird nächste Woche gewählt.

Essen.   Bis heute gibt es zwei Betriebsräte der früheren Essener und Mülheimer Verkehrsgesellschaften EVAG und MVG. Damit ist bald Schluss.

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Auf dem Papier gibt es die Evag und die MVG nicht mehr. Vor über vier Monaten haben sich die beiden Verkehrsbetriebe von Essen und Mülheim zur „Ruhrbahn“ verschmolzen. Doch der letzte Akt der Fusion steht noch aus. Denn bis heute sind die beiden Betriebsräte der früheren Verkehrsgesellschaften aktiv. Ein Provisorium. In wenigen Tagen ist damit endgültig Schluss. Nächste Woche wählen rund 2000 Essener und 500 Mülheimer Ruhrbahn-Mitarbeiter einen gemeinsamen Betriebsrat.

Dann schrumpft unterm Strich die Zahl der Arbeitnehmer Vertreter deutlich. Der erste Betriebsrat der Ruhrbahn wird sich aus 19 Vertretern zusammensetzen, elf weniger als bei den jetzigen beiden Betriebsräten. Die Wahl wird spannend, diesmal sind 17 Listen aufgestellt worden. „So viele hatten wir noch nie. Das wird eine bunte Mischung geben“, ist sich Evag-Betriebsratsvorsitzender Detlef Barz (Verdi) sicher.

Mit dem Betriebsratsvorsitzenden aus Mülheim, Ahmet Avsar, hat er den Weg zur gemeinsamen Arbeitnehmervertretung geebnet. Bei der kommenden Wahl tritt Avsar wieder an, Detlef Barz nicht. „Ich lass die Jüngeren ran“, sagte er. Barz gehörte seit 1990 dem Evag-Betriebsrat an, seit 2003 war er Vize, seit drei Jahren Vorsitzender. Aus Altersgründen will er nicht mehr kandidieren.

Betriebsräte ziehen an einem Strang

Bereits in den letzten Monaten zogen die beiden Betriebsräte an einem Strang, gilt es doch, dass die Mitarbeiter in beiden Städten die gleichen Vorzüge und Pflichten haben sollten.

Der größte Brocken war die Beschäftigungsgarantie. Für die Mülheimer galt sie bis Ende 2033, die aber nur in einer Betriebsvereinbarung zugesagt war. Für die Essener war sie im Haustarif bis 2020 geregelt. Nun gibt es für alle eine vertraglich zugesicherte Jobgarantie bis 2033. „Das ist bundesweit fast einmalig gewesen“, freut sich Barz. Und: Für die Essener Beschäftigten wird das Firmenticket von Preisstufe A auf B ausgeweitet. Die durften in den letzten Jahren nur im Stadtgebiet kostenlos fahren.

Rund hundert Betriebsvereinbarungen von Gleitzeiten über Raucher-Pausen bis zu Prämien-Vergütungen will der künftige Betriebsrat noch „harmonisieren.“ Und wird mit dafür sorgen, dass die letzten Logos der Essener Evag und der Mülheimer MVG entfernt werden Denn die Fahrer tragen in den beiden Städten immer noch die Dienstkleidungen mit den entsprechenden Aufdrucken ihrer früheren Verkehrsgesellschaften. Nach Absprache der Personalabteilung und des neuen Betriebsrates arbeitet die Design-Abteilung nun an einer einheitlichen Ruhrbahn-Kleidung für die Fahrer.

Bis aber die Fertigung und dann die Verteilung über die Kleiderkammer erfolgt, können noch einige Monate vergehen.

>> Ruhrbahn soll Kosten sparen

Am 1. September 2017 fusionierten die Essener Verkehrs-AG (Evag) und die Mülheimer Verkehrsgesellschaft (MVG) zur Ruhrbahn.

Mit der Verschmelzung will die Ruhrbahn effizienter werden und Synergieeffekte nutzen. Als Ziel wird aber auch eine Verbesserung des Angebotes genannt.

Langfristig werden weitere Partner für die Ruhrbahn gesucht.

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