Medizin

Diese Neuheiten gibt es bei den Essener Krankenhäusern

Gleich mehrere Häuser in Essen modernisieren ihre Notaufnahme. Dazu wartet mehr Komfort in den Zimmern auf die Patienten und alles wird digitaler.

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Universitätsklinikum

Das Haus rüstet für den Notfall auf. Besser gesagt: für die Notfälle. Im Medizinischen Zentrum des Universitätsklinikums entsteht gerade eine neue zentrale Notaufnahme mit moderner Ausstattung. Es ist die zweite an diesem Standort, und sie wird zugeschnitten auf Patienten ohne erkennbare äußere Verletzungen, also auf internistische Fälle. „Wir bauen das Angebot an notfallmedizinischer Versorgung für Essen deutlich aus“, sagt Kliniksprecher Thorsten Schabelon. Die Einrichtung bekommt auch einen neuen Mann an ihrer Spitze: Professor Clemens Kill ist aus Marburg nach Essen gewechselt. Zu der Ambulanz werden ein radiologischer Diagnostikbereich mit CT und Röntgen sowie ein Infektionsbereich für Notfallpatienten gehören.

Im Aufbau befindet sich derzeit das nach Klinikangaben deutschlandweit erste Institut für Patienten-Erleben. Es soll die Patienten stärker in den Mittelpunkt rücken. In der Praxis heißt das: Die zunehmende Digitalisierung in den Abläufen des Klinikalltags soll helfen, dass das Pflegepersonal weniger Zeit für Verwaltungsarbeiten wie beispielsweise Dokumentationen benötigt und sich mehr den kranken Menschen widmen kann. Die Idee kommt aus den USA.

In NRW geboren wurde dagegen das Großprojekt Krebsforschungsverbund, eine Art Allianz im Kampf gegen die tückische Krankheit. Darin arbeiten die Unikliniken Essen und Köln eng zusammen, was zu „erheblichen Verbesserungen bei der Erkennung und Behandlung von Tumoren“ führe, wie beide Häuser mitteilten.

Alfried-Krupp-Krankenhaus

Aktenordner, die zu bersten drohen, und Berge von Karteikarten sollen nicht mehr länger die Schränke verstopfen oder sich auf den Schreibtischen türmen. Bis 2020 wollen die Häuser in Rüttenscheid und Steele den Status eines papierarmen Krankenhauses erreichen. „Dafür wollen wir sukzessive auf digitale Patientenakten und Archive umsteigen“, sagt Hille Ahuis aus der Unternehmenskommunikation. Zu den Vorteilen zähle, dass die Patientendaten dann zeitnah verfügbar seien, beispielsweise alle Befunde und Bilder bei der Visite in den Zimmern.

Anfang vergangenen Jahres hatte das Haus in Rüttenscheid ein Mammutprojekt beendet: Sechs Jahre wurden Zeit und Geld in die Renovierung von 270 Patienten- und Arbeitszimmern gesteckt. Nun läuft der Feinschliff.

In diesem Jahr wird die Abteilung Sterilgutversorgung umgebaut. Ziel sei der höchste Standard in Sachen Hygiene und Patientensicherheit nach Richtlinien des Robert-Koch-Instituts. In dieser Abteilung werden sensible Geräte wie das Operationsbesteck gereinigt und aufbereitet.

Elisabeth-Krankenhaus

Es ist zugleich Geburtstagskind und Methusalem unter den Krankenhäusern der Stadt – das Haus feiert sein 175. Betriebsjahr. Davon dürfte im Laufe der kommenden Monate noch zu hören sein. Freilich ist das gesegnete Alter weder der Einrichtung noch den Ärzten anzusehen.

Von der kontinuierlichen Modernisierung profitiert in diesem Jahr unter anderem die neue zentrale Notaufnahme, die darauf ausgelegt ist, dass jeder Patient innerhalb von fünf Minuten begutachtet wird. Umgebaut wird während des laufenden Betriebs. Es soll mehr abgeteilte Bereiche geben, beispielsweise für Kinder und Erwachsene.

Ein paar Türen weiter wird an „Ursula“ geschraubt. So nennt sich eine neue Wahlleistungsstation mit 27 Betten, die sich an Privatpatienten richtet und an andere Patienten, die bestimmte Annehmlichkeiten dazu buchen möchten. Für ein bisschen Hotel-Gefühl im Krankenhaus.

„Noch in diesem Jahr erwarten wir auch unser Hochleistungs-MRT-Gerät, das in der Kardiologie eingesetzt wird“, sagt Dorothee Renzel, Sprecherin der Contilia-Gruppe, zu der dieses Krankenhaus gehört.

Katholisches Klinikum

Sie läuft und läuft und läuft. Gemeint ist in diesem Fall die Patientenhochschule, die dafür sorgt, dass sich auch Menschen ohne Doktortitel in medizinischen Fragen weiterbilden können. Das Katholische Klinikum unterstützt die Veranstaltungen zusammen mit der Steinbeis-Hochschule Kupferdreh. In den nächsten Monaten wird es um Rückenschmerzen, Reanimation oder das Krankenkassenwahlrecht gehen. Und es wird gebaut. Überall. Also an den drei Krankenhaus-Standorten.

Das Philippusstift in Borbeck bekommt eine neue Cafeteria, ein neues MRT-Gerät und eine kleine Schönheitsbehandlung: „Wir bringen die wunderbare historische Fassade auf Vordermann“, sagt Krankenhaussprecher Stefan Mattes.

Schon länger laufen Umbau und Neustrukturierung der Notaufnahme von St. Vincenz in Stoppenberg. Für die Patienten sollen die Wege deutlich stressfreier werden, „wir trennen die hektischen und die ruhigeren Bereiche“, so Mattes. Im selben Haus nimmt ein neues Gerät mit dem Zungenbrecher-Namen Linksherzkathetermessplatz seine Arbeit auf, das beispielsweise bei der Versorgung von Infarktpatienten eingesetzt werden kann. Und auch das Marienhospital in Altenessen soll etwas von den mehrere Millionen Euro schweren Investitionen 2018 abbekommen.

Kliniken Essen-Mitte

Von einer Brautschau kann man zwar nicht sprechen, das würde zu weit gehen, aber offen für neue Partner sind die Kliniken Essen-Mitte schon. Ende vergangenen Jahres kam die Kooperation mit der FOM, der Hochschule für Berufstätige, in Schwung. Mitarbeiter der drei Standorte Huyssens-Stiftung, Ev. Krankenhaus Werden und Knappschafts-Krankenhaus sind dort als Lehrbeauftragte im Einsatz, gleichzeitig haben Mitarbeiter der Kliniken, die im Pflegebereich tätig sind, an der FOM die Aussicht auf ein berufsbegleitendes Studium. Mittlerweile entwickeln die Kliniken gemeinsam mit der FOM Studiengänge für Medizin und Pflege.

„Mehrere große Industrieunternehmen suchen Konzeptionspartnerschaften mit uns“, sagt Sprecherin Sabine Loh. Sie führt das Interesse auch darauf zurück, dass die Kliniken zuletzt in der Focus-Rangliste auf Platz 36 von rund 2000 Häusern in Deutschland gekommen seien. Auf eine intensive Partnerschaft richtet das Essener Krankenhaus in diesen Tagen seinen Fokus: auf die Allianz. Gemeinsam mit dem Versicherungskonzern haben die Kliniken Essen-Mitte ein Expertengremium unter Schirmherrschaft des früheren Gesundheitsministers Daniel Bahr berufen. 25 Vertreter des Gesundheitswesens machen mit. Ihr Ziel: die Patientenversorgung zu optimieren.

Aus dem Klinikalltag gibt es folgende Nachrichten zu vermelden: Einen neuen Augen-OP in Werden, die Neuausrichtung der Klinikapotheke in Steele, und in Huttrop ist die Tinte noch ganz frisch auf einem Vertrag, der die Volldigitalisierung der Kliniken regelt.

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