Film „Enkel für Anfänger“

Ehrenamt-Agentur stand Pate für Film mit Heiner Lauterbach

Filmreif: Janina Krüger, Geschäftsführerin der Essener Ehrenamt-Agentur, freut sich, dass die Arbeit ihres Teams eine Inspiration für den Kinofilm „Enkel für Anfänger“ war. Darin wird auch das farbenfrohe Bild zu sehen sein, das Kinder zur Eröffnung der Ehrenamt-Agentur gemalt haben.

Filmreif: Janina Krüger, Geschäftsführerin der Essener Ehrenamt-Agentur, freut sich, dass die Arbeit ihres Teams eine Inspiration für den Kinofilm „Enkel für Anfänger“ war. Darin wird auch das farbenfrohe Bild zu sehen sein, das Kinder zur Eröffnung der Ehrenamt-Agentur gemalt haben.

Foto: Christof Köpsel / FUNKE Foto Services

Essen.  Die Ehrenamt-Agentur ist filmreif: 2020 kommt „Enkel für Anfänger“ mit Heiner Lauterbach ins Kino, der von der Arbeit der Essener inspiriert ist.

Wenn im März 2020 der Film „Enkel für Anfänger“ in die Kinos kommt, darf das Team der Ehrenamt-Agentur auf eine Einladung zur Premiere hoffen. Denn Regisseur Wolfgang Groos hat sich von der Arbeit der Essener inspirieren lassen – und für seinen Film sogar deren Büro nachgebaut.

Groos hat vor Jahren Stadtteilprojekte der Ehrenamt-Agentur filmisch begleitet, damals noch als Kameramann. Die Arbeit der Agentur, die Ehrenamtliche in Hausaufgaben- oder Seniorenhilfe einsetzt oder als Paten für Jugendliche oder Zuwanderer vermittelt, scheint nachhaltigen Eindruck auf Groos gemacht zu haben, der inzwischen mehrere Kinderfilme gedreht hat. Anfang 2019 rief Groos bei der Geschäftsführerin der Ehrenamt-Agentur, Janina Krüger, an und fragte „Kennst Du mich noch? Wir drehen einen Film über Euch!“

Von übervorsichtigen Helikoptereltern und freiheitsliebenden Singlemüttern

Namentlich das Patenprojekt „Glückskind“, bei dem sich Ehrenamtliche um Grundschüler kümmern, hatte es Regisseur Groos offenbar angetan. Allerdings habe er sich filmische Freiheiten erlaubt, erzählt Janina Krüger: „Unsere Zielgruppe sind Kinder, die Unterstützung und erwachsene Vorbilder benötigen, weil die in ihrem Umfeld fehlen. Und die Paten sind nicht nur Senioren, sondern auch jüngere Leute.“ In „Enkel für Anfänger“ gehe es dagegen um Rentner, die keine Lust auf Nordic Walking haben und sich daher als Leih-Großeltern verdingen.

Gespielt werden diese von prominenten Schauspielern wie Heiner Lauterbach („Wir sind die Neuen“), Maren Kroymann („Der Junge muss an die frische Luft“) und Barbara Sukowa („Hannah Arendt“), deren Engagement auf dramaturgisch wie humortechnisch begründete Widerstände trifft. Und so geht es im Film nicht um Kinder, die in prekären Familienverhältnissen aufwachsen, sondern um solche, die mit „übervorsichtigen Helikoptereltern oder freiheitsliebenden Singlemüttern“ geschlagen sind, wie es in der Ankündigung des Films heißt.

Im Film ist manches aus der Arbeit der Ehrenamtlichen zugespitzt und überdreht

„Es ist eine Komödie, da ist natürlich manches zugespitzt und überdreht“, sagt Janina Krüger. Sie erlebe im Alltag auch schon mal Ehrenamtliche, die übermotiviert seien und das Gefühl hätten, ihr Patenkind mindestens bis zum Hochschulstudium bringen zu müssen. Deswegen begleite man die Ehrenamtlichen ja und mache ihnen klar, dass sie nicht als Retter oder Sozialarbeiter gefragt sind, sondern einfach als großer Freund der Kinder.

Janina Krüger ist klar, dass nicht alle Facetten ihrer Arbeit in einer Filmkomödie gewürdigt werden können. „Und wir wollen natürlich auf keinen Fall, dass unsere Arbeit lächerlich gemacht wird.“ Doch der Regisseur habe ihr versichert, dass er sie und ihr Team nicht diskreditieren werde.

Team der Ehrenamt-Agentur hofft auf eine Begegnung mit den Schauspielern

Die Filmcrew sei übrigens in Mannschaftsstärke im Büro an der Rüttenscheider Dorotheenstraße zu Gast gewesen, mit Location-Scout, Szenenbildner, Regisseur – allerdings ohne die Schauspieler. Die Crew habe sich nach der Arbeitsweise erkundigt, die Atmosphäre aufgesogen, Fotos von den Räumen gemacht und Plakate und Bilder ausgeliehen; darunter ein buntes, großformatiges Werk, das Kinder zur Eröffnung der Agentur vor 15 Jahren gemalt haben.

Ausgestattet mit diesen Requisiten und dem Fotomaterial sei die Ehrenamt-Agentur für die Dreharbeiten in einem alten Industrie-Gebäude nachgebaut worden. „Ich bin total gespannt, das auf der Leinwand zu sehen“, sagt Janina Krüger. Sie hoffe, dass der Film, in dem auch der Name der Ehrenamt-Agentur verwendet wird, Aufmerksamkeit auf die Agentur lenke. Zuschauer, die sich angesprochen fühlten, könnten in zahlreichen Städten bundesweit ähnliche Freiwilligen-Agenturen finden.

Janina Krüger und ihr Team würden nun gern einmal die Schauspieler treffen, zu denen neben den bereits erwähnten auch Dominic Raacke („Südstadt“) oder Palina Rojinski („Willkommen bei den Hartmanns“) zählen. Eine gute Gelegenheit könnte die Filmpremiere im März 2020 sein. „Wäre doch toll, wenn der Film hier in der Lichtburg präsentiert würde“, findet Janina Krüger. Bisher sei da nur mal ein kleiner Imagefilm über die Ehrenamt-Agentur im Vorprogramm gelaufen - diesmal könnte der Werbeeffekt ungleich größer sein.

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