Einkaufsstadt

Einzelhandel fordert Impulse für die Essener Innenstadt

Wechsel in 1a-Lage: Die Filiale von New Yorker, ein Bekleidungsgeschäft für die junge Käuferschicht, hat die Kettwiger zum Jahreswechsel verlassen. Im Frühjahr wird Woolworth in die Einkaufsstraße zurückkehren.

Foto: Kerstin Kokoska

Wechsel in 1a-Lage: Die Filiale von New Yorker, ein Bekleidungsgeschäft für die junge Käuferschicht, hat die Kettwiger zum Jahreswechsel verlassen. Im Frühjahr wird Woolworth in die Einkaufsstraße zurückkehren. Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Rückgang der Kundenströme wirke sich ungünstig auf den Geschäftsbesatz aus. Verbandssprecher sähe gerne mehr höherwertigen Einzelhandel in Essen.

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Woolworth kommt in die Essener City zurück. Voraussichtlich in diesem Frühjahr soll die neue Filiale auf der Kettwiger Straße 24 eröffnet werden, teilt eine Unternehmenssprecherin mit. Der bisherige Mieter, das Bekleidungsgeschäft New Yorker, hat den Standort in der Einkaufsstraße zum Jahreswechsel aufgegeben.

Woolworth, das sich „Aktionskaufhaus“ nennt, betreibt in Deutschland zurzeit 320 Standorte. Mittelfristig will die Kette ihr Netz auf 500 Filialen ausbauen. „Daher schließen wir mit der Eröffnung in Essen eine Lücke in unserem Filialnetz“, sagt die Woolworth-Sprecherin. Neben dem neuen Geschäft in der Kettwiger betreibt das Unternehmen noch Filialen in Altenessen und Frohnhausen.

Die hohen Ansprüche der Einkaufsstadt Essen

New Yorker geht – Woolworth kommt: Beim Einzelhandelsverband wird die Veränderung auf der oberen Kettwiger Straße mit gedämpften Gefühlen aufgenommen. Für die Stärke des Standortes Essens spreche zwar, dass nach dem New Yorker-Rückzug jetzt kein Leerstand entstehe, sagt der Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Ruhr, Marc Heistermann. Andererseits verlange der weiterhin hohe Anspruch Essens, die Einkaufsstadt zu sein, einen „qualitativ höherwertigen Besatz“ – und das erst recht in 1a-Lagen wie auf der Kettwiger. Zwar genießt Woolworth trotz mancher Turbulenzen der letzten Jahre einen hohen Bekanntheitsgrad, allerdings zählt die Kaufhauskette nicht zur Oberschicht des Einzelhandels.

Seit geraumer Zeit beobachtet Marc Heistermann die Entwicklung des Einzelhandels in der Essener City ohnehin schon mit sorgenvoller Miene. Erst das gerade zu Ende gegangene trübe Weihnachtsgeschäft habe gezeigt, wie sehr der Online-Handel auch die hiesige Einzelhandels-Landschaft aufmische. Nicht nur das miserable Wetter, auch der Trend, Geschenke per Mausklick auf der Couch zu kaufen, habe zu einem Besorgnis erregenden „Frequenzrückgang“ in der City geführt. Dass sich letzterer negativ auf den Geschäftsbesatz auswirke, liege auf der Hand, so Heistermann.

„Wir erwarten zündende Ideen von der EMG“

Doch die Hände nun stöhnend in den Schoß zu legen, sei nicht das Gebot der Stunde. Es müsse darum gehen, Essen als Einzelhandelsstandort attraktiver zu machen. Aber welche Impulse benötigt die Innenstadt? Marc Heistermann, der Verbands-Geschäftsführer, regt an, ein Gesamtpaket für die City zu schnüren. Eines, an dem alle wichtigen Akteure mitwirken: die Geschäftsleute selbst, die Gastronomen, die Politik und natürlich die Essen Marketing GmbH, die sich in der Führunsspitze verstärkt hat. An letztere hat Heistermann deshalb besonders große Erwartungen. „Wir erwarten zündende Ideen von der EMG.“

Bei Woolworth freut man sich unterdessen, bald die dritte Filiale in Essen eröffnen zu können. Der angenehme Nebeneffekt für den Arbeitsmarkt: Woolworth sucht für die Kettwiger 30 neue Mitarbeiter.

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