Bombenentschärfung

Entwarnung: Bombe im Essener Nordviertel ist entschärft

Kurz vor 1 Uhr in der Nacht gab es Entwarnung. Da hatte Frank Höpp vom Kampfmittelbeseitigungsdienst den Aufschlagzünder der Zehn-Zentner-Bombe entfernt.

Kurz vor 1 Uhr in der Nacht gab es Entwarnung. Da hatte Frank Höpp vom Kampfmittelbeseitigungsdienst den Aufschlagzünder der Zehn-Zentner-Bombe entfernt.

Foto: Tobias Weckenbrock

Essen.  Bei Bauarbeiten im Gewerbegebiet Stadtwiese war eine Zehn-Zentner-Bombe gefunden worden. Bis tief in die Nacht dauerte die Entschärfung.

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Es war ein langer Abend. Nicht nur für die Anwohner im Essener Nordviertel, sondern auch für rund 300 Einsatzkräfte von Ordnungsamt, Polizei, Feuerwehr und Hifsorganisationen - und letztlich Frank Höpp vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Bezirksregierung Düsseldorf. Er war es, der kurz vor ein Uhr in der Nacht Entwarnung gab: Die amerikanische Zehn-Zehn-Bombe, die am Dienstag bei Bauarbeiten im Gewerbegebiet Stadtwiese an der Sigsfeldstraße gefunden worden war, kann keinen Schaden mehr anrichten.

Bevor der Feuerwerker aber gegen halb eins mit seiner Arbeit beginnen konnte, mussten Feuerwehr und Ordnungsamt eine große Evakuierungsaktionen organisieren. Denn im Umkreis von 500 Metern um die Fundstelle leben rund 2200 Menschen, die alle ihre Wohnungen bis zum Ende der Entschärfung verlassen mussten. Mehr als 300 von ihnen (einige hatten auch ihre Haustiere mitgebracht) kamen in der provisorischen Betreuungsstelle unter, die die Stadt in der Mensa des Bildungsparks an der Blücherstraße eingerichtet hatte. Insgesamt waren rund 6100 Anwohner von dem Großeinsatz betroffen.

Einsatzkräfte mussten wieder Evakuierungsverweigerer überzeugen

Bereits gegen 21 Uhr hatte das Ordnungsamt mit der Evakuierung der Bewohner im direkten Umfeld des Fundortes begonnen. Gegen 22.15 Uhr trat dann die nächste wichtige Stufe bei der Evakuierung in Kraft: Das betroffene Gebiet wurde abgeriegelt und alle Straßen in der Evakuierungs- und Sicherheitszone gesperrt.

Mehr als 280 Anrufe gingen beim Bürgertelefon ein und es wurden über 50 Krankentransporte durchgeführt, so Stadtsprecherin Jasmin Trilling nach dem Großeinsatz. "Neben Krankentransporten wenden unsere Kolleginnen und Kollegen aktuell all ihre Überzeugungskraft auf, damit alle Anwohnerinnen und Anwohner schnell ihre Wohnungen verlassen", twitterte sie für die Stadt Essen. Sprich, auch bei dieser Bombenentschärfung hatten es die Einsatzkräfte wieder mit Evakuierungsverweigerern zu tun, die ihre Wohnungen nicht verlassen wollen. "Hier brauchen wir die Hilfe der Polizei", so Jasmin Trilling. Großartige Verzögerungen blieben aber glücklicherweise aus - auch weil parallel noch mehrere Krankentransporte durchgeführt werden mussten.

Gegen halb eins in der Nacht war die Evakuierung endlich abgeschlossen und Feuerwerker Frank Höpp vom Kampfmittelbeseitigungsdienst konnte mit der Arbeit beginnen. Gut 20 Minuten später gab er auch Entwarnung.

Gladbecker Straße (B224) wurde für Entschärfung gesperrt

Für die Entschärfung musste auch die viel befahrene Gladbecker Straße gesperrt werden. Da die Sperren aber erst kurz nach 22 Uhr aktiviert worden waren, hielten sich die Auswirkungen für den Verkehr glücklicherweise in Grenzen. Auch mehrere Ruhrbahn-Linien konnten während des Einsatzes nicht fahren. So endete die U11 bis zur endgültigen Entwarnung am Berliner Platz. Fahrgäste mussten in Busse umsteigen. Umgeleitet wurde auch der Bus 196.

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