Kommentar

Ermüdende Litanei zur Ideologisierung der Grünen Hauptstadt

Essen.  Der Runde Umwelttisch meint, die Grüne Hauptstadt hätte zu sehr Event-Charakter, mehr Verbote müssten her. Das ist ziemlich vorgestrig.

Aus ihrer verkrampften Sicht haben die kampfterprobten Recken vom Runden Umwelttisch sogar recht: Die Grüne Hauptstadt kommt im Großen und Ganzen erfreulich unideologisch daher.

Sie will Essens grüne Seite in ein gutes Licht rücken, will die Lebensqualität und den Freizeitwert verbessern und will relativ unaufdringlich und praxisnah Tipps für ökologisch korrektes Handeln bieten. Und ja: Am Ende soll die Grüne Hauptstadt, für manchen wohl der Gipfel der Dekadenz, auch noch Spaß machen.

Wo kommen wir da hin, sagen sich da die in Ehren ergrauten Herrschaften vom grünen Umwelttisch. Grüne Brachialpädagogik hat in diesem Biotop in einer derart rührenden Reinkultur überlebt, wie sie selbst bei den Partei-Grünen inzwischen selten geworden ist.

Dieter Küpper und Co. sind noch durchdrungen vom Glauben, dass vor allem eine anständige Verbotspolitik her muss, dass wir alle mit der Brechstange auf den Pfad der Tugend gezwungen werden müssen, um die Welt oder doch mindestens die Stadt Essen zu retten. Der so genannte „Maßnahmenkatalog“ ist dann entsprechend: Tempo 30 flächendeckend, Fahrverbote an bestimmten Tagen, teure Umstrukturierung der Müllabfuhr und ansonsten natürlich Fahrrad, Fahrrad, Fahrrad.

Ermüdend diese Litanei, die im Schreibtisch von OB Thomas Kufen hoffentlich in einer der unteren Schubladen verschwindet.

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