Buchneuheit

„Essen erleben“: Stadtführer voller Gastro- und Geheimtipps

Fotografin Alexandra Roth (li.) und Journalistin Fabienne Piepiora bei der Präsentation des Buches „Essen erleben" im Hotel Alte Lohnhalle in Kray.

Fotografin Alexandra Roth (li.) und Journalistin Fabienne Piepiora bei der Präsentation des Buches „Essen erleben" im Hotel Alte Lohnhalle in Kray.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Fabienne Piepiora und Alexandra Roth haben mehr als 300 Tipps aus dem Bereichen Freizeit, Gastronomie, Touristik und Shoppen zusammengestellt.

Bücher über Essen sind schon viele erschienen, darunter nützliche und schöne, aber auch überflüssige und sogar ärgerliche. Gibt es bei der Fülle an Lieferbarem überhaupt noch eine Lücke? Es gibt sie. Das haben jetzt die Autorin Fabienne Piepiora und die Fotografin Alexandra Roth bewiesen, die mit „Essen erleben“ einen handlichen Stadtführer mit zahlreichen Alltagsinformationen vorgelegt haben, das auch noch gut geschrieben ist. In dieser Kombination durchaus eine Seltenheit.

Der Aufbau des Buches (Klartext-Verlag) kommt vom Großen zum Kleinen, benennt die Klassiker wie Grugapark und Zollverein, Museum Folkwang und Domschatz, Philharmonie und Aalto-Theater, liefert Tipps für Familien ebenso wie für Regentage, verweist auf Stadtführungen und Museen, ausgefallene Shops und angesagte Bühnen und schwärmt dann in die Innenstadt und die Stadtteile aus. Einkaufen, Ausgehen, Übernachten, Essen und Trinken, Sport und Freizeit - das Buch hat die Bedürfnisse eines Stadttouristen im Blick, der zuverlässige Informationen sucht, aber selbst ausgesprochene Essen-Kenner unter uns Einheimischen werden hier noch vieles finden, das sie noch nicht kannten.

Sicher, Restaurant-Tipps sind immer Geschmackssache, vielleicht stört sich auch mancher an der Süd-Lastigkeit des Buches, aber der Süden, allen voran Rüttenscheid, hat sich nun einmal als Ausgehviertel mit einem breiten Angebot etabliert. An dieser Tatsache kommt ein Stadtführer nicht vorbei, wenn er, wie dieser, um räumliche Ausgewogenheit bemüht ist.

Bei aller Bandbreite punktet das Buch vor allem aber auch mit persönlichen Empfehlungen: „Was in dem Buch steht, ist ziemlich subjektiv“, sagt Fabienne Piepiora. Alle Touren, Tipps und Adressen wurden von Autorin und Fotografin schließlich persönlich besucht und getestet. Und manchmal haben sie auch gleich noch ein paar Hinweise und Anekdoten vom Nachbartisch aufgeschnappt, von denen sie demnächst vielleicht in Lesungen erzählen.

Wo man in Steele neben Tierfutter auch Leih-Ski bekommt

Der erfreulich klar geschriebene Freizeitführer listet nicht nur eine beachtliche Auswahl von Typischem und Besonderem auf, sondern zeigt auch große Recherche-Freude und Detailwissen. So kann man beispielsweise nachlesen, wie viele Fenster das Essener Rathaus hat. Und erfährt, dass man in Klaus Henscheids bundesweit einzigartigem Gemischtwarenladen neben Antiquitäten und Zoobedarf auch noch Leih-Ski bekommen kann. Neben den Reiseführer-üblichen Informationen zu Angebot, Lage und Öffnungszeiten erfährt man so vieles am Rande der Bande: Warum man im Vier-Sterne-Hotel Niu Cobbles beispielsweise dank einer Topfpflanze auch als Alleinreisender nicht ohne Gesellschaft bleibt. Oder wie man in der Uni-Mensa auch ohne Studentenausweis zu einem leckeren Essen kommt.

Touristen, Geschäftsleute, Zugezogene, aber auch echte Heimatliebhaber will der neue Essen-Führer so ansprechen. Allein die empfohlenen Rundgänge und Radtouren reizen zu neuen Entdeckungen, aber auch der gastronomische Teil nimmt einen großen Platz ein. Denn: „Essen ist lecker“, schwärmt Alexandra Roth, die als Fotografin für diese Zeitung schon viele Städte erkundet und Geheimtipps aufgespürt hat. Dabei reicht der Überblick vom vietnamesischen In-Lokal mit Gault-Millau-Auszeichnung bis zur „Mantaplatte“ von Franks Fleischmeistergrill. Vegetarier und Veganer finden ebenso ihre Empfehlungen wie Burger-Anhänger.

Tipps von Uwe Lyko und Doktor Stratmann

Nicht nur Autorin Fabienne Piepiora, die das Geschehen im Ruhrgebiet als WAZ-Redakteurin in Duisburg bereits seit Jahren begleitet, gibt Ratschläge. Auch prominente Essener wie Doktor Ludger Stratmann oder Uwe Lyko haben Tipps parat. Dass Herbert-Knebel-Schöpfer Lyko mal in der Altenessener Zeche Carl als Kellner angefangen hat und heute im südlichen Werden lebt, ist schließlich ein Beweis für eine gelebte Nord-Süd-Verbindung der Stadt.

Das Buch teilt Essen nicht in zwei, sondern in sechs Regionen ein. Von Nord bis Süd, von West bis Ost. Bis zuletzt wurde „Essen erleben“ immer wieder aktualisiert. Dank einer Homepage und eines Facebook-Auftritts sollen die Nutzer des Stadtführers auch künftig immer auf dem neuesten Stand sein.

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