Verkehr

Essen-Freisenbruch: Stadt bestätigt häufige Tempo-Verstöße

Sie beschrieben die brenzligen Situationen im Bereich Freisenbruchstraße/Schultenweg: CDU-Bezirksvertreter Klaus-Dieter Feige (re.) und Anwohner Winfried Klingbeil.

Sie beschrieben die brenzligen Situationen im Bereich Freisenbruchstraße/Schultenweg: CDU-Bezirksvertreter Klaus-Dieter Feige (re.) und Anwohner Winfried Klingbeil.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen-Freisenbruch.  Anwohner und Politiker beklagen Gefahren im Bereich Freisenbruchstraße/Schultenweg. Eine Messung bestätigt nun: Kaum einer hält sich an Tempo 30.

Bürger und Politiker knüpften sich die Verkehrssituation in Freisenbruch vor: Sie klagten über zu hohes Tempo und die Unfallgefahr im Bereich der steilen Kurve, in der die Freisenbruchstraße in den Schultenweg übergeht – und fühlen sich nun bestätigt. Denn die Stadt teilt das Ergebnis einer Geschwindigkeitsmessung mit, nach der Tempo 30 „in beiden Richtungen weitestgehend nicht eingehalten wird“.

Für die Anwohner ist das Messergebnis keine Überraschung, denn sie schilderten bereits, dass die Autos, „Verkehrsschilder rasieren oder aus der Kurve fliegen.“ Das treffe vor allem auf Fahrzeuge zu, die aus Richtung Bochumer Landstraße in Richtung Eiberg fahren, erklärte ein Nachbar. Die beiden Verkehrsinseln und die Höchstgeschwindigkeit von 30 km/h hätten bislang zu keiner echten Beruhigung beigetragen.

Politik fordert mehr Kontrollen und Einbauten

Daher hatte die Politik das Problem nochmals aufgegriffen, „mehr Kontrollen und vor allem mehr Einbauten gefordert“, erklärte Klaus-Dieter Feige, CDU-Fraktionsvorsitzender in der zuständigen Bezirksvertretung. Damals waren auch Fahrzeughalten auf die Politik zugegangen, deren parkende Autos beschädigt worden waren. Die Polizei zählte allein in den ersten drei Monaten des vergangenen Jahres vier Unfälle in dem Bereich.

Aus Sicht der Stadt seien Freisenbruchstraße und Schultenweg daher trotz ihrer Vielzahl an Nutzungen (Wohnen, Gewerbe, Dienstleistung, Fußgänger, Parksuchverkehr) in der Unfallstatistik völlig unauffällig. Dass „einzelne eher rücksichtslose Verkehrsteilnehmer auch schneller fahren, ist leider verbreitet festzustellen und bedauerlich“, stellt die Stadt ebenfalls in ihrer Antwort an die Politik fest.

Stadt hält Maßnahmen für nicht notwendig, aber sinnvoll

Elemente, die den Verkehr in dem Bereich beruhigen könnten („Berliner Kissen“) hält die Verwaltung zwar nicht für notwendig, jedoch für sinnvoll. Immerhin befinden sich in unmittelbarer Nähe mit dem Bürgerhaus Oststadt und dem Schwimmbad Oststadt gleich zwei Objekte, die ein „größeres Fußgänger- und Kfz-Aufkommen erzeugen“.

Eine grobe Schätzung habe die Kosten dafür ergeben: 20.000 Euro. Mangels Unfallhäufung an dieser Stelle stünden der Stadt jedoch die benötigten Finanzmittel nicht zur Verfügung, teilt diese mit und verweist auf die Bezirksvertreter.

Zunächst habe erst einmal ein Missverständnis ausgeräumt werden müssen, sagt Klaus-Dieter Feige. Denn entgegen der Annahme der Stadt, fahre in dem Bereich keine Buslinie, auf die bei den Einbauten Rücksicht genommen werden müsste.

Frage der Finanzierung steht noch aus

Jetzt warten die Bezirksvertreter auf die Antwort der Stadt, wo genau die Elemente errichtet werden sollen. Erst dann werden sie die Frage der Finanzierung klären und die Stadt die detaillierten Kosten ermitteln. Die CDU zeigt sich mit Blick auf die Finanzierung offen. „Wenn das der Verkehrssicherheit dient, sind wir dabei. Wir haben das Thema angestoßen und ziehen das jetzt durch“, sagt Klaus-Dieter Feige und hofft auf die Unterstützung der anderen Parteien.

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