Kunst

Essen: Kunstwerk auf dem Moltkeplatz bleibt ein Jahr stehen

Für den Aufbau des 17 Meter hohen Kunstwerks von Christian Odzuck auf der Wiese am Moltkeplatz in Essen wurden mehrere Helfer benötigt.

Für den Aufbau des 17 Meter hohen Kunstwerks von Christian Odzuck auf der Wiese am Moltkeplatz in Essen wurden mehrere Helfer benötigt.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen-Südostviertel.  Der Künstler Christian Odzuck präsentiert das Werk „Atlanten“ auf der Skulpturenwiese im Essener Moltkeviertel. Vernissage ist am 11. Oktober.

Auf der Wiese am Moltkeplatz im Essener Südostviertel wird gerade das nächste temporäre Kunstwerk aufgebaut, das knapp ein Jahr lang die dort bereits vorhandenen Skulpturen ergänzen wird. „Atlanten“ heißt das Werk von Christian Odzuck, das am Sonntag, 11. Oktober, 14 bis 18 Uhr, auf der Skulpturenwiese eingeweiht wird.

Dazu hat der Verein Kunst am Moltkeplatz (KaM) unter anderem Vertreter der Stadt eingeladen. Die Feierstunde zur Vernissage wird gegen 15 Uhr stattfinden. Anna Fricke, Kuratorin für zeitgenössische Kunst am Museum Folkwang, wird in das Werk einführen. Die Reihe „Junge Kunst am Moltkeplatz“ hat bereits Tradition. So ist Christian Odzuck schon der achte Künstler, der in diesem Umfeld sein Werk der Öffentlichkeit präsentiert.

Das hohe Kunstwerk auf der Wiese ist nicht zu übersehen

Die Mitglieder des Vereins KaM, der die Reihe initiiert hat, helfen beim Aufbau und den Vorbereitungen, werden aber auch während der fast einjährigen Ausstellungszeit das Werk immer im Blick behalten. „Der Titel ,Atlanten’ liefert ganz bewusst keine Erklärung, keinen Schlüssel. Der Betrachter soll sich das Werk assoziativ erschließen“, sagt Künstler Christian Odzuck. Der 42-Jährige stammt aus Halle/Saale, hat an der Hochschule und der Kunstakademie Düsseldorf studiert und lebt seit rund zwei Jahren in Essen.

Sein Kunstwerk ist auf der Skulpturenwiese am Moltkeplatz nicht zu übersehen. Das Ensemble ist 17 x 7 x 6 Meter groß und besteht aus drei Teilen: einer Plattform, einer Pavillon- und einer Lampenstruktur. „Ich interessiere mich dafür, wie Realität entsteht, mein Interesse gilt den Utopien in der Architektur, aber auch der Naturbeobachtung und organischen Entwicklung“, sagt Christian Odzuck, der die Stadt als Bühne sieht.

Das aus Holz gefertigte Werk besteht aus einem Steg, der sich an einem Ende zu einer unregelmäßigen sternförmigen Fläche vergrößert, die die Basis von insgesamt 40 spitzwinkligen hoch aufragenden Dreiecken bildet, heißt es in der Beschreibung des Vereins KaM. Diese Dreiecke bilden einen offenen Raum, der die Anmutung eines Pavillons hat. An anderer Stelle ist eine „mehrflammige“ Laterne mit Akku-Solar-LED-Einheiten in einer Höhe von knapp sechs Metern montiert. Abends sollen die LEDs leuchten. Die Oberfläche des Stegs besteht aus gebrauchten Betonschalplatten. Die Dreiecke sind aus lichtgrau lackierten Holzlatten zusammengesetzt.

Die Materialien spielen auf den ersten Blick keine Rolle

Aus welchen Materialien das Werk bestehe, sei erst einmal nicht so wichtig. „Es ist bewusst entmaterialisiert“, erklärt er. Das Kunstwerk bleibt bis September 2021 auf der Wiese stehen. „Außer, dass es etwas Patina ansetzt, wird es sich nicht verändern“, sagt Christian Odzuck. Sein Werke wurden bereits in mehreren Gruppen- und Einzelausstellungen gezeigt.

Auch in Essen waren Odzucks Werke bereits zu sehen. Mit einer Gruppenausstellung war er 2010 im Kunsthaus in Rellinghausen vertreten und wirkte 2015/16 an einem Projekt im öffentlichen Raum an der Zeche Carl mit. Christian Odzuck hat diverse Lehrtätigkeiten im In- und Ausland ausgeübt, Stipendien wahrgenommen und Workshops geleitet.

Das Werk tritt in Beziehung zu den anderen Objekten auf dem Moltkeplatz

Sein dreiteiliges Werk auf der Wiese wird in Beziehung zu den bereits vorhandenen Skulpturen auf dem Moltkeplatz treten, um die sich der Verein KaM kümmert. Damit soll der Kunststandort Moltkeplatz belebt werden, wie der Vorsitzende Volker Wagenitz zur Ausstellungseröffnung schreibt. Die Reihe „Junge Kunst am Moltkeplatz“ war 2010 gestartet. Für die Auswahl und kuratorische Unterstützung der Projekte ist seit 2017 Anna Fricke vom Museum Folkwang zuständig, die bei der Vernissage sprechen wird.

Laut Volker Wagenitz war die Anregung zu der Reihe von dem Künstler und Hochschullehrer Friedrich Gräsel (1927-2013) gekommen. Dessen Werk „Hannover Tor“ ist das erste Kunstwerk, das 1982 auf dem Moltkeplatz aufgestellt wurde. Die Förderung junger Künstler sei Gräsel stets ein wichtiges Anliegen gewesen, so der KaM-Vorsitzende.

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