Corona-Newsblog

Corona Essen: Jetzt 443 Infizierte - Es gelten neue Regeln

Zahl der Corona-Infektionen in Deutschland auf neuem Rekordwert

In der Corona-Pandemie explodieren die Infektionszahlen in Deutschland: Das Robert-Koch-Institut meldet 7334 weitere Fälle binnen eines Tages - das ist der höchste Wert in Deutschland seit Beginn der Pandemie.

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Essen.  In Essen ist die Zahl der mit Corona infizierten Menschen erneut gestiegen. Seit Samstag gilt die Gefährdungsstufe 2. Die Lage im Newsblog.

In Essen sind am Sonntag nach Angaben der Stadt aktuell 443 Menschen an Corona erkrankt. Das waren 5 mehr als am Vortag und 22 mehr als noch am Freitag. Am Donnerstag hatten die Infektionszahlen in Essen erstmals die 400er-Marke deutlich überschritten.

  • Die Zahl der Corona-Infizierten in Essen steigt weiter an.
  • Der Inzidenzwert in Essen liegt am Montag nach Angaben des RKI bei 61,1.
  • Essen ist seit über einer Woche „Risikogebiet“.
  • Seit Samstag gelten neue Regeln für die Essener.


Corona in Essen: Diese Regeln gelten jetzt

Essen bleibt „Risikogebiet“, für das verschärfte Regeln gelten. Seit dem vergangenen Samstag gelten nun neue Regeln, weil für die Stadt aufgrund der hohen Infektionszahlen die „Gefährdungsstufe 2“ gilt. Das Land Nordrhein-Westfalen hatte den Kommunen Vorgaben gemacht, die die Stadt Essen am Freitag umgesetzt hat:

So gilt seit Samstag eine Sperrstunde für die Gastronomie von 23 bis 6 Uhr. Private Feiern dürfen nur noch mit zehn Personen stattfinden. An Veranstaltungen kommerzieller Art können maximal 100 Personen teilnehmen. In Theater und Philharmonie gilt ab sofort auch auf den Sitzplätzen Maskenpflicht. Lesen Sie hier die komplette Übersicht, welche Regeln jetzt für die Essener gelten.

Wie bisher verzichtet Essen darauf, eine verschärfte Maskenpflicht einzuführen.

Gesundheitsdezernent Renzel: Vielleicht ist Essen in einer Woche kein Risikogebiet mehr

Unterdessen bemüht sich die Stadtverwaltung um eine klare Linie: „Essen wird voraussichtlich mindestens für die nächsten fünf bis sechs Tage als Risikogebiet gewertet werden“, sagte Essens Gesundheitsdezernent Peter Renzel am vergangenen Dienstag. Das gilt voraussichtlich auch dann, wenn der RKI-Wert – wie am Dienstag, 13. Oktober – leicht unter die 50er Marke rutscht. Danach sah es am Montagmorgen jedoch nicht aus: Laut Robert-Koch-Institut lag der Inzidenzwert bei 61,1. Damit lag die Zahl der Neuinfektionen mit dem Coronavirus innerhalb vergangenen 7 Tage deutlich über der als kritisch gesetzten Marke von 50.

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Wer in der zweiten Herbstferienwoche eine Reise plant, sollte auf jeden Fall auf Nummer sicher gehen und sich und alle Mitreisenden testen lassen, riet Renzel zu Beginn der Ferien. Allerdings ist dies derzeit nicht so einfach. Das gilt jedenfalls solange, wie das Beherbergungsverbot in zahlreichen Bundesländern in Kraft ist.

Stadt hält Beherbungsverbot für „Irrsinn“ und Verschleuderung von Kapazitäten

Renzel selbst lässt keinen Zweifel, was er von diesem Verbot hält: „Irrsinn!“ Und: „Ich ärgere mich sehr, dass in unserem Land unsere Arbeits- und Testkapazitäten völlig sinnlos verschleudert werden, weil asymptomatische Personen für einige Bundesländer einen negativen Coronatest vorweisen müssen“, schimpfte Renzel im Netzwerk Facebook. Renzels Ärger ist allerdings für Essener, die verreisen wollen, ohne Belang. Vielleicht schafft eine Krisenrunde bei der Kanzlerin Abhilfe. Hier kann man sich testen lassen, das Land NRW zahlt.

Stadt setzet bei Allgemeinverfügung auf milde Lösung

Ordnungsdezernent Christian Kromberg hatte im Laufe der Woche bereits die nun geltende Allgemeinverfügung für die Gastronomie angekündigt. „Es bleibt dabei, dass wir eigentlich keine Notwendigkeit für Einschränkungen sehen, denn es gibt keine Nachweise für Infizierungen“, sagt Kromberg. Da das Land den Kommunen aber aufgetragen hat, eine Sperrstunde einzuführen, werde auch Essen dies machen müssen. Der Landeserlass sieht keine Details vor, jede Stadt ist vorläufig frei, „ihre“ Gastronomen an die lange oder kurze Leine zu nehmen.

Warum die Unterschiede in den Zahlen?

Bis zum vorvergangenen Wochenende hat das Essener Gesundheitsamt die Zahlen eines Samstags und eines Sonntags erst montags dem Robert-Koch-Institut gemeldet. Die Folge: Das RKI interpretierte die Zahlen dreier Tage als die Zahlen eines Tages – und kam so fälschlicherweise auf einen zu hohen Anstiegswert der Infektionszahlen.

Damit soll künftig Schluss sein: „Ich habe die Mitarbeiter angewiesen, künftig auch samstags und sonntags die aktuellen Essener Werte zu übermitteln“, erklärte Essens Gesundheitsdezernent am Montag.

Zweite Ursache: Während das RKI die Zahlen der Städte um Mitternacht veröffentlicht, bringt die Kommunalverwaltung die zahlen erst im Laufe des Vormittags heraus. In diesen Stunden kann sich die Infektionslage weiter verändert haben.

Problem für Reisende

Zum Beginn der Herbstferien fragen sich viele Bürger jetzt: Wo kann ich mich testen lassen, obwohl ich symptomfrei bin? Denn viele Urlaubs-Destinationen erlauben Einreisen aus Gebieten mit einem Inzidenzwert von über 50 nur dann, wenn die Reisenden einen maximal 48 Stunden alten Test vorweisen können, dessen Ergebnis negativ ist.

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Die mit Abstand am stärksten betroffenen Stadtbezirke sind übrigens Stadtbezirk III (Frohnhausen und andere) mit 59 aktuellen Fällen, gefolgt vom Bezirk I (Innenstadt) mit 48 Fällen. Mit Abstand folgt Stadtbezirk VIII (Ruhrhalbinsel) mit 38 Fällen.

Erst Anfang der Woche hatte Essens Gesundheitsdezernent Peter Renzel auch angesichts steigender Zahlen für Gelassenheit geworben. Die größte Zahl der Krankheitsverläufe sei bislang eher harmlos; entscheidend sei jetzt, dass alle Bürger sich an die Regeln hielten, um die weitere Ausbreitung zu verhindern.

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