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Essen-Rüttenscheid: Eine Bank beerbt Vapiano im Hotel Arosa

Seit März dieses Jahres stand die Filiale der insolventen Gastronomie-Kette Vapiano in Essen-Rüttenscheid leer. Nun zieht ein Geldunternehmen in das Ladenlokal im Hotel Arosa an der Rüttenscheider Straße.

Seit März dieses Jahres stand die Filiale der insolventen Gastronomie-Kette Vapiano in Essen-Rüttenscheid leer. Nun zieht ein Geldunternehmen in das Ladenlokal im Hotel Arosa an der Rüttenscheider Straße.

Foto: André Hirtz / FUNKE Foto Services

Essen-Rüttenscheid.  Seit März dieses Jahres steht die Vapiano-Filiale im Gebäude des Hotels Arosa in Essen-Rüttenscheid leer. Nun wurde ein neuer Mieter gefunden.

Frischer Wind im Arosa-Hotel: Für die brachliegende Vapiano-Filiale wurde ein Mieter gefunden. Pizza und Pasta wird es dort künftig jedoch nicht mehr geben – eine Bank hält Einzug an der Rüttenscheider Straße.

Im Juli 2017 hatte die Vapiano-Kette ihre Filiale, die zweite in Essen neben der am Hirschlandplatz, in Rüttenscheid eröffnet. Dafür wurde die 650 Quadratmeter große Ladenfläche aufwendig umgebaut. Knapp drei Jahre später war das Projekt krachend gescheitert, die Firma insolvent. An allen 55 Standorten in Deutschland ging der Ofen aus, die Filialen wurden im März 2020 geschlossen. Die Insolvenzverwaltung konnte 13 davon verkaufen, doch die Essener Standorte blieben auf der Strecke.

Vermietung an einen Gastronomen war der Wunsch

Das Thema Gastronomie allerdings blieb für Vermieter Gunnar Marx (Marx City Investor) vorerst auf der Agenda: „Die Filiale befindet sich in einem Top-Zustand. Da das Ladenlokal komplett eingerichtet ist, hätte ein Restaurantbetrieb hier sofort ohne weitere Investitionen starten können.“ Dementsprechend hoch sei die Nachfrage aus dieser Branche gewesen.

Auch viele Existenzgründer hätten ihr Interesse bekundet. Den Zuschlag jedoch erhielten sie alle nicht, „weil sie zum Teil abenteuerliche oder gar keine Konzepte vorlegen konnten“, wie Gunnar Marx feststellt. „An eine neu zu gründende GmbH, ausgestattet nur mit Mindeststammkapital ohne Sicherheiten, wollten wir aber nicht vermieten“, sagt Marx. „Wenn der potenzielle Mietinteressent selbst nicht von seinem Erfolg überzeugt ist, macht uns das auch skeptisch.“

Bank will schon Mitte November in die frühere Vapiano-Filiale einziehen

Nicht ganz unverständlich, denn als „gebranntes Kind“ wollte Marx, den „Vapiano-Bauchklatscher“, wie er sagt, nicht noch einmal erleben. Deshalb besaß das Thema Mietsicherheit für ihn erste Priorität. Obgleich Marx zugibt: „Wir hätten gerne wieder an einen Gastronomen vermietet, weil wir den Standort dafür für sehr geeignet halten.“

Dass sich nun ein Geldunternehmen als Nutzer fand, bezeichnet Marx als eine „kleine Sensation“, da die Banken derzeit im großen Stil Filialen abbauen. „Ich glaube, in Essen hat in den vergangenen zwölf Monaten nicht ein einziger Anbieter dieser Branche expandiert.“

Jetzt soll alles ganz schnell gehen. Der Mietvertrag wurde bereits in der vergangenen Woche unterschrieben. Um welche Bank es sich konkret handelt, will Marx mit Hinweis auf eine vereinbarte Sperrfrist noch nicht verraten. „Die Übergabe findet aber schon am 16. November dieses Jahres statt.“

Die ehemalige Gastronomie wird zurückgebaut

Bis dahin wird die damals für mehrere Millionen Euro umgestaltete Gastronomie aufwendig zurückgebaut. Fast alles kommt raus: Küche inklusive Pizzaöfen, alle Innenwände, fünf Kühlhäuser, Spülküchen und Mobiliar. „Wir sind froh, dass der Nachmieter wenigstens die vorhandene Green-Wall, die Bar und den wunderschönen Parkettboden kostenlos übernimmt. Es wäre eine Schande gewesen, dies alles auf den Müll zu schmeißen.“

Das gesamte Inventar von Vapiano wird verkauft. Wegen der hohen Mietschulden hat Marx von seinem Vermieterpfandrecht Gebrauch gemacht und darf dank Genehmigung der Insolvenzverwalterin das Inventar selbst verwerten. „Gastronomen, aber auch Privatleute dürfen sich gerne bei uns melden und können diese Gegenstände gerne von uns kaufen.“

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