Klimawandel

Essen: Stadt arbeitet an Klima-Ampel für Ratsbeschlüsse

Die „0“ steht für Klimaneutralität: Maria Lüttringhaus, Björn Ahaus, Martina Nies und Christiane Gregor (v.l.) werben für die Teilnahme an der Klimaschutzkonferenz auf Zeche Carl.

Die „0“ steht für Klimaneutralität: Maria Lüttringhaus, Björn Ahaus, Martina Nies und Christiane Gregor (v.l.) werben für die Teilnahme an der Klimaschutzkonferenz auf Zeche Carl.

Foto: Foto: Socrates Tassos

Essen.  Die Essener Stadtverwaltung möchte der Politik mit einer Klima-Ampel Orientierungshilfe bei Ratsentscheidungen anbieten. So die Politik denn will.

Klima-Ampeln gibt es für Kühlschränke, für Waschmaschinen und Fernsehgeräte und neuerdings auch für Autos. Mit ihrer Hilfe können Verbraucher auf einen Blick erkennen, wie energieeffizient das jeweilige Produkt ist. Nun arbeitet die Stadt Essen an einer Klima-Ampel für Ratsentscheidungen, bestätigt Stadtsprecherin Silke Lenz.

Das heißt: Jede Entscheidung, die die Verwaltung dem Stadtrat zur Abstimmung vorlegt, soll auf ihre Umweltverträglichkeit hin abgeklopft werden. Die Klima-Ampel soll den Ratsmitgliedern anzeigen, ob die Folgen ihrer Entscheidung schädlich für die Umwelt sind oder förderlich. Den gewählten Vertretern will die Verwaltung damit eine Orientierungshilfe bieten. Ab Mitte des Jahres könnte es soweit sein, so der Rat die Ampel denn will.

Wichtiger als Symbolpolitik seien konkrete Schritte für den Klimaschutz

Für die „Parents for Future“ und andere Klima-Initiativen wäre es ein Erfolg. Sie haben die Klima-Ampel bei einem Treffen mit Oberbürgermeister Thomas Kufen ins Gespräch gebracht. Der Ausrufung des Klimanotstandes hatte sich der Rat der Stadt verweigert. Wichtiger als Symbolpolitik seien konkrete Schritte, hatte Kufen sinngemäß in der Ratssitzung gesagt. Eine Klima-Ampel wäre aus Sicht der Initiativen ein solch konkreter Schritt, wenn auch keiner in Siebenmeilenstiefeln.

Da geht was. Auch diese Botschaft wollen sie mitnehmen, wenn sich am Sonntag, 16. Februar, von 11 bis 16 Uhr mehr als 30 Umweltinitiativen zur ersten Klima- und Nachhaltigkeitskonferenz in der Zeche Carl in Altenessen treffen. Unter dem Motto „Gemeinsam für den Stadtwandel“ wollen sie Wege für eine „gute Zukunft“ suchen. Jeder ist willkommen, um sich zu informieren und zu engagieren. OB Thomas Kufen hat sein Kommen zugesagt und auch Essens Umweltdezernentin Simone Raskob. Vertreter der Klima-Agentur werden vor Ort sein. Man bleibt im Gespräch.

Diskussionsforen widmen sich auf Zeche Carl der Baupolitik und der Mobilitätswende

„Essen Zero – wie machen wir unsere Stadt in zehn Jahren CO2-neutral?“ Diese Frage soll im Mittelpunkt stehen. In verschiedenen Diskussionsforen geht es unter anderem um die Baupolitik in Essen und um die Mobilitätswende, der die Initiative Ratsentscheid Schwung verleihen will. Ob „Klimaentscheide“ ein Weg sein könnten, um den Rat dazu zu bewegen mehr für den Klimaschutz zu tun – auch das will man diskutieren.

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