Bund der Steuerzahler

Essen steht im neuen Schwarzbuch – als positives Beispiel

Die „Ela-Plattform“ sollte 20 Meter weit in den Schellenberger Wald ragen. Die Stadt verzichtete jedoch am Ende auf das 50 000 Euro teure Projekt.

Foto: Stadt Essen

Die „Ela-Plattform“ sollte 20 Meter weit in den Schellenberger Wald ragen. Die Stadt verzichtete jedoch am Ende auf das 50 000 Euro teure Projekt. Foto: Stadt Essen

Essen.   Der Bund der Steuerzahler lobt die Stadt Essen für den Verzicht auf den Bau einer „Ela-Aussichtsplattform“ im Schellenberger Wald.

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Wenn der Bund der Steuerzahler eine Stadt oder Gemeinde in seinem Schwarzbuch nennt, dann ist das für die betroffene Gebietskörperschaft meist eine zweifelhafte Ehre. Prangern die Steuerwächter doch in ihrer jährlich erscheinenden Publikation stets die ärgsten Verschwender öffentlichen Geldes an. So war die Stadt Essen 2015 für die Kostenexplosion beim Bau des neuen Fußballstadions an der Hafenstraße übel verhauen worden. Auch in der neuesten Auflage taucht Essen auf — diesmal als eines der wenigen positiven Beispiele.

Umweltschützer fürchteten Müll und Vandalismus

Ein dickes Lob erhält die Stadt dafür, dass sie auf den Bau einer 50 000 Euro teuren Aussichtsplattform im Schellenberger Wald verzichtet hat. Zur Erinnerung: Besucher sollten sich von der „Ela-Plattform“ aus ein Bild davon machen können, was Pfingststurm „Ela“ 2014 angerichtet hatte und wie die Natur damit umgeht. Natur- und Umweltschützer waren schnell auf dem Baum, auch weil sie fürchteten, die Plattform könnte als Ort missbraucht werden, an dem sich feiern lässt – mit allen negativen Begleiterscheinungen wie Müll und Vandalismus.

Auch der Bund der Steuerzahler meldete sich seinerzeit zu Wort und erinnerte daran, dass es ganz in der Nähe mit der inzwischen wieder hergerichteten Korte-Klippe bereits einen Aussichtspunkt gibt. Eine teure Plattform für „Klimakatastrophen-Touristen“ brauche es da nicht. Offenbar beeindruckt von so starkem Gegenwind, kippte die Politik schließlich das Projekt.

Statt einer Plattform entstand ein „Ela-Pfad“

Dass es dafür eine lobende Erwähnung im Schwarzbuch gibt, kommentierte Umweltdezernentin Simone Raskob, die für den Bau der Plattform geworben hatte, so: „Wir freuen uns immer, wenn uns der Bund der Steuerzahler lobt.“ Über „Ela“ informieren könnten sich Bürger inzwischen auch ohne Plattform – auf einem Pfad, den die Stadt für diesen Zweck angelegt hat.

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