Coronavirus

Essener Ärzte ärgerten sich über Testpflicht: Land reagiert

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Corona in Essen: Niedergelassene Ärzte in Essen laufen Sturm gegen die tägliche Testpflicht für Arztpraxen. „Völlig unpraktikabel“, sagt der stellvertretende Ärztesprecher Dr. Michael Hill.

Corona in Essen: Niedergelassene Ärzte in Essen laufen Sturm gegen die tägliche Testpflicht für Arztpraxen. „Völlig unpraktikabel“, sagt der stellvertretende Ärztesprecher Dr. Michael Hill.

Foto: Vladimir Wegener / FUNKE Foto Services

Essen.  Die tägliche Testpflicht für Praxen hat auch die niedergelassenen Ärzte in Essen auf die Palme gebracht. Mit Erfolg: Nun lenkt das Land ein.

Je schlimmer die Corona-Pandemie, desto hektischer und bisweilen verwirrender so manche Entscheidung der Regierenden. Aktuelles Beispiel: die umstrittene Testpflicht für Arztpraxen, die auch bei den niedergelassenen Ärzten in Essen für massive Verärgerung sorgte. Das Ergebnis: Das Landesgesundheitsministerium hat die soeben eingeführte Testpflicht am Donnerstag bereits wieder einkassiert.

Dr. Michael Hill, stellvertretender Sprecher der niedergelassenen Ärzte in Essen, gehört zu denen, die die tägliche Testpflicht für Arztpraxen unabhängig vom Immunitätsstatus für völlig unpraktikabel halten. Der Mediziner begrüßt deshalb die Petition der Kassenärztlichen Vereinigung Nordrhein (KVNO) an NRW-Gesundheitsminister Laumann und an die gesundheitspolitischen Sprecher der Ampel-Koalition, in der eindringlich die Abschaffung der umstrittenen Testpflicht gefordert wurde.

„Die tägliche Testpflicht blockiert den Praxisbetrieb, wir haben ohnehin schon alle Hände voll zu tun“, so Hill. Nicht nur die Corona-Auffrischungsimpfungen nähmen viel Zeit in Anspruch, es kämen noch Nachzügler für Grippeimpfungen hinzu sowie Patienten mit anderen Krankheiten als Corona.

Essener Arzt: „Wir haben die Hütte brechend voll“

Wir haben die Hütte brechend voll“, sagte der Borbecker Arzt am Donnerstag (25. November). Andere niedergelassene Ärzte berichten dasselbe. Er ging am Vormittag davon aus, dass Bund und Land die aktuelle Testpflicht zurücknehmen würden.

Hill versichert, dass er und sein Praxisteam komplett geimpft seien. Dasselbe sei in anderen Essener Arztpraxen der Fall.

Dr. Ludwig Kleine-Seuken, Sprecher der Essener Kinderärzte, hatte sich am Mittwoch ebenfalls massiv über die Testpflicht geärgert, die zunächst auch für Eltern kranker Kinder gegolten hat und ebenfalls wieder abgeschafft wurde. Er und sein Team hätten zwischenzeitlich in der Bredouille gesteckt. Denn was war zu tun: Das kranke zwei Jahre alte Kind mit in das Behandlungszimmer nehmen und der nicht getesteten Mutter den Zutritt zur Praxis verwehren? Oder das kranke Kind in Begleitung der Mutter draußen vor der Tür untersuchen? Aus Sicht des Kinderarztes eine absurde Entscheidung: In mehreren Fällen habe er sich dafür entschieden, die kleinen Patienten draußen unter einem schützenden Vordach zu untersuchen.

Für großen Unmut sorgte die Testpflicht auch im Uniklinikum.

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