Theater

Essener Theater Courage fragt im neuen Stück „Wo ist Anna?!“

Wird eine Séance die Frage beantworten „Wo ist Anna?!“ In dem Stück des Theater Courage spielen Philipp Steimel, Gabi Dauenhauer, Ariane Raspe und Tom Klockhaus.

Wird eine Séance die Frage beantworten „Wo ist Anna?!“ In dem Stück des Theater Courage spielen Philipp Steimel, Gabi Dauenhauer, Ariane Raspe und Tom Klockhaus.

Foto: Socrates Tassos / FUNKE Foto Services

Essen.  Im Rüttenscheider Theater Courage hat das Stück „Wo ist Anna?!“ Premiere. Im Mittelpunkt steht eine Vermisstengeschichte. Die Hintergründe.

Am Anfang ist das Paar. Gemeinsam sitzen Armin und Anna auf der Bank und schauen in den Sternenhimmel. Romantisch ist ihnen zumute. Am nächsten Morgen wacht der Mann alleine auf.

„Wo ist Anna?“, fragt er die Passanten, die Polizei, die Angehörigen. „Wo ist Anna?“ ist der Titel des neuen Stückes, das das Theater Courage aus Rüttenscheid zeigt. Premiere ist am Donnerstag, 23. Januar, um 20 Uhr.

Ermittlungen in alle Richtungen

Ist die junge Frau entführt worden? Ermordet gar? Oder liegt sie verletzt unweit ihres letzten Aufenthaltsortes? Hat sie sich etwas angetan? Ihr Mann Armin setzt alle Hebel in Bewegung, um mehr zu erfahren. Die Polizei reagiert seiner Meinung nach viel zu verhalten. Doch die Beamten der Sonderkommission ermitteln durchaus in alle Richtungen.

Selbst Armin gerät in den Fokus. Kriselte es nicht zwischen den beiden? Es gibt zudem Anhaltspunkte auf einen vorbestraften Vergewaltiger, der sich in der Gegend herumtreibt, und ein Abschiedsbrief von Anna soll existieren.

Die nagende Ungewissheit, was mit dem geliebten Menschen passiert ist, treibt die Angehörigen und Freunde schnell bis an die Grenzen ihrer eigenen Kräfte. Weniger die Kriminalhandlung, sondern mehr der psychologische Druck ist das Thema.

Die Titelfigur taucht in Rückblenden auf

Auch jener Druck, unter dem Anna offenbar gestanden hat. „Anna taucht immer wieder in Rückblenden auf, sie hält zum Teil Zwiesprache mit den Beteiligten“, erläutert Anna Raspe, die die vermisste Frau spielt. Annas Lebenssituation gibt Anlass zu vielerlei Spekulationen. „Sie war nicht so glücklich, wie es schien“, offenbart Anna Raspe über ihre Figur.

Hagen Hilsdorf, Regisseur und Darsteller des Armin, hat das Stück verfasst. Ein ernsthaftes Stück, ein ernsthaftes Anliegen. „Von den 100.000 Menschen, die jährlich in Deutschland vermisst werden, sind drei Prozent Langzeitvermisste. Einige werden nie gefunden“, sagt Hilsdorf. Was die Hinterbliebenen fühlen, welche Vorwürfe sie sich machen, das Leid – all das bekomme die breite Öffentlichkeit kaum mit.

Es gibt einen realen Hintergrund zum Stück

Für ihn war unter anderem die Bekanntschaft mit Wilhelm Otto Hoyer einer der Anlässe, sich des Vermissten-Themas anzunehmen. „Der Ruhrgas-Manager war Stammgast in unserem Theater“, berichtet Hilsdorf. 2002 verschwand er. Jahre später fand man die Leiche im Sorpesee.

„Das Publikum kennt uns von heiteren Stücken, amüsanten Schenkelklopfern. Aber wir wollen und können auch ernst sein in unserem Theaterspiel“, betont Hilsdorf.

„Wo ist Anna?!“ Ist in acht Kapitel unterteilt. Jedes gibt ein bisschen mehr preis über die Hintergründe und Umstände des Verschwindens. „Wir wollen mit dem Stück zum Nachdenken anregen. Jeder soll etwas davon mit nach Hause nehmen“, antwortet der Regisseur auf die Frage, ob es eine Lösung des Mysteriums gibt.

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