Artenschutz

Fledermäuse könnten Kreisverkehrbau in Essen verzögern

Die Bauarbeiten in Burgaltendorf: Bislang finden die Vorarbeiten statt, um die Verkehrssituation anschließend durch einen Kreisverkehr zu entschärfen.

Die Bauarbeiten in Burgaltendorf: Bislang finden die Vorarbeiten statt, um die Verkehrssituation anschließend durch einen Kreisverkehr zu entschärfen.

Foto: Bastian Haumann / FUNKE Foto Services

Essen-Burgaltendorf.  Noch laufen Vorarbeiten für den lange geforderten Kreisverkehr in Burgaltendorf: Da sollen Fledermäuse den nötigen Abriss eines Hauses verzögern.

Wie auf „Godot“ im Theater warten die Burgaltendorfer seit 1968 auf „ihren“ Kreisverkehr. Er soll am Knotenpunkt Alte Hauptstraße/Laurastraße/Deipenbecktal und Mölleneystraße den Verkehr in Zukunft sicher regeln und für schnelleren Durchfluss sorgen. Doch bisher sind Staus an Ersatzampeln lediglich Vorbereitungen zur Umsetzung der Pläne geschuldet. Die Stadtwerke sind nach wie vor mit dem Verlegen neuer Gas- und Wasserleitungen beschäftigt. Der Artenschutz könnte derweil die Pläne weiter verzögern: Fledermäuse sollen der Grund sein.

Eine weitere Verzögerung des ganzen Projekts steht bevor: Denn noch immer steht die über 25 Jahre geführte Pizzeria „O sole mio“ an der Alten Hauptstraße 110 dem geplanten Kreisel und auch dem Kanalbau der Stadtwerke im Weg. „In der Bezirksvertretung wurde der Monat Oktober als Abrisstermin genannt“, sagt Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel. Nach neuesten Informationen der Stadt verhindert aber nun der Artenschutz den Abbruch des Gebäudes.

Ursprünglich sollte das Haus bereits April 2018 abgerissen werden

Genauer gesagt: Fledermäuse sollen in der seit April 2018 leerstehenden Immobilie leben und nisten, der Abrissbeginn könnte sich somit bis November verzögern. Das erklärte jetzt Pressereferent Patrick Opierzynski auf Nachfrage. „Die Situation wird noch geprüft durch das Amt für Straßen und Verkehr zusammen mit Grün und Gruga.“ Erste Pläne sahen vor, das Haus schon 2018 in Schutt und Asche zu legen. Wann das Gebäude endgültig fällt, entscheidet über den weiteren Verlauf der Baumaßnahme. „Der Zeitplan knüpft daran an“, so Opierzynski.

Läuft alles wie geplant, sind die Arbeiten der Stadtwerke Essen – Versorgung mit Gas und Wasser – Ende des Monats abgeschlossen. Von Februar bis Ende April nächsten Jahres sind der Erdbau und die Leitungsumlegung durch das Amt für Straßen und Verkehr und die Herstellung des Bauzwischenzustandes vorgesehen. „Somit können anstehende Kanalbauarbeiten unter Verkehr durchgeführt werden können“, erklärt die Stadt.

Stadtwerke zeigen sich mit Blick auf Zeitplan optimistisch

„In Sachen Baustelle liegen wir gut in der Zeit“, teilt Stadtwerke-Sprecher Dirk Pomplun optimistisch mit. Derzeit werden die Gas- und Wasserleitungen umgelegt. „Das sind vorbereitende Maßnahmen, um die Trasse für die Neuverlegung des Abwasserkanals freizumachen.“ Rund 180 Meter Gasleitungen mit einem Durchmesser von 25 Zentimetern und weitere 180 Meter Wasserrohre mit einem Durchmesser von 20 Zentimetern wurden bereits neu installiert. „Im Moment werden die Hausanschlüsse von der alten auf die neue Wasserleitung umgebunden“, so Pomplun weiter.

Die Geno-Bank spendiert die Gestaltung der Mittelinsel. Architektin Gudula Be-Pechold, die auch die Fassade des Rewe-Marktes im Unterdorf entworfen hat, erstellt eine Skulptur der Burgruine. Bezirksbürgermeister Manfred Kuhmichel, der selbst in ehemaligen Altendorf/Ruhr wohnt, freut sich auf die „zweite Burg“ im Oberdorf – wie viele Burgaltendorfer mit ihm. Der Kreisverkehr mit dem Kunstwerk im Zentrum soll laut Kuhmichel auf jeden Fall „eine städtebauliche Verbesserung“ werden.

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