Genuss

Freundschaft geht durch den Magen: Kochbuch für guten Zweck

Peter Hedtfeld (Club der Köche), Mouna Gharbi (Deutsch-Tunesischer Kulturverein), Rolf Fliß (Alt-Bürgermeister), Janine Flocke und Susanne Nocke (Projekt Farbtopf) präsentieren das Kochbuch „Genuss – zwischen Kartoffel und CousCous“. Foto:Ulrich von Born

Peter Hedtfeld (Club der Köche), Mouna Gharbi (Deutsch-Tunesischer Kulturverein), Rolf Fliß (Alt-Bürgermeister), Janine Flocke und Susanne Nocke (Projekt Farbtopf) präsentieren das Kochbuch „Genuss – zwischen Kartoffel und CousCous“. Foto:Ulrich von Born

Essen.   Club der Köche veröffentlicht mit Deutsch-Tunesischem Verein und Altbürgermeister Rolf Fliß Rezepte-Sammlung – zwischen Kartoffel und Couscous.

Von der Dampflok zum E-Herd: Bei der vergangenen Nikolaus-Fahrt mit der Hespertalbahn sind der Koch Peter Hedtfeld und der Alt-Bürgermeister Rolf Fliß auf die Idee gekommen, ein Kochbuch zu veröffentlichen – nicht kommerziell und für einen guten Zweck. Für ihr Projekt haben die beiden Freunde viele Mitstreiter, Profis und Hobbyköche gewinnen können. Das Ergebnis ist nun frisch aus der Druckerei und verspricht – laut Titel: „Genuss – zwischen Kartoffel und Couscous“.

Als Präsident des Clubs der Köche Essen trommelt Peter Hedtfeld für seinen Berufsstand. Seinen Freund Rolf Fliß hat er da längst als Mitstreiter gewinnen können, dafür wurde der Grüne-Ratsherr auch bereits mit einem Goldenen Kochlöffel geehrt. Nun hat Hedtfeld, der 18 Jahre lang die Kliniken Essen-Mitte versorgte und nun bei den Mülheimer Seniorendiensten kocht, unter den 266 Club-Mitgliedern dafür geworben, sich am Kochbuch-Projekt zu beteiligen.

Mit Erfolg: Sternekoch Henri Bach etwa beschreibt darin, wie man einen Senfrostbraten vom Angus Rinderfilet mit Bratkartoffeln zubereitet. Auch Michael Soja mag es deftig, geht man nach seinem Rezept für Endivien-Durcheinander. Dennis Nebe, der sonst unter anderem beim Pfefferkorn den Kochlöffel schwingt, hat ein Rezept für vegetarische Bolognese beigesteuert. Hedtfeld selbst gibt natürlich auch einige Zubereitungen preis, zum Beispiel von Kartoffel-Möhrenpuffern mit Sonnenblumenkernen.

Nicht nur Hausmannskost ist gefragt

Doch nicht nur Hausmannskost ist gefragt, schließlich verspricht der Titel nun mal neben Kartoffeln auch Couscous. Für diesen Part ist der Deutsch-Tunesische Verein zuständig: Dieser macht sich seit 25 Jahren besonders für Frauen und Jugendliche stark und kümmert sich um die Verbesserung der deutsch-tunesischen Beziehungen.

Und dass schmackhaftes Essen ein geeignetes Mittel ist, damit sich unterschiedliche Kulturen näher kommen, davon ist die Vereinsvorsitzende Mouna Messadi Gharbi überzeugt. Sie und Mitglieder aus ihrem Verein haben den exotischen Part übernommen: Naela Hamdan etwa zeigt, wie man gefüllte Weinblätter zubereitet oder was sich hinter dem Gericht „Kabsa“ verbirgt, Kouwaty und Elhabib verraten ein Rezept für Bastella – Hähnchen im Yufkateig mit Mandeln.

Hinter jedem Rezept eine persönliche Geschichte

Dabei habe sich jeder seine eigenen Gedanken dazu gemacht, welches Rezept er beisteuern will, so Mouna Messadi Gharbi: „Hinter jedem Rezept steckt eine kleine persönliche Geschichte.“

Mit dem Erlös aus dem Buch, das in einer Auflage von 1000 Exemplaren gedruckt wurde, soll das Projekt Farbtopf der Künstlerin Susanne Nocke unterstützt werden: „Wir besuchen Kinder, Schulen und weitere Institutionen, wie zum Beispiel das Franz-Sales-Haus, und motivieren die Menschen dort, kreativ zu sein und sich als Künstler zu betätigen“, beschreibt Nocke ihr Konzept.

Für das Buch, das in seiner Gestaltung der Agentur Rand & Band eher wie ein Magazin daher kommt, hat sie neben Illustrationen natürlich auch ein eigenes Rezept beigesteuert – und zwar ein ganz besonderes: „ein Familienrezept für Eintopf, das schon in dritter Generation gekocht wird“, so Nocke – und es wird wohl auch in die nächste gehen, denn: „Die Kinder essen es mit der gleichen Begeisterung wie ich, als es früher die Oma gekocht hat.“

Nächstes Projekt haben die Initiatoren schon im Auge

Trotz verliehenem goldenen Kochlöffel sieht Rolf Fliß bei sich selbst andere Qualitäten: „Ich war bei dem Projekt fürs Netzwerken zuständig, habe Anzeigenkunden besorgt und damit die Finanzierung des Drucks sichergestellt“, so Fliß. Doch auch eins der über 40 Rezepte stammt von ihm: Frühlingspuffer mit Kräuterquark. Auch Vorspeisen, Suppen und Desserts hat das Team zum Nachkochen zusammengetragen.

Das nächste Projekt haben die Initiatoren Fliß und Hedtfeld auch im Auge. Und es bringt die kulinarische Leidenschaft mit ihrer Vorliebe für Dampfloks zusammen: „Wir wollen eine lukullische Fahrt im Bistro-Wagen der Hespertalbahn auf die Beine stellen“, verrät Fliß.

Kontaktadresse

Das Kochbuch „Genuss – Zwischen Kartoffel und Couscous“ kostet 5 Euro und ist unter anderem beim Atelier Susanne Nocke, Matthias-Erzberger-Straße 69, zu haben. Kontakt: 0201/8159793, www.susannenocke.de

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