Happyend-Geschichte 2017

Frühchen Mia aus Essen hat schwer gekämpft – und gewonnen

Mia war eine Frühgeburt, ihr Leben hing am seidenen Faden. Heute können die Eltern David Bernal und Selina Schmücker sagen: Alles ist gut.

Foto: Uwe Möller

Mia war eine Frühgeburt, ihr Leben hing am seidenen Faden. Heute können die Eltern David Bernal und Selina Schmücker sagen: Alles ist gut. Foto: Uwe Möller

Essen.   Selina Schmücker und David Bernal bangten 2016 um ihre zu früh geborene Tochter Mia. 2017 hat sich alles zum Guten gewendet.

Es vergeht noch immer kein Tag, an dem Selina Schmücker (26) nicht an den Moment denkt, an dem ihre Tochter Mia auf die Welt geholt wurde. Denn die Umstände waren dramatisch: Das kleine Mädchen hatte sich total in der Nabelschnur verheddert und beinahe stranguliert. Gott sei Dank reagierten die Ärzte des Elisabeth-Krankenhauses sofort und retteten Mia im Oktober 2016 in der 28. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt. Sie wog gerade mal 1000 Gramm, musste für sechs Wochen in den Inkubator und anschließend noch auf die Frühgeborenen-Intensivstation.

„Das war damals eine unglaublich emotionale Achterbahnfahrt für uns“, erinnert sich Mias Vater David Bernal (28). Denn es gab viele Tage, an denen Mia wie eine Löwin um ihr Leben kämpfte: So überstand sie Atemprobleme und eine kleine Blutung im Kopf.

Ende 2016 suchte die WAZ Menschen, die uns von ihrem sehnlichsten Wunsch für 2017 erzählen wollten. Das Paar meldete sich und bewegte uns mit seiner Frühchen-Geschichte und der festen Hoffnung, dass Mia leben würde. Ein Jahr später haben wir noch mal nachgefragt, und tatsächlich war 2017 alles gut gegangen. Mia merkt man den schweren Start ins Leben nicht mehr an. Das bezaubernde Mädchen hat sich wunderbar und altersgerecht entwickelt, steht schon freihändig auf den Beinchen und ist kurz davor, alleine loszulaufen. „Sie ist unser Augenstern“, sagt Selina Schmücker und streicht ihrer Tochter zärtlich über die Haare.

Mit ihrem Charme und den großen dunkelbraunen Augen wickelt Mia alle in der Familie um den Finger. Aber sie kann auch sehr energisch sein und weiß bereits, wie man sich durchsetzt. „Das hat sie halt früh gelernt“, sagt Selina Schmücker, „und dieser Charakterzug hat ihr ja auch geholfen, die kritische Zeit am Anfang ihres Lebens zu überstehen.“

Dass es so kommt, hatten die Eltern kaum zu hoffen gewagt

Dass alles so gut ausgeht, hatten die jungen Eltern mit spanischen Wurzeln kaum zu hoffen gewagt, als wir sie im vergangenen Dezember besuchten. „Als Mia Anfang Januar endlich nach Hause kommen konnte, waren wir unglaublich besorgt, übervorsichtig und immer in Alarmbereitschaft.“

Doch Mia zeigte allen, was in ihr steckt: Nach zwei Monaten schlief sie bereits durch, bis heute isst und trinkt sie gut, und richtig krank war sie auch noch nicht. „Wir sind in diesem Jahr bereits zwei Mal mit dem Auto zu unseren Familien nach Katalonien gefahren“, erzählt David Bernal, der mit seiner Tochter nur Spanisch spricht „die Reisen hat Mia ohne Probleme gemeistert“.

Keine Besuche in der Risikosprechstunde mehr nötig

Um zu überprüfen, ob es irgendwelche Entwicklungsstörungen gibt, musste Mia alle drei Monate in der Risikosprechstunde den Kinderärzten im Elisabeth-Krankenhaus vorgestellt werden. Doch das wird im nächsten Jahr nicht mehr nötig sein. „Wir sind den Ärzten und dem Team im Krankenhaus immer noch sehr dankbar für ihren tollen Einsatz und die einfühlsame Betreuung“, sagt Selina Schmücker.

Es hätte auch anders kommen können: Die deutsch-spanische Buchhalterin und der spanische Forstwirt sind erst vor vier Jahren aus beruflichen Gründen von Tarragona nach Essen gezogen. „Wer weiß, ob Mia überlebt hätte, wenn wir in Spanien geblieben wären. Denn in Tarragona haben wir keine so professionelle Frühgeborenen-Abteilung.“

Und im nächsten Jahr soll Mia in den Kindergarten

So sind sich Selina Schmücker und David Bernal immer des Glückes bewusst, wenn sie ihre Tochter so gut gelaunt durch das Wohnzimmer laufen sehen. Zwar braucht sie dafür noch die schützenden Hände ihrer Eltern, aber es dauert nicht mehr lange und sie müssen Mia loslassen. Auch das wird ihnen gelingen, so ihr Wunsch fürs nächste Jahr. Denn da wartet der nächste wichtige Schritt in ihrem Leben: Wenn Mia zwei Jahre alt ist, geht sie in den Kindergarten und ihre Mama wieder arbeiten.

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