Naturphänomen

Füchse rücken näher in die Essener Stadtbezirke

Immer häufiger sind Füchse auch in der Stadt anzutreffen, sogar am helllichten Tag können einem die im Grunde nachtaktiven Tiere über den Weg laufen. So wie neulich in Borbeck, Frintrop oder Gerschede.

Immer häufiger sind Füchse auch in der Stadt anzutreffen, sogar am helllichten Tag können einem die im Grunde nachtaktiven Tiere über den Weg laufen. So wie neulich in Borbeck, Frintrop oder Gerschede.

Essener Westen.   Essensreste, Hundefutter, ungesicherte Hühnerställe: Borbeck, Frintrop oder Gerschede bieten fast bessere Bedingungen als die freie Wildbahn.

Dass der Fuchs die Städte erobert und sich mehr und mehr auch im bewohnten Essen breit macht, ist wahrscheinlich übertrieben. Noch. Denn obwohl es keinerlei harte Zahlen gibt, steht gleichwohl fest: Die Fuchspopulation nimmt auch in Essen stetig zu, und da die Tiere ihre größte Scheu vor der Zivilisation längst abgelegt haben, tauchen sie auch immer häufiger dort auf, wo man sie im Grunde kaum vermutet hätte. Wie zuletzt mehrfach in Borbeck und Gerschede an der Hülsmannstraße oder am Düppenberg – oder auf dem Frintroper Markt, und das sogar am helllichten Tag.

Der Volksmund spricht nicht umsonst vom schlauen Fuchs, und die Jäger und Förster nennen das Naturfolger oder Nahrungsopportunist. Heißt: Der Fuchs ist pragmatisch und bequem, geht gern dorthin, wo ihm im übertragenen Sinne gebratene Tauben ins Maul fliegen. „Hunde- oder Katzenfutter, nicht weggeräumtes Grillgut oder Essensreste in Papierkörben laden ihn doch geradezu ein“, sagt etwa Heinz-Joachim Lappe, Leiter des Hegerings Borbeck, für den der Fuchs ein tolles Tier und ein Meister der Anpassung ist. „Der Tisch ist doch reichlich gedeckt.“

Fuchspopulation in Essen nimmt stetig zu

Beispiele wie jetzt aus Borbeck, Gerschede oder Frintrop, wo Füchse dem Menschen vergleichsweise entspannt über den Weg liefen, überraschen die Jäger übrigens nicht. „Die Zahl ist zwar nicht bekannt, man kann aber sicher sagen, dass die Fuchspopulation in Essen in den vergangenen Jahren enorm zugenommen hat“, so Hans-Bernhard Mann, Leiter der Kreisjägerschaft Essen. Im Schellenberger Wald etwa könne man nahezu dabei zusehen, wie Füchse um die Mülleimer schlichen, um etwas Fressbares abzustauben.

Angst müsse aber niemand haben, ein gesunder Fuchs würde immer flüchten, wenn er einem Menschen oder dessen Haustieren begegnet. Auch Tollwut sei in Essen kein Thema, dennoch aber warnen Kenner wie Lappe und Mann etwa vor dem Fuchsbandwurm, der sich natürlich auch auf Haustiere überträgt. „Früchte, auch die im eigenen Garten und vor allem die, die am Boden oder in geringer Höhe wachsen, sollte man möglichst nicht direkt essen. Gründliches waschen der Früchte und der Hände hilft, und am besten kocht man Marmelade draus, dann ist man in jedem Fall auf der sicheren Seite.“

Arzt empfiehlt Wurmkur für Haustiere

Dr. Michael Delfs, Sprecher der Kreisjägerschaft und Arzt, rät zudem, Haustiere und vor allem Hunde regelmäßig einer Wurmkur zu unterziehen, sie nicht in Betten schlafen oder zu körperbetont mit Kindern spielen zu lassen. Aber: Akute Gefahren gehen vom Stadtfuchs nicht aus. Es sei denn, man ist Hühnerhalter und hält sein Federvieh in Ställen oder auf eingezäunten Wiesen, die nicht „fuchssicher“ sind, die also keine Dächer haben oder deren Zäune nicht engmaschig oder tief genug eingegraben sind.

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