Gewalt gegen Polizisten

GdP fordert: Alle Kräfte bündeln gegen kriminelle Clans

Seit Monaten gehen Behörden im Schulterschluss gegen Clan-Strukturen in der nördlichen Innenstadt vor.

Seit Monaten gehen Behörden im Schulterschluss gegen Clan-Strukturen in der nördlichen Innenstadt vor.

Foto: Kokoska

essen.   Essener Gewerkschaft der Polizei will zusätzliche Staatsanwälte vor Ort. Weitere Behörden sollten in Null-Toleranz-Strategie eingebunden werden.

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Nach den brutalen Übergriffen auf eine Polizistin (26) und einen ein Jahr älteren Beamten durch libanesisch-stämmige Männer am Kop-stadtplatz in der Innenstadt hat die Essener Gewerkschaft der Polizei (GdP) den Einsatz von Schwerpunktstaatsanwälten gegen die Clan-Kriminalität in dieser Stadt gefordert. Auch sollten die Behörden noch konzertierter gegen die oftmals gewaltbereite Szene vorgehen, sagte der GdP-Vorsitzende für Essen und Mülheim, Heiko Müller: „Alle staatlichen Instrumentarien sollten gebündelt werden.“

Das Einwohnermeldeamt, die Ausländerbehörde und die Gewerbeaufsicht müssten noch stärker als bisher in die Null-Toleranz-Strategie eingebunden werden, die die Polizei seit Monaten im Schulterschluss mit der Stadt, den Finanzbehörden, den Zollfahndern und dem Hauptzollamt Duisburg durch Razzien auf die Straße bringt.

„Die Täter werden offenbar immer jünger“

Der aktuelle Fall habe deutlich gezeigt, welch massive Bedrohung von einer gewissen kriminellen Klientel inzwischen ausgehe. „Und die Täter werden offenbar immer jünger“, sagte Müller mit Blick auf den 17-Jährigen, gegen den nach dem Gewaltausbruch gegen die Beamten wegen Körperverletzung und Widerstands ermittelt wird.

Da dieses Handeln eine Historie habe und gewisse Muster der Respektlosigkeit gegenüber dem Rechtsstaat immer wieder auftauchten, sei es angesagt, Straftaten bei eigens abgestellten Staatsanwälten zu bündeln, um durch engmaschigere Ermittlungen Täter schneller von der Straße holen zu können.

Unter dem Namen „Staatsanwälte vor Ort – Tür an Tür mit den Clans“ läuft derzeit in Duisburg ein Pilotprojekt, das helfen soll, die Strukturen krimineller Clans zu durchleuchten und zu zerschlagen. Hat das Vorhaben Erfolg, stehen die Chancen nicht schlecht, dass künftig auch in Essen zusätzliche Staatsanwälte zu diesem Zweck eingesetzt werden.

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