Haltestellen

Gefährliche Haltestellen: Politik drängt auf Verbesserung

Die Haltestelle „Schöne Aussicht“ haben die Politiker als ein Beispiel für einen Halt ohne befestigten Untergrund, ohne Unterstellmöglichkeit und Beleuchtung.

Die Haltestelle „Schöne Aussicht“ haben die Politiker als ein Beispiel für einen Halt ohne befestigten Untergrund, ohne Unterstellmöglichkeit und Beleuchtung.

Foto: Carsten Klein / FUNKE Foto Services

Essen-Ruhrhalbinsel.  Unbefestigter Boden, fehlende Unterstellmöglichkeiten und Laternen: Politiker beklagen Zustand von Haltestellen auf der Ruhrhalbinsel.

Wer auf der Ruhrhalbinsel an Haltestellen wie Schöne Aussicht oder Korte Klippe aus dem Bus steigt, steht unvermittelt in der Matsche oder auf der Wiese und das Ganze am Abend auch noch in völliger Dunkelheit: Diese Zustände haben SPD-Politiker beschrieben und Änderungen gefordert. Nun liegt zwar eine Stellungnahme der Stadt vor: „Die ist jedoch nicht glücklich und verstanden haben wir sie auch nicht“, sagt der SPD-Fraktionsvorsitzende Rolf Reithmayer. Nun hätten sie gern die Pläne von Stadt und Ruhrbahn erklärt, damit auch die Fahrgäste erfahren, wann mit Verbesserungen zu rechnen sei.

Wer derzeit etwa an der Haltestelle Korte Klippe an der Heisinger Straße aussteigt, befindet sich auf einem schmalen Grünstreifen direkt an der Fahrbahn, auf der die Fahrzeuge immerhin mit 50 km/h unterwegs sind. Es gebe dort keine befestigte Aufstellfläche, keine Unterstellmöglichkeiten und auch keine Beleuchtung. Außer einem Haltestellenschild weise nichts auf eine Haltestelle hin.

Problematik beschäftigt Politik seit vielen Jahren

„Am Nöckersberg in Byfang müssen sie fast aus dem Bus springen“, sagt Reithmayer. Solche oder ähnliche Schwierigkeiten ergeben sich laut SPD an zahlreichen Haltestellen im Bezirk Ruhrhalbinsel. Die Bezirksvertreter haben auch die Haltepunkte Baumschule, Endemannhöhe, Byfang, Kleinheide, Waldschlößchen, Deipenbecktal und Düschenhofer Wald aufgezählt, haben dazu bereits einen Sammelantrag an die Stadt gestellt – und nun nochmals alles separat aufgelistet, in der Hoffnung, dass endlich etwas passiert.

„Wir haben uns in den vergangenen Jahren wiederholt mit der Problematik gefährlicher Haltestellen befasst“, sagt der SPD-Politiker. Sie haben sich seinerzeit an die Evag gewandt, nun an die Ruhrbahn und auch an die Stadt. Dabei gehe es auch um den barrierefreien Ausbau. Vor Ort jedoch sei keinerlei Verbesserung zu erkennen. Einstimmig hat die Bezirksvetretung zuletzt die Verwaltung aufgefordert, vorzustellen, welche Änderungen an den benannten Haltestellen nötig und/oder möglich sind.

Die vorliegende Stellungnahme wirft viele Fragen auf

Die vorliegende Antwort empfindet Rolf Reithmayer als wenig aufschlussreich: „Da sind mitunter Haltestellen aufgelistet, an denen sich erst in weiter Ferne etwas tun soll.“ Es gibt Tabellen mit Punktevergaben und Kategorien von A bis D sowie eine Arbeitsliste für barrierefreien Umbau – in einigen Aufzählungen tauchen die angesprochenen Haltestellen gar nicht auf.

Zum barrierefreien Ausbau gibt es den Hinweis auf die Definition, wann von diesem Ausbau abgesehen werden kann: Das sei beispielsweise bei Bushaltestellen der Fall, an denen die Fahrgastzahl unter 75 Personen an einem Schulwerktag liege oder wenn schon der Gehweg zu schmal für eine Rollstuhlnutzung sei. Für die Haltestelle „Schöne Aussicht“ wiederum sei die Barrierefreiheit ab 2023 vorgesehen, sie soll im Zuge der Fahrbahnerneuerung auf der Heisinger Straße erfolgen.

Bezirksvertreter bitten Stadt und Ruhrbahn um weitere Erläuterungen

Bei den Politikern werfen einige der Antworten so manche Nachfrage auf. Die Reaktion in der Bezirksvertretung: „Wir haben das Thema zurückgestellt und stattdessen um einen Termin in einer kommenden Sitzung der Bezirksvertretung mit Ruhrbahn und Stadt gebeten.“

Die Politiker sind sich mit Blick auf die Sicherheit der Fahrgäste einig, dass es dringend notwendig und richtig sei, „dass hier noch einmal der Finger auf die Wunde gelegt werde“.

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