Musik-Festival

Gitarrenfestival eint Stahlsaiten-Könner und Nylon-Klassiker

Thomas Hanz (li.) und Carsten Linck organisieren das Gitarrenfestival-Ruhr in seiner 14. Auflage. Das Treffen internationaler Musiker sorgt alle zwei Jahre für ein abwechslungsreiches Programm.

Thomas Hanz (li.) und Carsten Linck organisieren das Gitarrenfestival-Ruhr in seiner 14. Auflage. Das Treffen internationaler Musiker sorgt alle zwei Jahre für ein abwechslungsreiches Programm.

Foto: Rainer Raffalski

Essen.   Gitarrenfestival-Ruhr spiegelt die Vielfalt des Genres. Programm bietet abwechslungsreiche Mischung aus Klassik, Jazz, Fingerstyle und Weltmusik

Größer, aufwendiger, teurer. Auch vor der Musikwelt macht der auf Ausweitung und Wachstum ausgerichtete Trend manchmal nicht Halt. Hier noch ein Konzert-Ableger, da noch ein Programm-Abzweig. Thomas Hanz und Carsten Linck, die künstlerischen Leiter des Gitarrenfestival-Ruhr, haben sich bei der 14. Auflage des traditionsreichen Gitarren-Treffs für den kompakten Auftritt entschieden. Vier Tage lang, vom 27. bis zum 30. September, steht die Gitarrenmusik im Mittelpunkt, klangvoll, konzentriert und virtuos wie immer. Zwei Zugaben folgen im November.

Für die abwechslungsreiche Mischung aus Klassik, Jazz, Fingerstyle und Weltmusik sorgen Künstler, die nicht nur bei eingefleischten Liebhabern der Gitarrenmusik Anklang finden dürften. „Uns ist wichtig, Namen zu finden, die renommiert sind, aber nicht überall rumgereicht werden“, sagt Thomas Hanz über das Konzept. Schon das Eröffnungskonzert am 27. September sorgt für eine besondere Begegnung, wenn Poly-Instrumentalist Matthias Duplessy zusammen mit Jérémy Jouve und Prabhu Edouard im Haus Fuhr gastiert. „Cavalcade“, heißt ihr Projekt und bittet auf eine spannende Klangreise von Spanien in die Mongolei , die mit Konzert- und Flamenco-Gitarre und der indischen Tabla-Trommel begleitet wird.

Obwohl Werden als Festivalzentrum fest verankert ist, so Carsten Linck, macht das Festival am 28. September einen Abstecher in die Gelsenkirchener Bleckkirche, wo die italienischen Virtuosen Fabio Montomoli (Gitarre) und Giovanni Lanzini (Klarinette) Werke der Heimat mit Musik Brasiliens und Argentiniens kombinieren. Pucchini-Arie trifft Tango Nuevo.

Internationale „Fingerstyle-Masters“ in Werden

Zum internationalen Gipfel der „Fingerstyle- Masters“ kommt es am 29. September im Mariengymnasium. Vier Gitarren-Virtuosen aus Deutschland, Schottland, Österreich und Frankreich werden sich zunächst solo – und dann in unterschiedlichen Formationen jammend – dem Publikum präsentieren. Stahlsaiten-Arrangements treffen da auf Nylon-Klassiker, wenn Pierre Bensusan, Ian Melrose, Michael Langer und Buck Wolters Gitarrenmusik zelebrieren.

Für das vorläufige Finale sorgt am 30. September das Joscho Stephan Quartett. Der legitime Erbe von Django Reinhardt ist ein gern gesehener Gast in den großen Konzertsälen und auf internationalen Festivals. Dem furiosen Gipsy Swing-Konzert am Abend stellt Stephan, am Nachmittag einen Workshop voran. Fans der klassischen Gitarrenmusik müssen auch danach nicht darben. Mit dem serbischen Virtuosen Vojin Kocićz kommt am 4. November ein vielfach ausgezeichneter Shootingstar nach Werden. Um Nachwuchsförderung geht es dann beim Seminar am 17. November in der Folkwang Musikschule, einer der vielen gewachsenen Netzwerk-Kontakte, die das Festival noch farbiger machen.

Das Programm im Überblick

Cavalcade Project, 27. 9. 19.30 Uhr, Haus Fuhr, Heckstr.

Montomoli-Lanzini Duo, 28. 9., 20 Uhr, Bleckkirche (am Zoom), Gelsenkirchen.

Fingerstyle-Masters, 29. 9., 19.30 Uhr, Mariengymnasium, Dudenstraße.

Workshop mit Joscho Stephan, 30. 9., 12-16 Uhr, Bürgermeisterhaus, Heckstr. 105.

Joscho Stephan Quartett, 30. 9., 19.30 Uhr, Bürgermeisterhaus, Heckstr. 105.

Meisterkonzert Vojin Kocić, 4. 11., 17 Uhr, Bürgermeisterhaus, Heckstr. 105.

Seminar „Weiterentwicklung von Unterrichtskonzepten im Gitarrenunterricht“, 17. 11., 10-16 Uhr, Folkwang Musikschule

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