Arbeitsmarkt

Gutes Jahr am Essener Arbeitsmarkt: Arbeitslosenzahl sinkt weiter

Die Agentur für Arbeit  in Essen am Berliner Platz.

Die Agentur für Arbeit in Essen am Berliner Platz.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen.   Die Zahl der Arbeitslosen in Essen ist so niedrig wie lange nicht, obwohl immer mehr Flüchtlinge in der Statistik auftauchen. Ausblick 2018 ist positiv.

2017 war ein gutes Jahr für den Essener Arbeitsmarkt: Die Zahl der Arbeitslosen ist weiter gesunken. Im Jahresdurchschnitt dürfte sie bei etwa 33 900 liegen. Das ist der beste Wert seit mindestens zehn Jahren. Die Arbeitslosenquote fiel zuletzt auf unter 11 Prozent. „Wir hatten auch in Essen sehr gute Rahmenbedingungen“, sagt die Chefin der Arbeitsagentur, Andrea Demler. Die Wirtschaft floriert. In Essen haben so viele Menschen Arbeit wie lange nicht, was sich an den steigenden sozialversicherungspflichtigen Jobs ablesen lässt.

Dennoch warnt Andrea Demler vor zu viel Überschwang: „Trotz der guten Entwicklung gibt es keinen Grund, zu euphorisch zu werden. Angesichts von Vollbeschäftigung in anderen Regionen Deutschlands ist die Arbeitslosigkeit in Essen weiterhin sehr hoch. Viele Probleme haben wir noch nicht gelöst“, sagte sie. Vor allem die Integration von Flüchtlingen und Langzeitarbeitslosen werde eine Herausforderung bleiben.

Auch Zahl der Langzeitarbeitslosen nimmt ab

„Die Bedingungen sind auch für Langzeitarbeitslose günstig“, betont Dietmar Gutschmidt, Leiter des Jobcenters, das den Großteil der Betroffenen betreut. Als langzeitarbeitslos gilt derjenige, der ein Jahr und länger ohne Job ist. Im Schnitt betrifft das fast 14 800 Essener – und damit 43,6 Prozent aller Arbeitslosen. Ein nach wie vor hoher Wert. Dennoch haben auch die Langzeitarbeitslosen von der guten wirtschaftlichen Entwicklung mitprofitiert. Ihre Zahl sank im Vergleich zum Vorjahr um über 1200. In diesem Jahr brachte das Jobcenter 12 500 Arbeitslose wieder in Arbeit. „Ein neuer Rekord“, so Gutschmidt. Die Hälfte dieser so genannten Integrationen entfiel dabei auf Langzeitarbeitslose.

Flüchtlinge melden sich nach Kursen vermehrt arbeitslos

Nach der großen Zuwanderungswelle 2015/2016 tauchen immer mehr Flüchtlinge in der offiziellen Arbeitslosenstatistik auf, weil ihre Sprach- und Integrationskurse beendet sind. Im Jahresschnitt waren fast 4300 Flüchtlinge arbeitslos gemeldet. Das sind fast 900 mehr als vor einem Jahr. Dennoch bildet die Zahl nur etwa die Hälfte aller Flüchtlinge ab, die tatsächlich in Essen Arbeit suchen. Dass die Integration in den Arbeitsmarkt dagegen nur langsam vorangeht, zeigt diese Zahl: Das Jobcenter vermittelte dieses Jahr rund 1420 Flüchtlinge in Arbeit oder Ausbildung. Meist dürfte es sich dabei jedoch um Zugewanderte handeln, die schon länger in Essen sind. „Wir sind immer noch in der Phase, in der wir sehr stark an der Sprachvermittlung arbeiten“, betonte Demler. 80 Prozent der Flüchtlinge haben zudem „keine verwertbare Qualifikation“.

Arbeitslosenzahl dürfte 2018 weiter sinken

Die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge wird zwar auch 2018 weiter steigen. Ansonsten erwartet Andrea Demler, dass sich der Rückgang der Arbeitslosigkeit insgesamt fortsetzt. „Die Rahmenbedingungen dafür bleiben gut“.

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