Ermittlungen

Halloween-Randale in Essen: 23 Tatverdächtige sind ermittelt

Aus Sicherheitsgründen räumte die Bundespolizei am 31. Oktober den Essener Hauptbahnhof. Foto:Justin Brosch

Aus Sicherheitsgründen räumte die Bundespolizei am 31. Oktober den Essener Hauptbahnhof. Foto:Justin Brosch

Essen.  Papier des Innenministers analysiert Erkenntnisse nach Halloween-Randale im Essener Hauptbahnhof. Bundespolizei: „Würden Bahnhof wieder räumen.“

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Gefährliche Körperverletzungen, Diebstähle, Böllerwürfe und Angriffe auf Polizisten: Die Halloween-Tumulte des 31. Oktober mit 1230 Platzverweisen waren massiv. Und sie wirken immer noch nach. Die Sorge um die Sicherheit und den Ruf des Essener Hauptbahnhofs ist seitdem groß. Sicherheitsbehörden, Stadt, Bahn und dort ansässige Geschäftsleute tauschen sich nun regelmäßig über die Lage rund ums Essens größten Verkehrsknotenpunkt aus, und die Bundespolizei versucht nach Kräften, das Treiben präventiv zu steuern, so weit es in ihrer Macht steht.

„Wir kontrollieren immer wieder größere Gruppen am Essener Hauptbahnhof“, sagte Bundespolizeisprecher Volker Stall am Donnerstag, während sich der Innenausschuss des NRW-Landtags mit der Warnung der Polizeigewerkschaft vor erheblichen Sicherheitslücken an Großstadtbahnhöfen durch Personalmangel befasste und ein Papier des Innenministeriums den Stand der Ermittlungen über zwei Monate nach den Krawallen in Essen dokumentierte.

Zwölf Tatverdächtige konnten nicht ermittelt werden

21 Delikte quer durch das Strafgesetzbuch sind nach der Randale in Essen demnach aktenkundig. 23 Tatverdächtige konnten bis jetzt ermittelt, zwölf weitere von den Behörden allerdings bislang nicht identifiziert werden, heißt in einer Antwort der Landesregierung auf eine Kleine Anfrage der AfD im Landtag.

Drei gefährliche Körperverletzungen, fünf Diebstähle unterschiedlichster Art, fünf Verstöße gegen das Betäubungsmittelgesetz, drei Sachbeschädigungen, eine Straftat gegen das Sprengstoffgesetz sind neben vielen anderen Vergehen bei der Bundespolizei aktenkundig. Die Liste der Straftaten ist ebenso lang wie die der Tatverdächtigen international ist: 13 Deutsche sollen nach Erkenntnissen der Behörden genauso beteiligt gewesen sein wie drei Libanesen, zwei Afghanen und jeweils ein junger Mann aus Sierra Leone, Belgien, Mazedonien, Marokko und Syrien.

Wie weit die Verfahren gegen die Verdächtigen bei der Staatsanwaltschaft gediehen sind, war am Donnerstag nicht in Erfahrung zu bringen.

Vermutlich eine Massenschlägerei verhindert

Tatsächlich allein der Halloween-Nacht begangenen Straftaten aufzuklären, dürfte schlechterdings unmöglich sein. Denn es hat am 31. Oktober keine sogenannte „Massenidentitätsfeststellung“ durch die eingesetzten Beamten gegeben, sagte Bundespolizeisprecher Volker Stall und nannte Gründe: Zum einen seien das „personelle Engpässe“ gewesen, zum anderen habe es bei dem Gedränge im Hauptbahnhof „keinen Ort gegeben, um so ein Verfahren durchzuführen“.

Nach wie vor ist die Bundespolizei überzeugt, mit ihrem frühzeitigen Einschreiten richtig gehandelt zu haben. Dadurch sei vermutlich eine Massenschlägerei verhindert worden, bei der Schlimmeres passiert wäre. „Wenn es noch einmal solche Zwischenfälle geben sollte, werden wir den Bahnhof wieder räumen“, kündigte Stall an. Damit es erst nicht so weit kommt, werden schon jetzt Gruppen von Männern ohne erkennbare Reiseabsichten durch Polizei und Bahn beobachtet und vorübergehend des Bahnhofs verwiesen.

„Wir haben das Geschehen im Auge“, versicherte der Bundespolizeisprecher.

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