3. Frauengesundheitstage

In Essen-Dellwig finden Frauen Abstand vom Alltagsstress

Heilpraktikerin Doris Brändlein (roter Pullover) massiert Gerlinde Klees die Hände beim 3. Frauengesundheitstag in der Friedenskirche in Dellwig.

Heilpraktikerin Doris Brändlein (roter Pullover) massiert Gerlinde Klees die Hände beim 3. Frauengesundheitstag in der Friedenskirche in Dellwig.

Foto: Kerstin Kokoska / FUNKE Foto Services

Essen-Dellwig.  Eine Auszeit vom Alltag gönnten sich 35 Frauen beim 3. Frauengesundheitstag in Dellwig. Im Vordergrund standen Entspannungstechniken.

Mit geschlossenen Augen genießt Astrid Konrad eine Handmassage mit Granatapfelöl. Behutsam streicht ihr die Tischnachbarin die Finger aus, massiert sie kreisförmig. Doris Brändlein zeigt den 35 Frauen im Saal der Friedenskirche in Dellwig, wie man mit einfachen Mitteln für entspannende Momente im Alltag sorgt. „Nur wenige Frauen schaffen es, zwischen beruflichen, familiären und gesellschaftlichen Ansprüchen einmal innezuhalten und sich selbst etwas Gutes zu tun“, weiß die Heilpraktikerin.

Frauen aus ganz Essen kommen in Dellwig zusammen

Gerlinde Klees (64) ist für die kleine Auszeit aus Bedingrade gekommen. An ihr führt die Kursleiterin die Technik vor. Fußreflexzonen-Massagen kennen viele, aber dass Handmassagen ähnlich wirken, weiß kaum jemand. Die Hände sind besonders sensibel und reagieren deutlich auf Druck und Streicheleinheiten. Und auch sie haben zahlreiche Reflexzonenpunkte, die mit Körperorganen und Nerven in Beziehung stehen. Bei Druck wird eine direkte Wirkung darauf ausgeübt.

Beim nunmehr dritten Frauengesundheitstag, den Pfarrerin Anke Augustin in der Gemeinde organisiert hat, geht es darum, wie man Wohlfühlmomente in den Alltag integriert. Das kommt bei den Frauen an. Zu meditativer Musik massieren sie sich nach der kleinen Einführung gegenseitig im Sitzen die Hände. Eine Runde dauert zehn Minuten, dann wird gewechselt.

„Über das Angebot hatte ich in der Zeitung gelesen“, erzählt Sandra Sabine Manz aus Rüttenscheid. Gleich um 10 Uhr war sie beim Qigong-Schnupperkurs von Trainerin Elisabeth Kress. Die traditionellen chinesischen Bewegungsübungen können helfen, Stress abzubauen und neue Lebensenergie zu gewinnen. Anhänger sehen darin eine Möglichkeit, Krankheiten abzuwehren und ein langes Leben zu erreichen.

Manchmal denkt man zu wenig an sich selbst

„Das hat mich interessiert“, sagt Christa Buschmann. Beim Turnerbund Haarzopf ist sie Übungsleiterin für Pilates. Auch das scheint jung zu halten, denn Buschmann ist 82 Jahre.

„Als Frau möchte man immer erst anderen Gutes tun. Da denkt man oft zu wenig an sich selbst“, meint Astrid Konrad. Schon 2019 hat die 58-Jährige am Frauengesundheitstag der Dellwiger Gemeinde teilgenommen. Interessant fand sie den Vortrag über Homöopathie. Neue Anregungen versucht sie fortan in den Alltag einzubauen und will sich mehr Zeit dafür gönnen. „Ja, ich habe viel Stress“, bekennt sie und berichtet vom kräftezehrenden Spagat zwischen Beruf, Familie und Ehrenämtern.

In den Pausen tauschen sich die Frauen darüber aus. Auch das tut gut. Nach einem gesunden Mittagessen mit viel Obst und Gemüse folgt der kreative Teil. Dafür hat Doris Brändlein fleißig vorgearbeitet. Aus halben Zeitungsseiten hat sie 520 lange Papierstäbe gedreht. „Jeder hat zu Hause alte Zeitungen, die man nachhaltig nutzen kann“, erklärt sie. Aus den Rollen lassen sich mit Geduld, Kleber, Pinsel und Acrylfarben originelle Deko-Objekte, Schalen oder Körbe basteln. An den Tischen im Saal dürfen es die Frauen selbst probieren.

Programm für Körper und Seele

Am Ende sind sich alle einig: Das abwechslungsreiche Programm hat Körper und Seele gutgetan. Gisela Rockmann aus Altendorf ist begeistert. „So ein tolles Angebot, und dann auch noch kostenlos.“ Das habe sie bei der Anmeldung kaum glauben können. Beim Frauengesundheitstag im nächsten Jahr will auch sie wieder dabei sein.

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