Sozialberatung

Hartz-IV-Beratung in Rüttenscheid ist erfolgreich gestartet

Jörg Bütefür (li.) organisiert die Sozialbetreuung in der Villa Rü. Das Angebot wird gut angenommen, erklärt Werner Settels, Leiter des Bürgerzentrums.

Jörg Bütefür (li.) organisiert die Sozialbetreuung in der Villa Rü. Das Angebot wird gut angenommen, erklärt Werner Settels, Leiter des Bürgerzentrums.

Foto: Kerstin Kokoska

Essen-Rüttenscheid.  In der Villa Rü in Essen finden Hartz-IV-Empfänger seit zwei Monaten Hilfe bei Fragen zu ihren Bescheiden und Problemen mit dem Jobcenter.

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Mal ist es ein Zuschuss für die Heizung, mal ein Freibetrag für die Versicherung, oft geht es nur um ein paar Euro im Monat. „Viele Menschen würden das gar nicht bemerken, aber wenn man nur 400 Euro hat, ist das etwas anderes“, sagt Jörg Bütefür. Er kümmert sich darum, dass die Menschen so viel bekommen, wie ihnen zusteht. Seit zwei Monaten klärt er ehrenamtlich in der Villa Rü Fragen zu Hartz IV. Und davon gibt es viele.

„Wir haben hier ungefähr 1700 Leute im Leistungsbezug“, erklärt Bütefür. Mehr, als mancher in Rüttenscheid vermutet. Deshalb sei es naheliegend gewesen, das Angebot der Sozialpädagogischen Familienhilfe auch in diesen Stadtteil zu bringen. 2005 hat der Verein seine erste Beratungsstelle in Essen eröffnet, damals war Jörg Bütefür selbst Hartz-IV-Empfänger und hatte Probleme mit falschen Bescheiden.

„Ungefähr 70 Gesetzesänderungen hat es seitdem gegeben, da kommt man gar nicht mit“, sagt Bütefür – und meint damit in erster Linie nicht die Empfänger, sondern die Mitarbeiter des Jobcenters, die den Überblick verlieren.

Bescheide vom Jobcenter rechtzeitig prüfen

Deshalb rät Bütefür Leistungsempfängern, ihre Bescheide regelmäßig in einer Beratungsstelle überprüfen zu lassen. „Das ist sinnvoll, weil es immer wieder Änderungen gibt. Besonders jetzt vor dem Jahreswechsel ist das wichtig, denn 2018 kann man keine Nachforderungen mehr für 2016 stellen.“

Bei einer der ersten Beratungen in der Villa saß Bütefür mit einer alleinerziehenden Mutter zusammen, die sich darüber wunderte, dass eine Freundin in gleicher Lage mehr Geld zur Verfügung hatte. Bütefür stellte fest, dass ihr 180 Euro mehr im Monat zustehen. Eine Woche nach der Beratung habe die junge Mutter den korrigierten Bescheid bekommen.

„Aber es kommen auch ältere Leute. Zum Beispiel eine Dame, die kurz vor der Rente ist und einen Minijob hat. Bei ihr wurde ein höheres Einkommen angesetzt, als im Arbeitsvertrag stand“, erzählt Bütefür. Deshalb musste die Frau jeden Monat aufs Neue Kontoauszüge an das Jobcenter schicken, das erst dann den korrekten Betrag auszahlte. „Wir konnten ihr helfen, dass gleich der richtige Verdienst angesetzt wird. Solche Sachen passieren oft, und diese Rennerei führt zu Verärgerung. Da geben viele Leute ihren Job lieber dran.“

>>> INFO: Wöchentliche Sozialberatung in der Villa Rü

  • Die kostenlose Beratung findet montags von 14 bis 16 Uhr in der Villa Rü (2. Etage, Raum 203) an der Girardetstraße 21statt. Anmeldung ist nicht erforderlich.

  • Einen Überblick über die Hartz-IV-Beratungsstellen in Essen und die Faxnummern der Jobcenter gibt es im Internet auf www.hartz4-essen.info.

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